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WirtschaftsRundschau > Nachrichten > Wissen > Artensterben in Bayern schreitet weiter voran
Wissen

Artensterben in Bayern schreitet weiter voran

Michael Farber
Zuletzt aktualisert 22. Mai 2026 16:48
Von Michael Farber
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3 min. Lesezeit
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Knapp die Hälfte der bislang in Bayern untersuchten Tier- und Pflanzenarten ist in ihrem Bestand bedroht. Nach Angaben des Landesamtes für Umwelt konnte bisher rund die Hälfte der etwa 35.000 heimischen Tierarten hinsichtlich ihrer Gefährdung bewertet werden. In den seit 2016 aktualisierten Roten Listen werden 48 Prozent dieser betrachteten Arten als gefährdet eingestuft.

Inhaltsübersicht
Warnung vor Folgen für die ErnährungssicherheitForderungen nach mehr SchutzmaßnahmenKritik an Fortschritten beim Biotopschutz

Auch bei den Pflanzen zeigt sich ein ähnliches Bild: Rund 50 Prozent der bislang untersuchten etwa 3.265 einheimischen Pflanzenarten gelten als gefährdet. Rund 1.000 Tier- und Pflanzenarten in Bayern sind bereits ausgestorben oder verschollen.

Warnung vor Folgen für die Ernährungssicherheit

Anlässlich des internationalen Tages der biologischen Vielfalt warnte der Bund Naturschutz (BN) vor den Folgen des Artensterbens für die Ernährungssicherheit in Bayern. „75 Prozent unserer Nutzpflanzen werden von Insekten bestäubt, nicht nur Obst, sondern auch die meisten Gemüsesorten. Das heißt, wenn es keine Insekten mehr gibt, dann fällt ein Großteil unserer Nahrung weg“, sagte die BN-Vizevorsitzende Beate Rutkowski.

Die Ziele des 2019 gestarteten Volksbegehrens Rettet die Bienen rückten damit laut BN in weite Ferne. Das Volksbegehren habe zwar wichtige Impulse für den Insektenschutz gesetzt, das Artensterben aber bislang nicht stoppen können. „Der Anteil gefährdeter Pflanzen und Tiere in Bayern nimmt nach wie vor zu. Nach der aktuellen Roten Liste der Wildbienen in Deutschland gelten rund die Hälfte der bewerteten Arten als bestandsgefährdet oder bereits ausgestorben“, sagte Rutkowski.

Forderungen nach mehr Schutzmaßnahmen

Nach Angaben des BN bedroht die Biodiversitätskrise die Ernährungssicherheit nicht nur durch fehlende Bestäubung. Alle Lebewesen seien miteinander verbunden, erklärte Rutkowski. „Wenn Arten verschwinden, bekommt das Netz Löcher und wenn die Löcher zu groß oder zu viele werden, reißt es. Das ganze System bricht zusammen – und damit auch unser landwirtschaftliches System.“

Der Bund Naturschutz forderte die Staatsregierung deshalb auf, den Artenschutz in Bayern stärker voranzutreiben. Dringend notwendig seien größere Anstrengungen beim Schutz der Moore. Bis 2040 sollen 55.000 Hektar Moorflächen wiedervernässt werden. Bislang seien erst rund drei Prozent dieses Ziels erreicht worden, was etwa 1.700 Hektar entspricht.

Kritik an Fortschritten beim Biotopschutz

Außerdem fordert der BN einen zusammenhängenden Biotopverbund mit mindestens 15 Prozent des Offenlands sowie einen besseren Schutz von Streuobstbäumen. Zwar seien seit 2021 rund 250.000 neue Streuobstbäume gefördert worden, gleichzeitig verschwänden jedoch jedes Jahr etwa 100.000 Streuobstbäume.

Mit Informationen von dpa.

 

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Michael Farber ist ein erfahrener Journalist, der das Ressort Wissen der WirtschaftsRundschau leitet. Mit seiner Expertise in Wissenschaft und Technologie berichtet er über die neuesten Entwicklungen und Entdeckungen und bietet den Lesern spannende Einblicke in komplexe Themen.
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