Wer vor der Hitze in den kühlen Wald flüchtet, sollte in diesem Jahr aufpassen: Die Raupen des Eichenprozessionsspinners haben sich in Bayern stark ausgebreitet – in Parks, aber auch in Forstgebieten. Besonders betroffen seien Eichen in lichten Waldbeständen und am Waldrand, teilte der Nürnberger Forstbetrieb mit. Waldbesucher sollten unbedingt Abstand halten und befallene Bereiche meiden.
Schon 2025 war der Eichenprozessionsspinner fast flächendeckend im Freistaat anzutreffen. „Im Vergleich zum Vorjahr hat der Fraß im Wald nochmal deutlich zugenommen“, erklärte ein Sprecher der Landesanstalt für Wald und Forstwirtschaft (LWF). Besonders aus dem Süden Mittelfrankens und im Norden Schwabens seien auffällige Fraßflächen gemeldet worden.
Was der Eichenprozessionsspinner so treibt – und wo
Die Raupen des wärmeliebenden Nachtfalters werden gerade an vielen Orten zur Plage. Normalerweise bevorzugt der Eichenprozessionsspinner nach LWF-Angaben einzelne oder kleine Gruppen von Eichen in offenem Gelände wie in Parks, Gärten, an Straßen oder Parkplätzen. Bei Massenvermehrung des Eichenprozessionsspinners könnten jedoch auch Wälder befallen werden.
Von den Gespinstnestern aus machen sich die Eichenprozessionsspinner nachts auf zur Nahrungssuche: Die Raupen „prozessieren“ dann in bis zu zehn Meter langen Reihen von bis zu 30 Tieren nebeneinander zum Fressen in die Baumkrone. Morgens kriechen sie im Gänsemarsch wieder zurück ins Nest.
Bekämpfung im Wald nicht möglich
In vielen Kommunen läuft bereits die Bekämpfung der Gespinstnester. Entfernt wird der Eichenprozessionsspinner, indem Fachfirmen ihn absammeln, die Nester absaugen oder abflammen. Im Wald ist das dem Nürnberger Forstbetrieb zufolge aber wegen der Größe der betroffenen Flächen nicht möglich.
Brennhaare können ernsthafte Beschwerden auslösen
Die winzigen Brennhaare der Tiere können schwere allergische Reaktionen, Hautreizungen und Atembeschwerden auslösen. Dafür muss man nicht einmal direkt mit den bis zu vier Zentimeter langen Raupen in Kontakt kommen.
Die Haare können laut dem Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit mit dem Wind meterweit durch die Luft getragen werden. Auch die verlassenen Gespinste seien eine Gefahr, da die darin eingewobenen Brennhaare mehrere Jahre überdauern könnten.

