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WirtschaftsRundschau > Nachrichten > Kultur > Münchner Konzertsaal: Zeitplan immer noch völlig offen
Kultur

Münchner Konzertsaal: Zeitplan immer noch völlig offen

Uta Schröder
Zuletzt aktualisert 14. Juli 2026 09:47
Von Uta Schröder
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5 min. Lesezeit
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Immer noch kein konkreter Zeitplan für den Neubau eines Konzertsaals in München: Wie es bei dem umstrittenen und teuren Projekt weitergeht, soll jetzt frühestens bis zum Herbst geklärt werden, so der bayerische Kunstminister Markus Blume gegenüber dem BR. Zuvor hatte es von der Staatsregierung geheißen, bis zur parlamentarischen Sommerpause werde ein genaueres Vorgehen bekannt gegeben.

Inhaltsübersicht
„Im Herbst hoffentlich kluge Lösungen zur Hand“„Momentaner Zeitverlust vielleicht wieder wettgemacht“„Lassen wir uns jetzt mal alle überraschen“„Irgendwann geht der Nimbus verloren“

„Wir arbeiten noch dran, denn am Ende geht es ja um ein Gesamtpaket, und zwar auch mit exorbitanten Investitions-Größenordnungen“, so Blume: „Das ist nichts, was man mal nebenher machen kann, und es ist gleichzeitig ja nicht das einzige Thema. Wir haben mehrere Kultur-Großbaustellen bei den Sanierungen. Das Haus der Kunst steht an, und wenn ich jetzt mal an die größten Maßnahmen denke, dann schicken wir zuerst das Residenztheater in die Sanierung und danach das Nationaltheater. Und dabei ist natürlich wichtig, dass die Dinge im Sinne einer Kaskade aufeinander abgestimmt sind.“

„Im Herbst hoffentlich kluge Lösungen zur Hand“

Wasserstandsmeldungen gab es in den vergangenen Jahren viele. Markus Blume hatte einen Kosten-Deckel von 500 Millionen Euro genannt, nachdem zuvor von 1,3 Milliarden Euro die Rede gewesen war. Schon jetzt verschlang die Planung mehr als 40 Millionen Euro.

„Wenn ich das jetzt einfach entscheide“, so Blume, „ist man danach überrascht, dass man gleich noch weitere Großbaustellen hat, wo überall näherungsweise Milliardenbeträge auf der Uhr stehen. Deswegen bitte ich einfach noch um etwas Zeit, die wir brauchen, um Gespräche zu führen, um zu klugen Lösungen zu kommen, die wir hoffentlich dann auch im Herbst zur Hand haben.“

Der Kunstminister kann sich vorstellen, dass im künftigen Konzertsaal auch konzertante Opern aufgeführt werden können, also ohne Bühnenbild und Ausstattung. Als Ausweichquartier für die Bayerische Staatsoper komme der neue Saal allerdings nicht in Frage.

„Momentaner Zeitverlust vielleicht wieder wettgemacht“

Ein Datum für den Beginn der Bauarbeiten wollte Blume nicht nennen: „Ich hoffe, dass wir mit klugen Lösungen dann auch einiges wieder aufholen. Mein Wunsch ist ja, dass wir versuchen, das nach Möglichkeit nicht selbst als Freistaat zu realisieren, sondern dass wir eher diese neuen Möglichkeiten und Ideen von Mieten statt Bauen auch hier zur Anwendung bringen, dass wir die private Realisierungskompetenz hier zum Tragen bringen. Dann ist der momentane Zeitverlust auch vielleicht schneller wieder wettgemacht.“

„Lassen wir uns jetzt mal alle überraschen“

Was die Bayreuther Festspiele betrifft, gibt sich Markus Blume erfreut über den diesjährigen Ticketverkauf. Karten sind für die kommende Saison nicht mehr erhältlich, was in den vergangenen Jahren nicht immer der Fall war, da hatten selbst kurzfristig Entschlossene noch die Chance auf Sitzplätze, vor allem bei der unbeliebten Inszenierung des vierteiligen „Ring des Nibelungen“.

Schlagzeilen machte Bayreuth in diesem Jahr aber vor allem mit einem zumindest ungeschickten Verhalten im Umgang mit seiner zwiespältigen Vergangenheit. Zum 150. Jubiläum der Festspiele sollen Richard Wagners Antisemitismus, aber auch der propagandistische Missbrauch während der NS-Zeit Thema sein. Markus Blume: „Das wird möglicherweise den Charakter der Festspiele auch verändern, mindestens im Begleitprogramm durch Kontextualisierung, die an anderen Stellen im Kunstbereich selbstverständlich ist und auch in Bayreuth mit zu leisten und mit zu liefern ist. Da würde ich sagen, lassen wir uns jetzt alle mal überraschen, wie das in diesem Jahr läuft und was man daraus auch für die Zukunft mitnehmen und lernen kann.“

„Irgendwann geht der Nimbus verloren“

Was die Kosten der Festspiele betrifft, hofft Markus Blume darauf, dass der Bund seinen Finanzierungsanteil ebenso erhöht wie der Freistaat. Entschieden ist das noch nicht: „Wer bei solchen Dingen nicht mitzieht, der riskiert, dass irgendwann der Nimbus verloren geht. Wir als Freistaat Bayern wollen für eine auskömmliche Finanzierung auch in der Zukunft sorgen.“

Das klingt ganz danach, als ob Markus Blume noch nicht vollends zufrieden ist mit Bundeskulturstaatsminister Wolfram Weimer. Aber das Verhältnis zwischen Bund und Land war in Bayreuth noch nie ganz spannungsfrei.

 

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Von Uta Schröder
Uta Schröder ist eine versierte Kulturjournalistin und leitet das Ressort Kultur der WirtschaftsRundschau. Mit ihrem umfassenden Wissen und ihrer Leidenschaft für Kunst und Kultur bietet sie tiefgehende Analysen und spannende Einblicke in die kulturelle Landschaft.
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