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WirtschaftsRundschau > Nachrichten > Kultur > Warum Konzert-Tickets so teuer sind
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Warum Konzert-Tickets so teuer sind

Uta Schröder
Zuletzt aktualisert 22. Mai 2026 14:47
Von Uta Schröder
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4 min. Lesezeit
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94,42 hat das Konzert von Tame Impala in der Münchner Olympiahalle im April gekostet. Für den Newcomer-Superstar Sombr auf dem Superbloom-Festival in München zahlt man 75 Euro.

Inhaltsübersicht
Streaming wirft kaum etwas abDie Shows sind aufwendiger und teurer

Ganz egal, ob Club, Halle oder Stadion. Konzerte sind ein teures Vergnügen geworden. „Wir rechnen mit einem Anstieg der Konzertpreise über die letzten fünf Jahre von circa 30 Prozent im Durchschnitt, das differiert aber natürlich sehr erheblich von Show zu Show, von Festival zu Festival“, sagt Johannes Everke vom Bundesverband der Konzert- und Veranstaltungsbranche (BDKV).

Die Gründe sind dabei vielfältig. Ein Preistreiber sind die Produktionskosten. Denn die hohen Energiepreise der letzten Jahre schlagen sich auch bei Konzerten nieder – die Technik verbraucht viel Strom, Equipment wird oft via LKW von einem Ort zum nächsten transportiert. Aber auch die Personalkosten seien gestiegen, für die Leute vor Ort, für die Crew, die mit der Band unterwegs ist und auch die Honorare der Künstler selbst, sagt Johannes Everke. Denn die lebten mittlerweile zunehmend vom live spielen. „Nur 5,2 Prozent des Einkommens von Künstlerinnen und Künstlern kommt aus dem Verkauf von Tonträgern, CDs, Schallplatten oder aus dem Streaming.“

Streaming wirft kaum etwas ab

Mit dem Verkauf von Musik lässt sich kaum mehr Geld verdienen. Insbesondere die geringen Erlöse aus dem Streamingmarkt machen Musikerinnen und Musikern zu schaffen. Denn für eine Million Streams gibt es abhängig von der jeweiligen Plattform ungefähr „zwischen 3.500 und 5.000 Euro“, sagt Michael Herberger, Geschäftsführer der Popakademie in Mannheim. Für Musiker, Label und Verlage zusammen.

Live spielen ist für Musiker heute existentiell. Neben dem Verkauf von Merchandise-Artikeln und GEMA-Vergütungen machen Konzerte inzwischen rund 50 Prozent der Einnahmen von Musikerinnen und Musikern aus, sagt Johannes Everke vom BDKV. Für große und für kleine Künstler gleichermaßen.

Die Shows sind aufwendiger und teurer

Und diese Verschiebung hin zum Live-Konzert lässt sich auch in den Veranstaltungskalendern ablesen. Die sind proppevoll. Irgendwer von Rang und Namen ist immer unterwegs. Selbst Bands, die jahrelang nicht auf Tour waren, spielen jetzt wieder Konzerte – siehe Oasis oder zuletzt Radiohead. Und gerade für die Superstars der Branche sind viele bereit, viel Geld zu zahlen. Auch weil deren Shows immer spektakulärer werden, und mit hochauflösenden LED-Wänden, Lasern, im Takt leuchtenden Armbändern ein Spektakel liefern, das eben seinen Preis hat.

Und das ist ein Problem gerade für kleinere Bands. Denn wer im Monat knapp hundert Euro für eine Band oder eine Künstlerin ausgegeben hat, der geht vielleicht am Dienstagabend nicht unbedingt noch auf das kleine Clubkonzert für 20 Euro. Und darunter leiden auch die Clubs, sagt Johannes Everke. „In ganz kleinen Clubs ist es wirklich sehr schwer finanziell über die Runden zu kommen.“ Aber oft sind es eben genau die kleinen Clubs, in denen sich junge Musikerinnen und Musiker auf kleinen Bühnen ausprobieren und reifen können. Gehen diese Orte verloren, dann stirbt der musikalische Nachwuchs aus und mit ihm die künstlerische Vielfalt.

 

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Von Uta Schröder
Uta Schröder ist eine versierte Kulturjournalistin und leitet das Ressort Kultur der WirtschaftsRundschau. Mit ihrem umfassenden Wissen und ihrer Leidenschaft für Kunst und Kultur bietet sie tiefgehende Analysen und spannende Einblicke in die kulturelle Landschaft.
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