Eine Umfrage zeigt, dass das Verhalten von Schülerinnen und Schülern Lehrkräfte zunehmend belastet. Laut dem Deutschen Schulbarometer der Robert Bosch Stiftung geben 46 Prozent der befragten Lehrkräfte an, das Schülerverhalten sei ihre größte berufliche Belastung. Vor zwei Jahren lag dieser Anteil noch bei 35 Prozent.
Unterschiedliche Belastung bei verschiedenen Schularten
Auf Platz zwei der Belastungsfaktoren folgt die Heterogenität in den Klassen, also die teils großen Leistungsunterschiede zwischen den Schülerinnen und Schülern. Dies nennen 34 Prozent der Befragten als belastend. Danach folgen hohe Arbeitsbelastung und Zeitmangel mit 27 Prozent.
Je nach Schulart unterscheiden sich die Einschätzungen deutlich: Lehrkräfte an Haupt-, Real-, Gesamt- und Berufsschulen fühlen sich durch das Verhalten der Schülerinnen und Schüler stärker belastet als Kolleginnen und Kollegen an Grundschulen oder Gymnasien. Als Ursachen werden unter anderem mangelnde Motivation, fehlender Lernwille, psychische Probleme, Aggressivität sowie Konzentrationsschwierigkeiten genannt. Fachleute verweisen zudem auf mögliche Einflüsse sozialer Medien.
Schülerbefragung: Junge Menschen psychisch stärker belastet
Die Robert Bosch Stiftung sieht die Ergebnisse im Zusammenhang mit einer insgesamt höheren psychischen Belastung junger Menschen wie sie auch in einer früheren Schülerbefragung deutlich geworden sei. Dies könne sich auf das Verhalten im Unterricht auswirken. Auch globale Krisen und Konflikte könnten eine Rolle spielen.
Trotz der Belastungen äußern 83 Prozent der Lehrkräfte Zufriedenheit mit ihrem Beruf. Gleichzeitig sehen viele Verbesserungsbedarf in der Ausbildung: 47 Prozent wünschen sich Fortbildungen im Umgang mit psychisch belasteten Schülerinnen und Schülern, 82 Prozent möchten mehr Kompetenzen zur Förderung von Fähigkeiten wie Empathie, Teamarbeit, Selbstständigkeit und kritischem Denken erwerben.
Studie: Entlastung durch professionelle Teams notwendig
Aus Sicht der Stiftung reichen Fortbildungen allein jedoch nicht aus. Gefordert werden multiprofessionelle Teams an Schulen, etwa mit Schulsozialarbeit, Psychologie oder IT-Fachkräften, um Lehrkräfte zu entlasten und den Unterricht zu stärken.
Für das Schulbarometer wurden zwischen dem 11. November und 2. Dezember 2025 insgesamt 1.547 Lehrkräfte an allgemeinbildenden und beruflichen Schulen befragt. Die Ergebnisse gelten als repräsentativ mit einer Fehlertoleranz von drei Prozentpunkten.
Mit Informationen von dpa

