Die Stimmung bei den Verbrauchern in Deutschland hellt sich wieder etwas auf. Nach monatelangem Pessimismus ist der Sinkflug beim Konsumklima vorerst gestoppt. Das zeigt die neue Studie des Nürnberg Instituts für Marktentscheidungen (NIM). Die Erholung ist aber noch zaghaft und die Menschen halten sich bei größeren Anschaffungen weiter zurück.
Einkommenserwartungen gestiegen
Hauptgrund für die leichte Aufhellung sind die deutlich gestiegenen Einkommenserwartungen. Nach einem signifikanten Einbruch im Vormonat, der mit dem Beginn des Irankrieges zusammenfiel, erholt sich dieser Indikator spürbar. Die Konsumforscher führen dies darauf zurück, dass der Konflikt im Nahen Osten bislang nicht weiter eskaliert ist und politische Signale auf mögliche Entlastungsmaßnahmen hindeuten.
Es ist zumindest nicht schlimmer geworden
Neben den verbesserten Einkommensaussichten würden auch eine rückläufige Sparneigung und eine leicht zunehmende Anschaffungsneigung das Konsumklima stützen. Bürkl betonte jedoch: „Die Belastungen durch den Konflikt im Nahen Osten bleiben aber in der Grundtendenz bestehen und sind im Konsumklima weiterhin sichtbar.“
Nicht die Zeit der großen Anschaffungen
Trotz eines leichten Anstiegs bleibt die Anschaffungsneigung der Verbraucher verhalten. Der Indikator liegt weiterhin deutlich im negativen Bereich, was signalisiert, dass die Menschen größere Anschaffungen derzeit nicht für ratsam halten. Die Sparneigung ist zum dritten Mal in Folge leicht rückläufig, befindet sich im langfristigen Vergleich aber immer noch auf einem sehr hohen Niveau.
Auch die Konjunkturerwartungen haben sich leicht verbessert. Die Inflationssorgen lassen ebenfalls nach, was die Forscher auf die Senkung der Energiesteuer auf Diesel und Benzin zurückführen. Die tatsächliche Inflationsrate in Deutschland lag im April allerdings bei 2,9 Prozent.

