Rund die Hälfte – und zwar 23 – der getesteten unbewirtschafteten Rastplätze an Autobahnen ist „mangelhaft“ oder gar „sehr mangelhaft“. „Unbewirtschaftet“ heißt, dass es dort keine Servicebetriebe wie Tankstellen und Restaurants gibt. In der Regel sind diese mit einem WC-Gebäude ausgestattet.
Vor allem sanitäre Anlagen häufig bemängelt
Negativ aufgefallen sind vielerorts die sanitären Einrichtungen. Teils seien Toiletten gesperrt, oft seien grundlegende Funktionen nicht zuverlässig gewährleistet. Toilettenpapier sei teilweise nicht vorhanden und die Sauberkeit lasse vielfach zu wünschen übrig, so das Fazit der Tester. Positiver fällt die Kategorie „Verkehr und Parken“ aus.
Allerdings fehlen auf 38 Prozent der Rastplätze Stellplätze für Gespanne und Wohnmobile. Außenanlagen böten meist nur wenig Aufenthaltsqualität; Spielplätze für Kinder oder Frischwasserversorgung für Wohnmobile seien praktisch nicht vorhanden, so die weitere Kritik. Beim Sicherheitsgefühl sieht der ADAC vor allem Defizite bei der Beleuchtung der Parkflächen, der Einsehbarkeit der Gebäude und dem Notruf. Auf jedem fünften Platz fehlt gar eine Notrufmöglichkeit. Immerhin gibt es dem Test zufolge überall Handyempfang.
Bayerische Rastanlagen auf hinteren Plätzen
Bereits 2022 hatte der ADAC die Situation an unbewirtschafteten Rastplätzen untersucht. Bei zwei Dritteln der Anlagen hat sich der Zustand laut ADAC seither verschlechtert. Fielen 2022 noch elf Rastplätze durch, so waren es jetzt schon 23. Keine einzige Anlage bekam die Note „sehr gut“. Immerhin eine „Zwei“ erhielt beispielsweise der Rastplatz Linsenbühl an der A6 in Baden-Württemberg.
Auch von den acht anderen mit gut bewerteten Anlagen liegt keine in Bayern. Die beste Note erhielt in diesem Ranking im Freistaat mit „ausreichend“ der Rastplatz Schlossberg an der A93. Danach – auch mit „ausreichend“ – wurden bewertet: Auergründel Süd an der A6, Buchwald-West an der A7, Wiesenttal an der A3, Kirchholz an der A8, Offenbau West an der A9, Lipperts West auch an der A9.
Noch schlechter, nämlich „mangelhaft“ schnitten ab: Mühlbuck West an der A7, Fronberg Süd an der A3, Bärenholz West an der A93. Letzte wurde in Bayern mit „sehr mangelhaft“ die Anlage Fuchsberg West an der A8.
Betreiber gelobt Besserung
Zuständig für diese Anlagen ist die Autobahn GmbH. Ein Sprecher erklärte auf BR24-Anfrage, dass man mit Hochdruck daran arbeite, die Aufenthaltsqualität auf unbewirtschafteten Rastanlagen zu verbessern. So sei im ersten Quartal 2026 die Erneuerung von 43 Rastanlagen auf den Weg gebracht worden. Parallel dazu erprobe die Autobahn GmbH derzeit in Sachsen-Anhalt, Thüringen und Hessen ein neues Reinigungskonzept.
Zentraler Bestandteil sei ein erhöhter täglicher Reinigungsturnus. So werden dort – laut Autobahn GmbH – die WC-Gebäude auf unbewirtschafteten Rastanlagen künftig täglich zwei- bis fünfmal gereinigt, statt wie bisher ein- bis zweimal. Das Reinigungskonzept soll dann schrittweise auch andernorts umgesetzt werden, mit der Neuausschreibung auslaufender Reinigungsverträge, wie es heißt. Neben der regelmäßigen Reinigung hänge die Sauberkeit der Rastanlagen natürlich auch vom Verhalten der Nutzerinnen und Nutzer ab, fügt der Sprecher hinzu.

