Die deutsche Regisseurin Valeska Grisebach ist für ihren Film „Das geträumte Abenteuer“ mit dem Preis der Jury in Cannes ausgezeichnet worden. Das gab die Jury der Filmfestspiele am Abend bekannt.
Darum geht es in dem Film
„Europa steht für mich für die Zusammenarbeit zwischen den Ländern“, sagte Grisebach in ihrer Dankesrede. Die Regisseurin erzählt in „Das geträumte Abenteuer“ von einer Archäologin, die in einer bulgarischen Grenzstadt an einer Ausgrabungsstätte arbeitet. Als sie einem alten Bekannten helfen will, gerät sie zunehmend in ein Umfeld aus Kriminalität.
Grisebach feierte mit „Das geträumte Abenteuer“ ihr Debüt im Cannes-Wettbewerb. Ihr Vorgängerfilm „Western“ lief 2017 bei den Filmfestspielen in der Reihe „Un Certain Regard“.
Auch eine weitere Deutsche durfte sich in Cannes über eine Auszeichnung freuen. Der Film „Vaterland“ über den Schriftsteller Thomas Mann mit Sandra Hüller als dessen Tochter erhielt den Preis für das beste Drehbuch. Der in Schwarz-Weiß gedrehte Film erzählt die Rückkehr von Mann und seiner Tochter Erika 1949 aus den USA nach Deutschland. Die Hauptrollen spielen Hanns Zischler, Sandra Hüller und August Diehl. Der Film ist mit Beteiligung des Bayerischen Rundfunks entstanden.
Goldene Palme für „Fjord“
Die Goldene Palme erhielt der rumänische Regisseur Christian Mungiu für den Film „Fjord“. Mungius Film erzählt die Geschichte einer rumänischen Familie, die sich in Norwegen niederlässt und dort in den Verdacht der Kindesmisshandlung gerät. Der Rumäne war 2007 bereits für den Film „4 Monate, 3 Wochen und 2 Tage“ mit der Goldenen Palme ausgezeichnet worden.
Auszeichnung für US-Schauspielerin Streisand
Zudem wurde auch die US-Schauspielerin und Sängerin Barbra Streisand ausgezeichnet. Sie erhielt die Ehrenpalme. „Sie hat sich immer dagegen gewehrt, dass andere für sie entscheiden. Sie hat oft Nein gesagt – deshalb lieben wir sie so sehr“, sagte die Schauspielerin Isabelle Huppert in ihrer Hommage. Die 84 Jahre alte Streisand hatte ihre Reise nach Cannes wegen eines Knieproblems absagen müssen. Sie erhielt den Preis in Abwesenheit.
Streisand bedankte sich in einer Videoansprache. „Das Kino besitzt diese magische Fähigkeit, uns miteinander zu verbinden, unsere Herzen und unseren Geist zu öffnen“, sagte sie.
Streisand spielte in 19 Kinofilmen mit, führte bei drei Filmen Regie und erhielt zwei Oscars. Als erste Frau wurde sie mit einem Golden Globe für die beste Regie ausgezeichnet. Als Sängerin veröffentlichte sie 37 Studioalben.
Mit Informationen von dpa und AFP.

