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WirtschaftsRundschau > Nachrichten > Netzwelt > Signal-Konten gehackt: Regierung vermutet Moskau hinter Attacken
Netzwelt

Signal-Konten gehackt: Regierung vermutet Moskau hinter Attacken

Benjamin Lehmann
Zuletzt aktualisert 7. Mai 2026 10:48
Von Benjamin Lehmann
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3 min. Lesezeit
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Die Bundesregierung sieht Russland als mutmaßlichen Drahtzieher hinter den Angriffen auf Nutzer des Messengerdienstes Signal aus Politik, Wirtschaft und Medien. Das verlautete am Samstag aus Regierungskreisen. Demnach kann nicht ausgeschlossen werden, dass weitere Nutzer betroffen sind. Die Sicherheitsbehörden hätten die Betroffenen der sogenannten Phishing-Attacke inzwischen informiert, der Datenabfluss von den betroffenen Geräten sei gestoppt worden, hieß es weiter. 

Inhaltsübersicht
Spionage? Auch Julia Klöckner unter den Opfern der Phishing-KampagneAngriffe richten sich auch gegen Beamte, Diplomaten, Militär und Journalisten„Müssen wachsam bleiben“

Spionage? Auch Julia Klöckner unter den Opfern der Phishing-Kampagne

Deutsche und ausländische Sicherheitsdienste warnen seit Monaten vor einer sogenannten Phishing-Angriffswelle, die auf die heimliche Übernahme von Signal-Konten von Politikern, Beamten, Diplomaten, Militärs und Journalisten abzielt. Generalbundesanwalt Jens Rommel leitete laut einer Sprecherin der Bundesanwaltschaft bereits im Februar Ermittlungen ein. Demnach geht es um den Anfangsverdacht der Spionage.

Nach Informationen des „Spiegel“ reicht der Hack bis in die Bundesregierung: Bildungsministerin Karin Prien (CDU) und Bauministerin Verena Hubertz (SPD) seien betroffen, berichtete das Magazin am Samstag, ohne nähere Angaben zu seinen Quellen zu machen. „Die Signal-Konten der beiden Politikerinnen sollen kompromittiert worden sein“, hieß es weiter. Damit nehme das Ausmaß der Angriffswelle eine neue Dimension an. 

Erst am Mittwoch hatte der „Spiegel“ berichtet, dass Bundestagspräsidentin Julia Klöckner (CDU) zu den Opfern der Phishingkampagne gehöre. 

Angriffe richten sich auch gegen Beamte, Diplomaten, Militär und Journalisten

„Zu Kommunikationsmitteln der Bundesregierung können wir keine Auskunft geben“, erklärte eine Sprecherin von Priens Bildungsministerium auf Anfrage der Nachrichtenagentur AFP. Ein Sprecher von Hubertz erklärte, für die Integrität und Sicherheit von interner und externer Kommunikation des Ministeriums gälten klare Grundsätze. „Dazu gehört, dass wir uns grundsätzlich nicht zu möglichen oder tatsächlichen Sicherheitsvorfällen äußern“, fuhr er fort.

Die Angriffswelle richtet sich außer gegen Politiker auch gegen Beamte, Diplomaten, Militärs und Journalisten. Bei den Angriffen geht es nicht um die Ausnutzung einer Sicherheitslücke, sondern um geschickte Betrugsversuche, bei denen den Betroffenen vorgespiegelt wird, sie würden vom Signal-Support kontaktiert. Ist die Masche erfolgreich, haben die Angreifer Zugriff auf die Signal-Chats und -Gruppen sowie auf dort geteilte Fotos und Dateien. Sie können sich bei Signal auch als der Nutzer ausgeben, dessen Konto gehackt wurde. 

„Müssen wachsam bleiben“

Mit dem CDU-Politiker Marc Henrichmann, der Vorsitzender des Parlamentarischen Kontrollgremiums (PKGr) im Bundestag zur Kontrolle der Nachrichtendienste ist, hatte am Freitag erstmals ein deutscher Politiker klar Russland für die Angriffswelle verantwortlich gemacht. „Der jüngste Phishingversuch aus Russland gegen deutsche Politiker und Journalisten ist ein Weckruf für uns alle“, erklärte er. „Was dieser Angriff aber schonungslos verdeutlicht, ist, dass wir alle, ob in öffentlichen Ämtern oder im privaten Umfeld, wachsam bleiben müssen.“

Mit Informationen von AFP

 

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Benjamin Lehmann schreibt für das Ressort Netzwelt der WirtschaftsRundschau. Mit seinem Fachwissen in digitalen Technologien und Internetkultur informiert er über aktuelle Trends und Innovationen und bietet den Lesern wertvolle Einblicke in die digitale Welt.
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