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WirtschaftsRundschau > Nachrichten > Kultur > Warum die Gen Z Herbert Grönemeyer hypt
Kultur

Warum die Gen Z Herbert Grönemeyer hypt

Uta Schröder
Zuletzt aktualisert 14. April 2026 12:47
Von Uta Schröder
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3 min. Lesezeit
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Es wäre ein musikalisches Duo, mit dem niemand gerechnet hat: die junge Berliner Rapperin Ikkimel mit ihren provokanten, feministischen Texten, die ihren Stil selbst als „Fotzen-Style“ bezeichnet – und der gerade erst 70 gewordene Deutsch-Pop-Titan Herbert Grönemeyer. Noch ist keine musikalische Zusammenarbeit geplant, aber wer weiß, was noch kommt.

Inhaltsübersicht
Ikkimel: „Praise this King“„Männer“ (1984) als Ausdruck selbstkritischer Männlichkeit?Grönemeyer: „Ikkimel eine unglaubliche Künstlerin“

Ikkimel: „Praise this King“

Die 28-jährige Musikerin Ikkimel, die mit bürgerlichem Namen Melina Gaby Strauß heißt, sang kürzlich auf Instagram ein Loblied auf „Herbert fucking Grönemeyer“ und forderte: „Praise this King“. Sie bescheinigt dem seit Jahrzehnten erfolgreichen Musiker Rückgrat – in mehrerlei Hinsicht: „Wisst ihr, welcher Mann NICHT in den Epstein-Files aufgetaucht ist, in den letzten Jahrzehnten keine Verschwörungstheorien bezüglich Menschenfleisch geäußert hat, sich nie Frauen-, gay- oder transfeindlich geäußert hat, sich nie ein Stück nach rechts bewegt hat?“ Der Post endet mit: „Love you, Herbert“.

Ikkimel hat mit knapp 400.000 Followerinnen und Followern eine hohe Reichweite in den sozialen Medien. Und die ziehen nun nach: Unzählige junge Menschen interessieren sich plötzlich für den alternden Pop-Sänger, feiern ihn. Grönemeyer sei das perfekte Beispiel dafür, „dass man alt, weiß und männlich sein kann, ohne ein alter weißer Mann zu sein“, kommentiert tobias_._jahn auf Instagram. Viele erkennen einiges, was Grönemeyer und Ikkimel verbindet: „Schon allein wenn man sieht, wer alles aggressiv auf Ikkimel und H.G. reagiert, weiß man, dass sie einiges richtig machen“, schreibt kaymon1711.

„Männer“ (1984) als Ausdruck selbstkritischer Männlichkeit?

Die Generation Z hat offenbar auch Grönemeyers berühmten Song „Männer“ von 1984 neu entdeckt – und feiert ihn. Den hält allerdings nicht jeder für fortschrittlich. „Hier wird ein 40 Jahre alter Pop-Song voller Klischees nachträglich heiliggesprochen?“, kritisiert politisch.heimatlos auf Instagram. Eine andere Userin, klit.happens, schreibt: „Es ist erschreckend, dass eine reflektierte und respektvolle Aussage zu Ikkimel und generell Haltung zu sich selbst und der Dynamik zwischen Mann und Frau etwas Besonderes ist. Ist es nicht eigentlich das bare Minimum?“ Daran schließen sich einige an: Ikkimel führe eigentlich nur Attribute an, die man dringend als Minimum erwarten solle: „Dass der Anschein erweckt wird, dass er dadurch quasi perfekt ist, finde ich irgendwie zu kurz gedacht“, schreibt soerensrck.

Grönemeyer: „Ikkimel eine unglaubliche Künstlerin“

Inzwischen hat sich Grönemeyer ebenfalls zu Wort gemeldet – und zollt nun umgekehrt der jungen Rapperin seinen höchsten Respekt: Er freue sich sehr über dieses „Riesenkompliment“, sagte er in einem Statement gegenüber dem ARD-Format „Deutschrap Ideal“. „Diese Dreistigkeit, diese Frechheit – ich finde, sie ist eine unglaubliche Künstlerin, weil sie so eine unglaubliche Radikalität hat und das gleichzeitig auch mit einer großen militanten Klugheit verknüpft.“

In unzähligen Kommentaren äußern zahlreiche Userinnen und User den Wunsch nach einer musikalischen Kollaboration: „Die Welt braucht dringend ein Feature!“

 

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Von Uta Schröder
Uta Schröder ist eine versierte Kulturjournalistin und leitet das Ressort Kultur der WirtschaftsRundschau. Mit ihrem umfassenden Wissen und ihrer Leidenschaft für Kunst und Kultur bietet sie tiefgehende Analysen und spannende Einblicke in die kulturelle Landschaft.
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