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WirtschaftsRundschau > Nachrichten > Wirtschaft > Altersvorsorgedepot: Darauf sollten Sparer achten
Wirtschaft

Altersvorsorgedepot: Darauf sollten Sparer achten

Christin Freitag
Zuletzt aktualisert 26. Oktober 2026 11:48
Von Christin Freitag
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Für jedes Versprechen gelten Bedingungen

Die sogenannten Neobroker, also digitale Wertpapiervermittler, die ihre Dienstleistungen überwiegend über Apps und das Internet anbieten, werben mit unterschiedlichen Vergünstigungen. Smartbroker+ etwa verspricht, die laufenden Kosten ausgewählter ETFs zunächst für drei Jahre und bis zu einem Anlagevolumen von 25.000 Euro zu erstatten. Ab dem vierten Jahr gilt die Erstattung nur noch, wenn Kundinnen und Kunden jährlich mindestens 15 Wertpapiergeschäfte im regulären Hauptdepot durchführen.

Inhaltsübersicht
Für jedes Versprechen gelten BedingungenWas kostet die spätere Auszahlung?Öffentliches Standarddepot: Ein Starttermin fehlt

Der Konkurrent Trade Republic verspricht dauerhaft kostenlose Depotführung und Sparpläne. Bei mehreren Dutzend ausgewählten ETFs sollen auch die laufenden Produktkosten langfristig entfallen. Scalable Capital wiederum behält sich vor, seinen sogenannten Rentenbonus künftig anzupassen oder ganz einzustellen. Das Unternehmen erklärt auf BR24-Anfrage, dass sich sein günstiges Angebot vor allem durch langfristige Kundenbeziehungen und weitere Finanzdienstleistungen rechnen soll.

Was kostet die spätere Auszahlung?

Was Sparerinnen und Sparer schon jetzt bedenken sollten, ist die Auszahlungsphase. Die ist zwar in vielen Fällen noch weit weg – sollte aber unbedingt ein Teil der Gesamtrechnung sein. Denn niedrige Gebühren beim Sparen sind nur der eine Teil. Während die Effektivkosten beim sogenannten Standarddepot während der Ansparphase gesetzlich auf ein Prozent begrenzt sind, gibt es für die spätere Auszahlung keine vergleichbare Obergrenze. Die Anbieter müssen zwar auch diese Kosten offenlegen, dazu sind bislang aber noch längst nicht alle Details bekannt.

Zu viel Euphorie für das neue Altersvorsorgedepot hält Roos auch an anderer Stelle für riskant. Der Finanzexperte der Verbraucherzentrale rät ausdrücklich davon ab, bereits vorhandene ETFs für das neue Altersvorsorgedepot zu verkaufen und dort erneut anzulegen. Bei einem Verkauf könnten Steuern auf Kursgewinne und weitere Kosten entstehen. Stattdessen empfiehlt er, die bisherigen ETF-Anlagen weiterzuführen und gegebenenfalls ein gefördertes Altersvorsorgedepot zusätzlich zu eröffnen. Bereits vorhandene ETF-Anteile ließen sich nicht ohne Weiteres in das neue Altersvorsorgedepot übertragen, erläutert Roos.

Öffentliches Standarddepot: Ein Starttermin fehlt

Für Sparer, die ihre Altersvorsorge nicht ausschließlich privaten Anbietern anvertrauen wollen, sieht die Reform auch die Möglichkeit eines öffentlich organisierten Standarddepots vor. Der Bundesrat hatte gefordert, dass es bereits zeitgleich mit dem Start aller anderen Depotvarianten Anfang 2027 zur Verfügung steht.

Doch das Bundesfinanzministerium nennt bislang keinen Starttermin. In einer schriftlichen Antwort vom 7. Oktober verweist es auf fehlende Verwaltungsstrukturen und europarechtliche Hürden (externer Link: Antwort aus dem Bundesfinanzministerium). Außerdem müsse geprüft werden, ob sich mit einer möglichen Kapitalrente innerhalb der gesetzlichen Rentenversicherung Doppelstrukturen ergeben könnten. Zugleich betont das Ministerium, dass private Anbieter bereits besonders günstige Produkte angekündigt hätten.

Nils Nauhauser von der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg überzeugt das nicht. Für ihn sind günstige private Angebote allerdings kein Ersatz für ein öffentliches Standarddepot. Das grundlegende Problem provisionsgetriebener Finanzberatung bestehe weiterhin, kritisiert er im Plusminus-Podcast der ARD.

Denn Finanzvermittler hätten nach wie vor einen Anreiz, vor allem Produkte zu verkaufen, an denen sie hohe Provisionen verdienen. Auch eine gesetzliche Kostenobergrenze helfe wenig, wenn besonders günstige Produkte in der Beratung gar nicht erst angeboten würden. Deshalb brauche es das öffentliche Standarddepot als dauerhaft günstigen Preisanker und als verlässliche Alternative für Menschen, die weder ein Verkaufsgespräch noch eine Broker-App wollen.

 

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Christin Freitag ist eine erfahrene Wirtschaftsjournalistin und Analystin, die sich auf Finanzmärkte, Unternehmensstrategien und Wirtschaftspolitik spezialisiert hat. Mit über 10 Jahren Erfahrung liefert sie fundierte Analysen und tiefgehende Einblicke für die Leser der WirtschaftsRundschau.
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