Keine komplette Panik, aber große Zukunftssorgen – so beschreibt Kathrin Birner die Stimmung bei vielen der Zivilbeschäftigten der US-Armee in der nördlichen Oberpfalz. Die Verdi-Gewerkschaftssekretärin sagte dem BR, die Nervosität sei erheblich. Allerdings sei es momentan noch sehr schwer, die konkreten Folgen eines größeren Truppenabzugs für die lokalen Beschäftigten einzuschätzen.
So gebe es bis jetzt keine offizielle Anordnung und erst recht keinen belastbaren Zeitplan für die Verlegung des in Vilseck stationierten 2. US-Kavallerieregiments, der sogenannten Stryker Brigade. Deren Abzug würde etwa 5.000 Soldatinnen und Soldaten umfassen, dazu kämen noch einmal tausende von Familienangehörigen.
US-Armee beschäftigt tausende von deutschen Zivilangestellten
Doch ohne offizielle Information könne man nur spekulieren, was die Truppenreduzierung für die deutschen Zivilbeschäftigten bedeuten würde. Denn es blieben ja weiterhin auch tausende von Soldaten in der Region stationiert.
Insgesamt sind in der nördlichen Oberpfalz rund 2.500 Einheimische direkt beim US-Militär angestellt. Laut Birner sind sie für einen Großteil der administrativen Aufgaben und der Infrastruktur zuständig. Das reiche von der Wartung und Betreuung von Schießbahnen und schwerem Gerät bis hin zu administrativen Tätigkeiten. Dazu komme eine Infrastruktur wie in einer Kleinstadt, mit Einrichtungen wie Bauhof, Kläranlagen und Zahnklinik.
Erhalt von Arbeitsplätzen am US-Standort gefordert
Auch wenn es bisher noch keinen offiziellen Umzugsbefehl für die US-Brigade in Vilseck gibt – in Militärkreisen gilt es als sicher, dass die Einheit aus der nördlichen Oberpfalz abgezogen wird. Fachleute spekulieren allenfalls noch über den zukünftigen Standort, etwa in Polen oder in den USA.
Gewerkschaftssekretärin Birner sagte dem BR, nun gehe es darum, Sicherheit für die deutschen Zivilangestellten in der Region Grafenwöhr-Vilseck zu schaffen. Dafür werde man sich gemeinsam mit der lokalen Politik einsetzen, aber auch auf Landes- und Bundesebene. Sie hofft auf offene Ohren und großes Engagement. So sei die Regierung auch im vergangenen Jahr eingesprungen, als die lokalen Beschäftigten im Oktober zunächst kein Gehalt erhielten. Wegen des sogenannten Shutdowns in den USA durfte das US-Militär damals keine Löhne auszahlen. Damals streckte die Bundesregierung die Gehälter der deutschen Zivilangestellten zunächst vor.

