Ausgemachter hanebüchener Unfug?
Wer etwas nicht schön sondern „flott“ findet, die eigene Partnerin „Chefin“ nennt, nicht den Laptop, sondern den „Rechner“ benutzt und statt einem Lifehack „Trick 17“ anwendet, ist bei der Boomersprache laut den Kommentaren unter Levi Penells Post vorne dabei. Auch Walfisch „Hope“ oder mehr oder weniger humorvolle Redensarten wie „Rück mal ’n Stück“ sind im Rennen.
Levi Penell sammelt auf TikTok und Instagram Vorschläge aus seiner Community und stellt die populärsten zur Abstimmung. So gewann 2024 „Sportsfreund“ (externer Link) vor „Papperlapapp“ und „Schnabulieren“. 2025 setzte sich „Baujahr“ durch, als alternativer Ausdruck für das Geburtsjahr, gefolgt von „Mein lieber Herr Gesangsverein“ und „Schabernack“.
Für die aktuelle Runde kursieren außerdem Vorschläge, die einen kleinen Einblick in ein fast vergessenes Deutsch geben: Wer flucht, tut das offenbar mit „Donnerlittchen!“ oder „Himmel, Arsch und Zwirn“. Wer schimpft, greift zu „Schlawiner“ oder dem „Kollege Schnürschuh“. Penell selbst hat seinen persönlichen Boomer-Favoriten bereits gefunden. Wenn im Alltag irgendetwas schiefläuft, sagt er: „Das ist ja ausgemachter hanebüchener Unfug.“
Ob Jugend oder Boomer – Sprache identifiziert
Hinter dem „Boomerwort“ steckt ein linguistisches Phänomen, erklärt Lars Bülow, Sprachwissenschaftler an der LMU München: „In dieser besonderen Phase der Transition und Selbstfindung geht es darum, sich von Älteren, aber auch von Jüngeren abzugrenzen.“
Dabei werde die Sprache der jeweils anderen Gruppe wird nicht nur als fremd wahrgenommen, sondern auch entsprechend gelabelt: Jugendliche grenzen sich demnach von anderen ab, indem sie zwischen „Boomersprache“, „Babysprache“ oder „Omasprache“ unterscheiden. Um viele dieser Jugendausdrücke zu verstehen, brauche man zudem eine besondere digitale und popkulturelle Kompetenz, die Erwachsenen häufig fehle, sagt Bülow.
Einreichungen noch möglich
Jedenfalls scheint Levi Penell bei seiner Community einen Nerv zu treffen: Alleine unter seinem Instagram-Post sind bereits fast 15.000 Kommentare mit Vorschlägen eingegangen, auf TikTok (externer Link) hat das Video über 35.000 Likes. Die beliebtesten Vorschläge aus den Kommentarspalten werden dann zur Abstimmung gestellt.

