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WirtschaftsRundschau > Nachrichten > Kultur > Politologen sehen Putins Siegesparade von Ängsten überschattet
Kultur

Politologen sehen Putins Siegesparade von Ängsten überschattet

Uta Schröder
Zuletzt aktualisert 5. Mai 2026 16:47
Von Uta Schröder
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3 min. Lesezeit
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„Die Ankündigung ‚vorübergehender Einschränkungen‘ des mobilen Internets und des SMS-Versands in Moskau ‚während der Vorbereitung und Durchführung von Festveranstaltungen‘ vom 5. bis 9. Mai klingt wie eine sanfte Empfehlung, die Stadt für diesen Zeitraum zu verlassen“, so der St. Petersburger Politologe Michail Winogradow [externer Link] ironisch zu „Sicherheitsmaßnahmen“ der russischen Behörden im Vorfeld der alljährlichen Siegesparade auf dem Roten Platz am 9. Mai zur Erinnerung an den Zweiten Weltkrieg.

Inhaltsübersicht
„Zukunftsängste nehmen zu“„Wie konnte das passieren?“

Auch der kremlkritische Politikwissenschaftler Andrei Nikulin geht von massiven Einschränkungen aus [externer Link]: „Ich rate allen Hauptstadtbewohnern, sich für die kommenden Feiertage mit Filmen, Serien, Büchern und Musik einzudecken – das Internet wird voraussichtlich stark beeinträchtigt sein.“

„Zukunftsängste nehmen zu“

Politologe Dmitri Michailitschenko sprach von einer „künstlichen Eskalation“ [externer Link], die zu erwarten sei. Zwar wolle die Ukraine wohl keinen „Großangriff“ auf Moskau während der Siegesparade, jedoch psychologischen Druck ausüben, um einen längeren Waffenstillstand durchzusetzen: „Die Lage zeigt, dass der Bedarf an einer Einigung (von verschiedenen Seiten) gestiegen ist, aber ich glaube nicht, dass der aktuelle Verlauf des militärischen Konflikts die Situation ändern wird (meine Prognose).“

Russland könne nur noch auf ein „Wunder hoffen“, so Wirtschaftskolumnist Dmitri Drise [externer Link], der nicht mit einer Feuerpause über den 9. Mai rechnet: „Auch die innenpolitische Lage in Russland ist uneindeutig. Man kann kaum behaupten, dass die Gesellschaft in völligem Frieden lebt oder die derzeitigen Entwicklungen gut heißt. Die Zukunftsängste nehmen erneut zu. In diesem Zusammenhang wäre es logisch, den Verhandlungsprozess neu zu gestalten und neue Ideen einzubringen. Es scheint jedoch, als würde nichts dergleichen geschehen.“

„Wie konnte das passieren?“

Politologe Andrei Kalitin verwies auf westliche Medienberichte, wonach der Kreml die Sicherheitsmaßnahmen zum Schutz von Putin „erheblich verschärft“ habe [externer Link]. So war beim US-Nachrichtensender CNN zu lesen, Putins Aufenthaltsorte würden eingeschränkt, sein Personal dürfe keine öffentlichen Verkehrsmittel mehr benutzen.

Dazu Kalitin [externer Link]: „Am Vorabend des 9. Mai, wenn in Moskau noch niemand ein Gefühl des Sieges verspürt und das Format der Parade vollständig von Kiews Position [zu einem Kurz-Waffenstillstand] abhängt, ist die Veröffentlichung geheimer Informationen ein schwerer Schlag für den Kreml, der inmitten der Krise Zuversicht und Stabilität heuchelt. Die Folge dieses psychologischen Angriffs sind Angst, Panik und Gerüchte.“

 

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Von Uta Schröder
Uta Schröder ist eine versierte Kulturjournalistin und leitet das Ressort Kultur der WirtschaftsRundschau. Mit ihrem umfassenden Wissen und ihrer Leidenschaft für Kunst und Kultur bietet sie tiefgehende Analysen und spannende Einblicke in die kulturelle Landschaft.
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