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WirtschaftsRundschau > Nachrichten > Wirtschaft > Schaeffler will weitere 1.300 Stellen abbauen
Wirtschaft

Schaeffler will weitere 1.300 Stellen abbauen

Christin Freitag
Zuletzt aktualisert 5. August 2026 16:48
Von Christin Freitag
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3 min. Lesezeit
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Am liebsten spricht Schaeffler gerade über Zukunftsmärkte: den Einstieg in die Rüstungsindustrie, Zulieferungen für die Raumfahrt-Branche oder humanoide Roboter. Im Hier und Jetzt spielt das bei den Herzogenaurachern noch keine zu große Rolle. Das Marktumfeld sei „weiterhin herausfordernd“, heißt es. Und darauf reagiert Schaeffler: Der Konzern streicht mittel- bis langfristig weitere 1.300 Arbeitsplätze in Deutschland. Umsetzen will Schaeffler das über Altersteilzeit-Angebote.

Inhaltsübersicht
Altersteilzeit-Angebote für alle bis zum Geburtsjahr 1971Zukunftsbranchen im Blick – aber Umsatz stagniertVorgezogene Stellenstreichung – wegen der Rentenreform?

Altersteilzeit-Angebote für alle bis zum Geburtsjahr 1971

Konkret richtet sich das Angebot an alle Schaeffler-Beschäftigten an deutschen Standorten, die vor oder bis inklusive 1971 geboren sind. Die Altersteilzeit-Modelle variieren laut Schaeffler je nach Standort und Beschäftigungsmöglichkeit – und sind für Laufzeiten zwischen zwei und acht Jahren ausgelegt. Konkret heißt das: Wer sich für diese unter dem Namen „Blockmodell“ bekannte Lösung entscheidet, arbeitet zunächst mit reduziertem Gehalt weiter, bekommt aber später trotz Freistellung weiter Geld.

Laut Schaeffler ist das Angebot mit dem Konzernbetriebsrat abgestimmt. Es bedarf die beidseitigen Zustimmungen des Beschäftigten sowie der jeweiligen Führungskraft. Ein ähnliches Programm sei Ende 2024 laut Schaeffler von den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern gut angenommen worden.

Zukunftsbranchen im Blick – aber Umsatz stagniert

Der Grund für die Maßnahme: Langfristig wolle man die Kostenstrukturen an deutschen Standorten senken und die Wettbewerbsfähigkeit steigern, so der Konzern. Die Notwendigkeit lässt sich nicht von der Hand weisen. Erst am vergangenen Freitag hatten die Herzogenauracher ihre Mittelfristziele eindampfen müssen. Der Aktienkurs war daraufhin zweistellig eingebrochen.

Ein Blick auf die heute vorgelegte Halbjahresbilanz zeigt: Beim Umsatz tritt der Industrie- und Autozulieferer auf der Stelle. Währungseffekte lassen Schaeffler hier im Vergleich zum Vorjahreszeitraum sogar ins Minus rutschen. Um das Wort „Transformation“ kommt man beim Blick auf die Zahlen kaum herum. Das klassische Autozuliefer-Geschäft kriselt. Schaeffler fährt in dem Segment zwar weiter die größten Umsätze ein – und auch Gewinne. Doch beides ist rückläufig. Die E-Mobilitätssparte dagegen wächst. Unter dem Strich stehen aber weiter Verluste. Auch, wenn diese kleiner werden.

Vorgezogene Stellenstreichung – wegen der Rentenreform?

Mit Altersteilzeit-Lösungen, wie Schaeffler sie nun einem Teil der Beschäftigten anbietet, könnte bald Schluss sein. Grund ist die von der Bundesregierung geplante Rentenreform. Im Juni hatte eine Expertenkommission konkrete Reform-Vorschläge gemacht und die Bundesregierung kurz darauf angekündigt, diese in Gänze umzusetzen. Demnach soll unter anderem das Mindestalter für Altersteilzeit von aktuell 55 Jahren auf 58 Jahre angehoben werden. Außerdem ist eine Abschaffung des „Blockmodells“ vorgesehen. Ziel ist es, Beschäftigte länger im Erwerbsleben zu halten.

Hat Schaeffler wegen der geplanten Änderungen der Rentenreform womöglich einen Stellenabbau vorgezogen? Von dem Herzogenauracher Unternehmen heißt es dazu nur vielsagend: Die aktuellen Regelungen seien sowohl für Arbeitnehmer als auch für Arbeitgeber „attraktiv“.

 

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Christin Freitag ist eine erfahrene Wirtschaftsjournalistin und Analystin, die sich auf Finanzmärkte, Unternehmensstrategien und Wirtschaftspolitik spezialisiert hat. Mit über 10 Jahren Erfahrung liefert sie fundierte Analysen und tiefgehende Einblicke für die Leser der WirtschaftsRundschau.
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