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WirtschaftsRundschau > Nachrichten > Wirtschaft > Wortbruch? Autozulieferer Magna macht Werk Dorfprozelten dicht
Wirtschaft

Wortbruch? Autozulieferer Magna macht Werk Dorfprozelten dicht

Christin Freitag
Zuletzt aktualisert 14. Juli 2026 13:48
Von Christin Freitag
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3 min. Lesezeit
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Für viele Beschäftigte ist die Nachricht ein Déjà-vu: Schon einmal hatte der Automobilzulieferer Magna angekündigt, sein Werk in Dorfprozelten zu schließen. Nach zähen Verhandlungen mit dem Unternehmen konnte die Belegschaft den Standort im Landkreis Miltenberg 2023 noch retten. Nach Protesten von IG Metall, Belegschaft, Politik und Kommunen.

Inhaltsübersicht
Außen- und Rückspiegel ohne PerspektiveGewerkschaft spricht von „Scherbenhaufen“Bedeutung für Region und Beschäftigte

Es ging allerdings nicht ohne schmerzhafte Einschnitte: Schon damals wurden knapp 200 Jobs gestrichen, mindestens 250 Beschäftigte sollten ihren Job aber bis Ende 2028 sicher haben, hieß es in einem Eckpunktepapier.

Außen- und Rückspiegel ohne Perspektive

Dieses Papier kann nun offenbar in den Schredder. Wie das Unternehmen Magna International (Germany) GmbH auf Anfrage von BR24 mitteilte, schließt das Werk in Dorfprozelten jetzt bereits Mitte 2027. In dem Werk werden Außen- und Rückspiegel hergestellt.

Als Grund nennt das Unternehmen eine „anhaltend negative Geschäftsentwicklung“. Eine Fortführung des Werkes sei „wirtschaftlich nicht mehr darstellbar“, heißt es in einem Statement der Geschäftsleitung. Nach Angaben von Magna hat das Unternehmen in den vergangenen Jahren zwar investiert und Kosten gesenkt, trotzdem sei es nicht gelungen, die Zukunft des Werks zu sichern, so ein Unternehmenssprecher.

Gewerkschaft spricht von „Scherbenhaufen“

Die Gewerkschaft IG Metall reagiert enttäuscht und kritisiert das Management scharf. „Die Belegschaft hat ihren Beitrag zur Standortsicherung geleistet und darauf vertraut, dass die vereinbarten Maßnahmen zur langfristigen Sicherung des Werks genutzt werden“, sagt Gewerkschafter Christoph Curs. Das Versagen liege vielmehr beim Management: Entgegen damaliger Zusagen seien keine neuen Produkte am Standort Dorfprozelten platziert oder von anderen Standorten nach Dorfprozelten verlagert worden. Stattdessen ziehe „das Management den Stecker und wir stehen heute erneut vor einem Scherbenhaufen“, so Curs. Die IG Metall fordert nun transparente Gespräche über die Zukunft der Beschäftigten.

Bedeutung für Region und Beschäftigte

Die aktuelle Entscheidung trifft auch die Gemeinde Dorfprozelten. „Es ist dramatisch für die mehr als 200 Mitarbeiter und ein Schlag für die Familien“, so die Reaktion von Dorfprozeltens Bürgermeisterin Elisabeth Steger (CSU). Die wegbrechenden Gewerbesteuereinnahmen seien für die 1.750-Einwohner-Gemeinde ein herber Verlust. Das Werk war dort lange der größte Arbeitgeber.

Mit der Schließung gehen qualifizierte Industriearbeitsplätze verloren, Alternativen in direkter Nähe sind begrenzt. Viele der 216 Beschäftigten waren bereits von früheren Sparrunden betroffen und hatten auf eine dauerhaft gesicherte Perspektive gehofft. Nun müssen sie sich erneut auf Veränderungen einstellen.

 

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Christin Freitag ist eine erfahrene Wirtschaftsjournalistin und Analystin, die sich auf Finanzmärkte, Unternehmensstrategien und Wirtschaftspolitik spezialisiert hat. Mit über 10 Jahren Erfahrung liefert sie fundierte Analysen und tiefgehende Einblicke für die Leser der WirtschaftsRundschau.
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