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WirtschaftsRundschau > Nachrichten > Wirtschaft > Iran-Krieg: Industrie in Sorge um Schmierstoffe
Wirtschaft

Iran-Krieg: Industrie in Sorge um Schmierstoffe

Christin Freitag
Zuletzt aktualisert 4. August 2026 12:49
Von Christin Freitag
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3 min. Lesezeit
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Am Wochenende hat US-Präsident Donald Trump angekündigt, weitere Angriffe auf den Iran vorerst auszusetzen. Angeblich gibt es Fortschritte bei den Versuchen, eine diplomatische Einigung zu erlangen. Wie nachhaltig das ist, muss mit Blick auf die vergangenen Wochen abgewartet werden.

Inhaltsübersicht
Schaeffler: Schmierstoffe spielen „große Rolle“Bundesverband: Lage bei zwei Grundölen angespanntLieferketten-Situation ist komplex

Und so bleibt der Bezug von Erdöl-basierten Produkten aus der Region vorerst schwierig. Die Industrie macht sich mittlerweile Sorgen um die Lieferbarkeit einer Produktgruppe, die zwar für die Industrie elementar wichtig ist, aber kaum im Fokus steht: Schmierstoffe.

Schaeffler: Schmierstoffe spielen „große Rolle“

Egal ob in Motoren, Industrie-Wälzlagern oder in der Wertschöpfungskette noch viel früher – bei der Metallbearbeitung: Ohne Schmierstoffe geht in den meisten Industriebetrieben nicht viel. Vom Herzogenauracher Industrie- und Autozulieferer Schaeffler heißt es auf BR-Anfrage: Schmierstoffe spielten in den Werken des Konzerns weltweit „eine große Rolle“.

Derzeit sei die Versorgung noch gesichert. Das Unternehmen habe aber eine „Taskforce eingerichtet“ und beobachte die Versorgungssituation „sehr genau“, heißt es in einem Statement. Auch viele Mittelständler wie der Nürnberger Metallbearbeiter BMK Baumann haben die Versorgungssituation mit Schmierstoffen im Blick. Noch seien die Lager zwar ausreichend gefüllt, sagt der technische Leiter Matthias Baumann. Wenn keine Schmierstoffe mehr geliefert werden könnten, wäre das aber ein massives Problem. „Dann ist Schluss“, sagt Baumann.

Bundesverband: Lage bei zwei Grundölen angespannt

Auch die Unternehmen, die die Industriebetriebe mit Schmierstoffen beliefern, beobachten die aktuelle Situation genau. Vom Neumarkter Schmierstoffspezialist Rödl heißt es auf BR-Anfrage: Einige Schmierstoffe, etwa Hydrauliköl, hätten sich mittlerweile im Preis verdreifacht. Die Lage sei volatil. Es gebe erste Unterbrechungen von Lieferketten, so der 2. Geschäftsführer Thomas Reiner. Die Auswirkungen könnten momentan aber noch kompensiert werden.

Vom Bundesverband EnergieMittelstand heißt es: Angespannt sei die Versorgungslage in Deutschland vor allem bei zwei bestimmten Grundölen, die zur Herstellung von Schmierstoffen gebraucht werden. Diese seien „wesentlich für die Produktion moderner Hochleistungsschmierstoffe“. Die Folge sei ein „erheblicher Kostendruck entlang der gesamten Schmierstoff-Wertschöpfungskette“, so der Bundesverband.

Lieferketten-Situation ist komplex

Schwierig ist die Situation für die auf Schmierstoffe angewiesene Industrie auch, weil die Lieferbarkeit der Grundöle von mehreren Faktoren abhängt. Und diese verstärken sich laut dem Bundesverband EnergieMittelstand gegenseitig. Zum einen der Iran-Krieg an sich: Der Schiffshandel über die Straße von Hormus ist weitgehend zum Erliegen gekommen.

Zum anderen seien die Produktionskapazitäten im Nahen Osten durch Kriegsschäden an Raffinerien eingeschränkt. Und: Raffinerien produzieren aktuell oftmals lieber Dieselkraftstoffe statt Grundöle für Schmierstoffe. Weil das wirtschaftlicher sei, so der Bundesverband EnergieMittelstand.

Die üblichen Ausweichmöglichkeiten seien eingeschränkt. Der Bundesverband geht davon aus, dass selbst bei einer politischen oder logistischen Entspannung daher „nicht zwingend mit einer sofortigen Normalisierung zu rechnen“ sei.

 

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Christin Freitag ist eine erfahrene Wirtschaftsjournalistin und Analystin, die sich auf Finanzmärkte, Unternehmensstrategien und Wirtschaftspolitik spezialisiert hat. Mit über 10 Jahren Erfahrung liefert sie fundierte Analysen und tiefgehende Einblicke für die Leser der WirtschaftsRundschau.
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