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WirtschaftsRundschau > Nachrichten > Wissen > Pollenallergie: Warum der Klimawandel Heuschnupfen verschärft
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Pollenallergie: Warum der Klimawandel Heuschnupfen verschärft

Michael Farber
Zuletzt aktualisert 23. März 2026 09:50
Von Michael Farber
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4 min. Lesezeit
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Sobald die Temperaturen steigen, beginnt für viele Allergiker die Zeit der Beschwerden. In Deutschland reagieren Millionen Menschen auf Pollen. Der sogenannte Heuschnupfen verursacht Niesen, juckende Augen, eine verstopfte Nase und Müdigkeit. In schweren Fällen kann es auch zu Atemproblemen oder Asthma kommen.

Inhaltsübersicht
Heuschnupfen – Fehlalarm im ImmunsystemWann ist die Saison für Heuschnupfen?Frühblüher legen schon ab Januar losMehr Pollen und stärkere ReaktionenWie beeinflusst der Klimawandel eine Pollenallergie?Folgen für Allergiker und das Immunsystem

Heuschnupfen – Fehlalarm im Immunsystem

Heuschnupfen ist eine Überreaktion des Immunsystems. Pollen, eigentlich harmlose Bestandteile von Blütenpflanzen, werden vom Körper als gefährliche Eindringlinge behandelt. Daraufhin produziert das Immunsystem Antikörper wie Immunglobulin E, die bei erneutem Kontakt Histamin freisetzen.

Genau diese Reaktion löst die typischen Symptome aus und macht die Schleimhäute empfindlicher für weitere Pollenbelastung.

Wann ist die Saison für Heuschnupfen?

Klassischerweise tritt Heuschnupfen zur Hauptblühperiode der Pflanzen auf, also im Frühjahr und Sommer. Seit über 20 Jahren lässt sich jedoch beobachten, dass die pollenfreie Zeit im Winter immer kürzer wird.

Mildere Winter und höhere Durchschnittstemperaturen lassen Pflanzen früher austreiben und länger Blüten bilden. Der Pollenflug setzt früher ein und dauert länger.

Frühblüher legen schon ab Januar los

Frühblüher wie Hasel, Erle oder Birke setzen ihre Pollen teilweise schon im Januar frei, während Spätblüher im Herbst für zusätzliche allergische Belastung sorgen können. Auf die Winterzeit als Verschnaufpause für Allergiker ist daher kein Verlass mehr.

Inzwischen ist für manche Allergiker das ganze Jahr Saison: „Allergiker (…) leiden länger und sie leiden mehr, weil mehr Pollen pro Tag fliegen“, erklärt Claudia Traidl-Hoffmann, Direktorin der Umweltmedizin am Uniklinikum Augsburg. Die letzten Pollen des Herbstes verschwinden noch nicht vollständig, da tauchen die ersten der neuen Saison bereits wieder auf.

Mehr Pollen und stärkere Reaktionen

Zudem fördern höhere CO₂‑Konzentrationen und höhere Temperaturen das Pflanzenwachstum und können die Bildung von Blüten und Pollen erhöhen. Studien (externer Link) zeigen, dass unter solchen Bedingungen nicht nur mehr Pollen in der Luft sind, sondern die Pollen auch mehr allergene Proteine enthalten können.

Luftschadstoffe wie bodennahes Ozon und Stickoxide beeinflussen zusätzlich die Pollenstruktur und verstärken ihr Allergiepotenzial.

Wie beeinflusst der Klimawandel eine Pollenallergie?

Prof. Claudia Traidl‑Hoffmann fasst im Gesundheitsgespräch von Bayern 2 die vier zentralen Wege, wie der Klimawandel die Pollenallergie beeinflusst, zusammen:

  • Frühere Blütezeiten: Mildere Winter und höhere Durchschnittstemperaturen lassen Pflanzen früher blühen. Allergiker spüren die ersten Pollen oft schon früher im Jahr. Gleichzeitig zieht sich die Saison insgesamt länger hin, weil die Pflanzen ihre Blütezeit später beenden, was die Belastung für Allergiker deutlich verlängert.
  • Höhere Pollenbelastung: Steigende Temperaturen und mehr Kohlendioxid fördern das Wachstum von Pflanzen und erhöhen die Pollenproduktion. Mehr Pollen in der Luft bedeuten intensivere Symptome.
  • Stärkere Wirkung der Pollen: Die Zusammensetzung der Pollen verändert sich. Sie enthalten heute mehr der Eiweiße, die das Immunsystem reizen, was die Reaktionen für Betroffene verschärft, selbst wenn die Pollenmenge unverändert bleibt.
  • Neue Pollenarten: Durch den Klimawandel breiten sich Pflanzen aus, die früher hier nicht vorkamen, unter anderem das Ambrosia-Kraut. Seine besonders kleinen Pollen gelangen tief in die Atemwege und können starke Symptome auslösen sowie neue Allergien hervorrufen.

Folgen für Allergiker und das Immunsystem

All diese Faktoren führen dazu, dass Allergiker länger und intensiver unter Heuschnupfen leiden können als früher. Menschen ohne vorherige Allergie haben ein höheres Risiko, eine Sensibilisierung zu entwickeln. Überdies deuten Forschungsergebnisse (externer Link) darauf hin, dass hohe Pollenkonzentrationen die antivirale Immunabwehr in den Atemwegen beeinträchtigen können.

Unter solchen Bedingungen wird die Produktion antiviraler Abwehrproteine reduziert, und epidemiologische Studien zeigen, dass in Phasen starken Pollenflugs Infektionen der Atemwege häufiger auftreten.

 

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Von Michael Farber
Michael Farber ist ein erfahrener Journalist, der das Ressort Wissen der WirtschaftsRundschau leitet. Mit seiner Expertise in Wissenschaft und Technologie berichtet er über die neuesten Entwicklungen und Entdeckungen und bietet den Lesern spannende Einblicke in komplexe Themen.
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