Dass der fränkische TV-Hersteller Metz Zirndorf im Landkreis Fürth verlässt, hat einen einfachen Grund: Ende des Jahres läuft der Mietvertrag aus. Eine Verlängerung stand nicht zur Debatte, genauso wenig wie eine Verlagerung der Produktion ins Ausland. Ab Donnerstag fertigt Metz seine TV-Geräte am neuen Standort Nürnberg.
Metz auch weiterhin „made in Germany“
Den Umzug für eine Verlagerung ins Ausland zu nutzen, kam für Metz nicht in Frage. Zum einen, weil der Fernsehhersteller seine Beschäftigten in Produktion und Entwicklung halten wollte – aber auch, weil das Prädikat „made in Germany“ wichtig für das Unternehmen ist. Bei der Suche nach einem neuen Standort ist Metz fast in direkter Nachbarschaft fündig geworden, nämlich im Nürnberger Westen. Dort läuft am Donnerstag nach dem Umzug der Produktionslinie die Fertigung der TV-Geräte wieder an. Gefeiert wird das mit einem kleinen Festakt.
Spezialfirma transportierte Produktionslinien
Der Umzug ist für Metz ein Kraftakt. Nach einer langen Vorbereitungsphase waren im Juli die ersten Umzugslaster angerückt. Eine Spezialfirma aus den Niederlanden hatte die beiden TV-Produktionslinien in Zirndorf ab- und später in Nürnberg wieder aufgebaut. Wie bisher sollen hier täglich um die 280 Fernsehgeräte vom Band laufen. Zum Festakt kommt eine Delegation des chinesischen Metz-Eigentümers Skyworth nach Nürnberg.
Der Umzug ist damit aber noch lange nicht abgeschlossen. Das Gebäude in der Nürnberger Sigmundstraße, das Metz sich als neuen Firmensitz ausgesucht hat, wird derzeit kernsaniert. Erst zum Jahresende, wenn der Mietvertrag in Zirndorf ausläuft, soll der Umzug abgeschlossen sein.
„Allmächd, an Metz mächert ich aa“
Mit dem Umzug nach Nürnberg kehrt Metz tatsächlich zu seinen Wurzeln zurück. Hier wurde das Unternehmen 1938 gegründet. Die Fernseher-Produktion begann aber erst nach Ende des Zweiten Weltkriegs im Jahr 1952. Der Radio-Werbeslogan „Allmächd, Rainer, an Metz mächert ich aa“ ist vielen bis heute ein Begriff.
Umzug als klares Bekenntnis zur Region
Dass Metz den auslaufenden Mietvertrag des 15.000 Quadratmeter großen Firmenareals in Zirndorf nicht als Gelegenheit wahrnimmt, ins Ausland zu gehen, hat vor allem zwei Gründe: die Mitarbeiter und das Marketing. „Für uns war ganz klar: Wir wollen in der Nähe bleiben (…) weil wir alle Mitarbeiter mitnehmen wollen“, sagt Metz-Chef Norbert Kotzbauer mit Blick auf die rund 150 Beschäftigten. Außerdem will der TV-Hersteller „die Philosophie ‚made in Germany‘ beibehalten“, so Kotzbauer weiter. Während Metz seine höherpreisige Modellinie „Metz Classic“ weiter in der Region fertigt, werden die günstigeren Fernsehgeräte der Linie „Metz blue“ in einem Werk des Metz-Eigentümers Skyworth in Polen montiert.
Der Mietvertrag am neuen Standort in Nürnberg hat eine Laufzeit von 15 Jahren.

