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WirtschaftsRundschau > Nachrichten > Kultur > „Neurotischer Mikro-Manager“: Herber Spott für Putin-Interview
Kultur

„Neurotischer Mikro-Manager“: Herber Spott für Putin-Interview

Uta Schröder
Zuletzt aktualisert 1. Juli 2026 09:50
Von Uta Schröder
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3 min. Lesezeit
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„Unser Präsident traf sich sogar persönlich mit Front-Kommandeuren, aber wer die Wahrheit nicht hören will, der hört sie nicht. In einer Illusion zu leben ist viel angenehmer“, so der russische Polit-Blogger Dmitri Petrowski [externer Link] über einen sehr umstrittenen Medienauftritt von Wladimir Putin zur militärischen Lage: „Unser Präsident ist ein Mensch wie jeder andere und sehr anfällig für Schmeicheleien. Und er mag Kritik wirklich nicht.“

Inhaltsübersicht
Putin: „Sehr objektive Informationen“„Neurotischer Mikro-Manager“„So geht es immer weiter bergab“

Putin: „Sehr objektive Informationen“

In einem Interview mit dem handverlesenen Journalisten Pavel Zarubin hatte Putin behauptet [externer Link]: „Alle Angriffe, egal wo sie unsere Infrastruktur treffen, haben absolut keine Auswirkungen auf die Lage an der Front.“ Überall gehe es voran, so die Einschätzung des Präsidenten: „Unsere Kriegsberichterstatter liefern übrigens sehr umfassende und, wie ich finde, sehr objektive Informationen zu diesem Thema in den Medien und online.“

Um eine detaillierte Schilderung gebeten, antwortete Putin, die russischen Truppen befänden sich „2,5 bis 4,5 Kilometer“ vor der umkämpften ukrainischen Stadt Kupjansk. Allerdings hatte er am 2. Dezember vergangenen Jahres behauptet [externer Link]: „Kupjansk ist praktisch seit mehreren Wochen vollständig und uneingeschränkt in unserer Hand.“ Wegen solcher und anderer Widersprüche wurde der russische Präsident von Beobachtern heftig kritisiert.

„Neurotischer Mikro-Manager“

Putin habe faktisch zugegeben, „dass Kupjansk noch immer nicht eingenommen ist“, hieß es denn auch bei einem der russischen Netz-Kommentatoren. Ein anderer Anonymus (150.000 Fans) spottete über Putins sehr kleinteilige „Erfolgsstatistik“ [externer Link]: „Während Siege früher an der Einnahme einzelner Siedlungen gemessen wurden, werden militärische Erfolge auf höchster Ebene nun an einzelnen Straßenzügen gemessen.“

Auch Publizist Dmitri Kolesew verzweifelte an Putins [externer Link] „komödiantischen“ Auflistungen von angeblichen Fronterfolgen: „Dadurch wirkte er nicht wie ein weitsichtiger Stratege, sondern wie ein neurotischer Mikro-Manager, der die Bewegungen jedes einzelnen Soldaten kontrollieren will und dabei vorgibt, jeden Kampfeinsatz im Voraus zu kennen.“

Für den Exil-Politologen Abbas Galljamow ist Putin völlig besessen vom imaginären Frontverlauf [externer Link]: „Womöglich bereitet sich Putin mental auf eine Niederlage vor und versucht unbewusst, sie wie einen Dolchstoß in den Rücken aussehen zu lassen. Damit er später, wie Hitler nach dem Ersten Weltkrieg, jammern kann, er hätte sie alle besiegt, wenn da nicht diese Feiglinge im Hinterland gewesen wären.“

„So geht es immer weiter bergab“

Ähnlich die sarkastische Einschätzung eines der viel zitierten anonymen russischen Blogger [externer Link]: „Die persönlichen Wahnvorstellungen des Präsidenten hindern ihn daran, Signale zu erkennen, selbst wenn sie ihm direkt übermittelt werden. In seiner persönlichen Darstellung der Ereignisse ist die Wirtschaft stark, Benzin im Überfluss vorhanden, die Ukrainer haben sich zu beugen, und deren Armee steht kurz vor dem Zusammenbruch. So geht es immer weiter bergab.“

 

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Von Uta Schröder
Uta Schröder ist eine versierte Kulturjournalistin und leitet das Ressort Kultur der WirtschaftsRundschau. Mit ihrem umfassenden Wissen und ihrer Leidenschaft für Kunst und Kultur bietet sie tiefgehende Analysen und spannende Einblicke in die kulturelle Landschaft.
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