In normalen Zeiten gehört Jebel Ali im Südwesten Dubais zu den zehn größten Frachthäfen der Welt. Vor dem Krieg wurden dort nach Angaben des World Shipping Council [externer Link] pro Jahr etwa 16 Millionen Container umgeschlagen. Das sind etwa doppelt so viele wie im größten deutschen Hafen Hamburg.
Die riesige Anlage ist ein zentraler Baustein in der Strategie Dubais, sich aus der Abhängigkeit von Öl und Gas zu befreien, genauso wie der Großflughafen und die staatliche Fluggesellschaft Emirates. Doch seit Wochen stehen Kräne und Docks in Jebel Ali nahezu still. Hunderttausende Container sind auf unbestimmte Zeit gestrandet. Viele davon waren auch für Kunden in Deutschland bestimmt. In ihnen lagern nun Kleidung, Medikamente, Chemieprodukte oder Elektrogeräte aus ganz Asien. Jebel Ali ist nämlich eine sogenannte Drehscheibe, ein logistischer Umschlagplatz von gigantischen Ausmaßen.
Wie funktioniert die Container-Logistik?
Die Logistikketten im globalen Schiffsverkehr sind ein fein austariertes Geflecht aus eng verwobenen Fahr- und Ladeplänen. Ein Beispiel: Ein Schiff aus dem chinesischen Hafen Ningbo hat Container geladen, die für Kundschaft in verschiedenen afrikanischen und europäischen Ländern bestimmt sind. Auf diesem langen Weg ist Dubai, genauer: Jebel Ali, Zwischenstation.
Denn dort wird die Ladung zunächst gelöscht, das chinesische Schiff wird also ausgeladen. Die Container werden dann computergesteuert neu sortiert und verladen auf Schiffe, die die jeweilige Fracht dann passgenau zum Beispiel nach Johannesburg, Rotterdam oder Hamburg bringen.
Transporte werden teuer und brauchen mehr Zeit
Dieser Logistikknoten ist nun aber wegen des Krieges und der Sperre der Seestraße von Hormus abgekoppelt vom globalen Frachtverkehr. Das heißt, es sind nicht nur Container gestrandet. Zusätzliche, frische Fracht aus Asien für Europa und umgekehrt muss völlig neu organisiert werden.

