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WirtschaftsRundschau > Nachrichten > Wissen > Marketing und Bäumeschneiden – das bringt ein Ökologisches Jahr
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Marketing und Bäumeschneiden – das bringt ein Ökologisches Jahr

Michael Farber
Zuletzt aktualisert 15. Juni 2026 10:47
Von Michael Farber
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3 min. Lesezeit
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Annalena streift mit einer Heckenschere durchs Unterholz. In einem Wald bei Günzburg sucht sie nach einer Kletterpflanze. „Ich entferne Waldreben. Die können nach oben wachsen und dem Baum nicht nur Licht wegnehmen, sondern sogar die Krone zum Abbrechen bringen“, erklärt sie. Annalena Riß ist keine gewöhnliche Waldarbeiterin. Sie absolviert ein Freiwilliges Ökologisches Jahr (FÖJ) bei der Stadt Günzburg.

Inhaltsübersicht
Wichtige Hilfe für StadtförsterNoch Plätze freiVoraussetzung ist eine enge BetreuungAn Herausforderungen wachsen

Wichtige Hilfe für Stadtförster

Im Wald sägt sie mit einer Teleskopstange auch Äste von Walnussbäumen ab, damit sie andere Pflanzen nicht verdrängen. „Diese Arbeit schaffen wir normalerweise nicht. Es gibt viele Aufgaben, bei denen man nur anfassen muss“, sagt Stadtförster Kevin Rees und klappt ein Stück Rinde eines anderen Baumes hoch, unter der Borkenkäfer laufen. Schließlich soll Annalena in ihrem FÖJ nicht nur arbeiten, sondern auch etwas lernen.

Noch Plätze frei

Seit 1995 wird in Bayern das Freiwillige Ökologische Jahr angeboten. Dass es etwas im Schatten des Freiwilligen Sozialen Jahres steht, liegt wohl auch am Angebot. Während jährlich tausende junge Menschen im Freistaat in Kindergärten, Krankenhäusern oder Einrichtungen für Menschen mit Behinderung mithelfen, werden beim FÖJ lediglich rund 250 Stellen vergeben. Es beginnt jeweils am 1. September eines Jahres und endet im darauffolgenden Jahr zum 31. August. Interessierte können sich über eine Webseite (externer Link) bewerben. Auf einer Landkarte kann man sehen, welche Stellen es in der Nähe gibt und ob sie noch frei sind.

Voraussetzung ist eine enge Betreuung

Annalena Riß in Günzburg arbeitet nicht nur im Forst, sondern kümmert sich auch um Öffentlichkeitsarbeit. Sie hat an einer Kampagne mitgewirkt, die für mehr Toleranz im Stadtverkehr wirbt oder stellt in einem Video für Social Media das Carsharing-Angebot in Günzburg vor. All das sei kein Selbstläufer, eine Stelle brauche eine enge Betreuung, betont Daniela Fischer, Klimaschutzmanagerin der Stadt. „Man muss sich Zeit nehmen, jungen Menschen Dinge auch zu erklären. Ich habe es leider selbst schon andernorts erlebt, dass sie manchmal einfach nur sitzengelassen werden“, sagt Fischer.

Annalenas Monatsplan jedenfalls ist abwechslungsreich. Neben der Arbeit im Forst begleitet sie auch die Gärtnerei des Bauamts und pflanzt Blumen auf städtischen Grünflächen. Sie nimmt aber auch an Exkursionen und insgesamt fünf Seminaren teil, die jeweils mehrere Tage dauern.

An Herausforderungen wachsen

„Viele sind fast noch Kinder, wenn sie von der Schule kommen. Sie werden durch die Herausforderungen erwachsen“, sagt Fischer. Mindestens 16 Jahre alt müssen Bewerber sein. Sie sind während des FÖJ sozial- und unfallversichert und erhalten auch ein Taschengeld. Weil Annalena noch zuhause wohnt und nichts für eine Unterkunft zahlen muss, hat sie pro Monat 830 Euro. „Nach zwölf Jahren im Schulunterricht war das wirklich die beste Entscheidung für mich“, sagt Annalena Riß. Nach dem FÖJ will sie eine kaufmännische Ausbildung machen – die soll dann Grundlage für einen Job im Umweltbereich sein.

 

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Von Michael Farber
Michael Farber ist ein erfahrener Journalist, der das Ressort Wissen der WirtschaftsRundschau leitet. Mit seiner Expertise in Wissenschaft und Technologie berichtet er über die neuesten Entwicklungen und Entdeckungen und bietet den Lesern spannende Einblicke in komplexe Themen.
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