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WirtschaftsRundschau > Nachrichten > Kultur > „The Apprentice“: Trumps Sprecher droht mit Klage gegen Biopic
Kultur

„The Apprentice“: Trumps Sprecher droht mit Klage gegen Biopic

Uta Schröder
Zuletzt aktualisert 29. Mai 2024 09:06
Von Uta Schröder
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3 min. Lesezeit
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Der im Iran geborene Regisseur Ali Abassi hat sich mit seinen beiden Filmen „Holy Spider“ und „The Border“ international große Anerkennung erarbeitet. Auch sein neuer Film, präsentiert bei den Filmfestspielen in Cannes, schlägt bereits jetzt Wellen, wohl auch aufgrund seines prominenten Protagonisten: Donald Trump.

Inhaltsübersicht
„Ein verleumderisches Werk“New York der Glücksritter

„The Apprentice“ – der Lehrling – heißt der Film. So lautete auch der Titel von Donald Trumps einstigem Reality-TV-Format, in dem er als Juror nach Auszubildenden für sein Immobilienunternehmen suchte.

„Ein verleumderisches Werk“

Auch wenn der Film in Cannes acht Minuten Standing Ovations erhielt, Trump und seinen Anwälten scheint das Werk nicht sonderlich zu gefallen. Sie drohen, juristisch dagegen vorzugehen. Im Film ist eine Szene zu sehen, in der Schauspieler Sebastian Stan, der den jungen Donald Trump spielt, nicht einvernehmlichen Sex mit Trumps 2022 verstorbener Ex-Frau Ivana Trump hat, indem er sie gewaltsam zu Boden drückt. Ivana Trump hatte den diesbezüglichen Sachverhalt 1989 bei der Scheidung unter Eid bestätigt, dies später zurückgezogen, als Trump 2015 Wahlkampf machte.

Der Film, so Trumps Sprecher nun, sei „pure Fiktion, die Lügen sensationalisiere, die nachweislich widerlegt wurden“. Er sei „ein verleumderisches Werk, das niemals ans Tageslicht kommen soll“. Mal abwarten. Die Lizenz-Einkäufe für „The Apprentice“ waren auf dem Filmmarkt in Cannes bisher eher zurückhaltend, der Film hat auch noch keinen Verleih in Amerika gefunden. In Deutschland soll er noch vor den US-Wahlen im September in die Kinos kommen.

New York der Glücksritter

Sehenswert ist er allemal: „The Apprentice“ ist ein gelungener New York-Film mit 16-Milimeter-Optik und subtilem Witz, der aufzeigt, wie aus dem unbedarften Donald Trump mit dem Vermögen seines Vaters der spätere Immobilienmogul und Milliardär wird. Der Film stellt ihn als Lügner und Betrüger dar, als Mann, der über Leichen geht und seine engsten Freunde verrät. Im Zentrum steht neben ihm der Königsmacher, der berühmt-berüchtigte Anwalt Roy Cohn (gespielt von Jeremy Strong). Cohn war bereits in der McCarthy-Ära als Kommunistenjäger gefürchtet, später verteidigte er Mafiabosse, 1986 starb er nach einer AIDS-Erkrankung.

Regisseur Abassi formt aus den biografischen Fakten ein flirrendes, fiktives New York-Porträt der 1970er und 1980er Jahre, als der Times Square noch ein Ort des Verbrechens war. Damals agierten Männer mit breiten Krawatten und schrecklichen Frisuren; eine Zeit des Umbruchs für Glücksritter bahnte sich an. Abbasi machte keinen wirklich verstörenden Film, der als Anklage fungiert, sondern lieferte eher eine unterhaltsame Begleitfolie zur bekannten Causa Trump – Fettabsaugung und Tablettensucht der Hauptfigur inklusive. Am Ende begreift sein Mentor Roy Cohn, was er aus dem ungehobelten Burschen gemacht hat, den er einst in die New Yorker Gesellschaft einführte und dem er das politische Handwerk beibrachte: Sein Lehrling ist dem Meister längst entwachsen.

 

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Von Uta Schröder
Uta Schröder ist eine versierte Kulturjournalistin und leitet das Ressort Kultur der WirtschaftsRundschau. Mit ihrem umfassenden Wissen und ihrer Leidenschaft für Kunst und Kultur bietet sie tiefgehende Analysen und spannende Einblicke in die kulturelle Landschaft.
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