Strom nutzen und dafür Geld bekommen? Das klingt zunächst widersprüchlich. Anfang Mai aber war genau das zumindest zeitweise möglich. Weil viel Strom aus Sonne und Wind auf eine geringe Nachfrage traf, rutschten die Preise an der Strombörse ins Minus. Für die meisten Haushalte blieb das allerdings Theorie. Sie haben feste Stromtarife. Ihr Preis ändert sich also nicht stündlich mit dem Börsenpreis. Außerdem besteht der Strompreis nicht nur aus dem reinen Einkaufspreis. Hinzu kommen Netzentgelte, Steuern, Abgaben, Umlagen, Vertriebskosten und meist ein Grundpreis.
Neue Regeln für dynamische Stromtarife
Wer jedoch einen passenden, dynamischen Tarif hatte und Strom abnahm, konnte und kann an sehr sonnenreichen Tagen rechnerisch davon profitieren. Und genau diese Tarife will die Bundesregierung weiter stärken. Nachdem Stromanbieter bereits seit 2025 dynamische Tarife in ihr Angebot aufnehmen mussten, haben Union und SPD in ihrem Koalitionsvertrag vereinbart, den Einbau intelligenter Stromzähler – sogenannter Smart Meter – zu beschleunigen. Zudem wurden Ende vergangenen Jahres im Bundestag neue Regeln beschlossen: Verbraucher sollen besser über Chancen und Risiken informiert werden.
Wie dynamische Stromtarife funktionieren
Bei solchen dynamischen Stromverträgen richtet sich der Arbeitspreis nach dem Börsenpreis. Ist Strom an der Börse billig, sinkt auch der Preis für den Kunden. Ist er teuer, steigt er. Damit solche Tarife funktionieren, muss aber genau erfasst werden, wann ein Haushalt wie viel Strom verbraucht. Ein alter Ferraris-Zähler oder ein einfacher digitaler Zähler reichen dafür in der Regel nicht aus. Nötig ist ein intelligentes Messsystem, umgangssprachlich meist Smart Meter genannt.

