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WirtschaftsRundschau > Nachrichten > Kultur > Das Geschäft mit dem Wiederverkauf von Konzertkarten
Kultur

Das Geschäft mit dem Wiederverkauf von Konzertkarten

Uta Schröder
Zuletzt aktualisert 8. Mai 2026 12:48
Von Uta Schröder
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4 min. Lesezeit
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Fans von Harry Styles finden sich gerade in einer ungewohnten Situation wieder. Für seine Tour, die kommende Woche startet, sind noch viele Tickets zu haben. Alleine für das erste Konzert in Amsterdam versuchen gerade Hunderte, ihre Karten im offiziellen Resale-Shop des Ticketverkäufers Ticketmaster weiterzuverkaufen. Und das ist dann doch ungewöhnlich.

Inhaltsübersicht
Überteuerte Konzerttickets bei inoffiziellen TicketbörsenHöchst intransparenter Zweitmarkt70 Prozent SchwarzmarkthändlerPersonalisierte Tickets bieten Schutz vor Betrug

Überteuerte Konzerttickets bei inoffiziellen Ticketbörsen

Denn normalerweise ist der offizielle Zweitmarkt bei Konzerten dieser Größenordnung leergefegt. Dort, auf den offiziellen Wiederverkaufsportalen etwa von Eventim oder Ticketmaster, kann man zwar sicher und ohne große Gebühren oder Preisaufschläge Tickets kaufen und verkaufen – wer in letzter Zeit aber Karten etwa für Taylor Swift, Coldplay oder Oasis ergattern wollte und beim Erstverkauf leer ausging, dem blieb dann oft nur der Weg über die inoffiziellen Ticketbörsen wie zum Beispiel Viagogo oder Ticketbande.

Hier fand man zwar häufig noch Tickets, aber meist zu völlig überteuerten Preisen. Deswegen rät Johannes Everke von der Nutzung solcher Portale ab, „weil dort die Ticketverkäufe so intransparent sind, weil dort auch Betrug und Schwarzmarkt Tür und Tor geöffnet werden“.

Höchst intransparenter Zweitmarkt

Everke ist Geschäftsführer vom Bundesverband der Konzert- und Veranstaltungsbranche (BDKV). Was ursprünglich als flexible Möglichkeit zur privaten Ticket-Weitergabe gedacht war, habe sich abseits der autorisierten Ticket-Plattformen der offiziellen Ticketanbieter zu einem höchst intransparenten Zweitmarkt entwickelt. Rund ein Drittel der Fans berichtet nach Angaben des BDKV, bereits Erfahrungen mit Ticketbetrug gemacht zu haben. „Zum Teil ist unklar, ob man da ein Ticket kauft oder nur einen Ticketsuchauftrag. Zum Teil werden die Tickets verkauft, bevor der offizielle Ticketverkauf überhaupt angefangen hat. Und es werden Tickets verkauft, die gar nicht verkauft werden dürfen, weil sie personalisiert sind.“

70 Prozent Schwarzmarkthändler

Dem Verband der Konzertbranche zufolge wird der weltweite Ticket-Wiederverkaufsmarkt für Konzerte auf rund 13 Milliarden Euro jährlich geschätzt. Auf den inoffiziellen Plattformen seien Preisaufschläge von 250 Prozent und mehr dokumentiert. Der Ticketzweitmarkt sei ein lukratives Geschäft, sagt Johannes Everke. „70 Prozent sind Schwarzmarkthändler, die eben nicht aus privaten Gründen Tickets weitergeben wollen, sondern weil sie damit eben ein Geschäft machen.“ Und die kommerziellen Wiederverkäufer sind heute technisch hochgerüstet. Beim Ankauf und Verkauf von Tickets kämen mittlerweile Bots zum Einsatz, sagt Everke. Und das führe eben dazu, „dass die großen Ticketplattformen technisch ständig nachrüsten müssen“.

Personalisierte Tickets bieten Schutz vor Betrug

Was dann wiederum zu Unannehmlichkeiten für den normalen Nutzer führt. Etwa weil personalisierte Tickets nicht mehr so leicht weitergegeben oder verschenkt werden können, weil das Umwidmen auf eine andere Person mit einem gewissen Aufwand verbunden ist. Auch ist manchmal unklar, ob und wie lange der Wiederverkauf möglich ist. „Manchmal sind die Fans vielleicht frustriert über die Bedingungen, aber die Bedingungen haben dann oftmals einen guten Grund“, sagt Everke. Nämlich, dass die Fans bestmöglich vor Betrug geschützt sind.

Den bieten etwa personalisierte Karten. Und wenn zu Beginn des Vorverkaufs nicht ganz klar sei, ob ein Wiederverkauf überhaupt möglich ist, seien Karten für kommerzielle Verkäufer womöglich uninteressanter, weil sie die Karten schlechter weiterverkaufen könnten, sagt Johannes Everke vom Bundesverband der Konzert- und Veranstaltungsbranche. Aber grundsätzlich solle jeder die Möglichkeiten haben, seine Karten so einfach und so sicher wie möglich weiterzugeben. Denn: „Für 80 Prozent der Fans ist es kaufentscheidend, dass sie die Tickets weitergeben können. Pläne können sich ändern, und die Leute sollen die Sicherheit haben, dass sie dann nicht auf irgendetwas sitzenbleiben.“

Auf ihren Karten sitzenbleiben werden wohl einige Besitzer von Harry-Styles-Tickets, obwohl es einen offiziellen Zweitmarkt über die Wiederverkaufsplattform gibt. Kurzentschlossene dürfte das wiederum freuen, denn sie können nun bei der Platzwahl aus den Vollen schöpfen und vielleicht sogar auf ein Schnäppchen hoffen.

 

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Von Uta Schröder
Uta Schröder ist eine versierte Kulturjournalistin und leitet das Ressort Kultur der WirtschaftsRundschau. Mit ihrem umfassenden Wissen und ihrer Leidenschaft für Kunst und Kultur bietet sie tiefgehende Analysen und spannende Einblicke in die kulturelle Landschaft.
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