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WirtschaftsRundschau > Nachrichten > Kultur > Nach Buhrufen in Bayreuth: Claudia Roth verteidigt sich
Kultur

Nach Buhrufen in Bayreuth: Claudia Roth verteidigt sich

Uta Schröder
Zuletzt aktualisert 27. Juli 2024 09:49
Von Uta Schröder
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3 min. Lesezeit
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Bei der Premiere der Bayreuther Festspiele wurde Kulturstaatsministerin Claudia Roth (Grüne) beim Gang über den Roten Teppich von Zaungästen ausgebuht. Ihre Überlegungen zur Zukunft des Wagner-Festivals bereut sie allerdings nicht.

Inhaltsübersicht
Roth nach Buhrufen: „Frage muss erlaubt sein“„Hänsel und Gretel“ am Grünen Hügel? Unverständnis für VorschlagSöder nennt Roths Vorstoß „Quatsch“

Roth nach Buhrufen: „Frage muss erlaubt sein“

Im Interview mit dem BR sagte Roth nach dem ersten Akt von „Tristan und Isolde“: „Die Frage, was mit so einem Haus passiert, das zehn Monate leer steht, muss erlaubt sein. Es muss darum gehen, wie wir es schaffen, das Festival attraktiv zu machen für junge Leute in ganz Europa.“ Die Richard-Wagner-Festspiele seien eines der wichtigsten Festivals auf der Welt, so Roth. Das wolle sie mit der Kulturreform stärken. Bund und Land würden Geld für die Generalsanierung des Festspielhauses zur Verfügung stellen, betonte die Ministerin.

In die Wahl der Opern habe sich die Politik allerdings nicht einzumischen. „Ich glaube, ein Denkanstoß ist nicht schlecht“, so Roth, die sich vom ersten Akt der Neuinszenierung von „Tristan und Isolde“ begeistert zeigte. „Das haut einen um“, meinte Claudia Roth und ergänzte: „Die Sänger sind Weltklasse.“ Sie wünsche sich, dass junge Leute, die noch nie Wagner gehört haben, sich das einmal anhören würden.

„Hänsel und Gretel“ am Grünen Hügel? Unverständnis für Vorschlag

Die Grünen-Politikerin hatte vor wenigen Tagen für Aufsehen gesorgt, als sie vorgeschlagen hatte, das Bayreuther Festspielhaus auch für Nicht-Wagner-Opern zu öffnen. Als Beispiel nannte Roth „Hänsel und Gretel“.

Der Vorschlag sorgte nicht nur in Bayreuth für Unverständnis. So bezog sich etwa die „Times“ in London in einer Schlagzeile auf Opernfans, die die Idee der Politikerin als „moronic“ („schwachsinnig“) bezeichnen. Bayerns Kunstminister Markus Blume (CSU) erteilte dem Gedankenspiel eine klare Absage. Der Freistaat würde der dafür nötigen Satzungsänderung im Stiftungsrat der Festspiele nicht zustimmen, so der Christsoziale. „Wagner ist der Stoff, von dem Bayreuth lebt“, so Blume weiter.

Söder nennt Roths Vorstoß „Quatsch“

In die Diskussion hat sich inzwischen auch Bayerns Ministerpräsident Markus Söder eingeschaltet. Der CSU-Chef machte aber deutlich, dass auch er wenig vom Vorschlag der Kulturstaatsministerin hält: „Das ist Quatsch“. Wagner müsse Wagner bleiben, so der Ministerpräsident.

 

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Von Uta Schröder
Uta Schröder ist eine versierte Kulturjournalistin und leitet das Ressort Kultur der WirtschaftsRundschau. Mit ihrem umfassenden Wissen und ihrer Leidenschaft für Kunst und Kultur bietet sie tiefgehende Analysen und spannende Einblicke in die kulturelle Landschaft.
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