„Nichts ist schlimmer als eine Serie, wo man als Zuschauer denkt: ‚Naja, jetzt machen sie halt noch eine, weil es halt gerade so gut läuft‘. Also das war bei uns nie der Fall.“ Für Autor und Regisseur Achim von Borries, der gemeinsam mit Henk Handloegten und Tom Tykwer vor ungefähr 13 Jahren die Idee hatte, eine groß angelegte historische Berlin-Saga zu erzählen, war immer klar, dass es basierend auf Volker Kutschers Romanvorlagen aus den späten 20er Jahren bis ins Jahr 1933 gehen soll.
„Weltgeschichtlicher Wahnsinn“ holte die Serie ein
Ein historischer Tanz auf dem Vulkan, der mit der Machtübernahme der Nazis ein tragisches Ende findet. Es sei ja nicht so gewesen, dass mit dem 30. Januar 1933 alle plötzlich Nazis geworden seien, sagt Henk Handloegten. „Das ist eigentlich unser Hauptaugenmerk. Groß oben drüber stand bei ‚Babylon Berlin‘ nie der Untergang der Demokratie, sondern eigentlich der Kampf für die Demokratie.“
Dass ein weltweites Erstarken rechtskonservativer und rechtsextremer Kräfte jede einzelne Staffel von „Babylon Berlin“ parallel begleiten würde, damit hätte allerdings niemand rechnen können, sagt Tom Tykwer. „Wir mussten uns manchmal richtig davon befreien, weil man sonst so denkt, man beschwört das schon herauf. Weil wir manchmal so links und rechts fast überholt wurden von dem weltgeschichtlichen Wahnsinn.“
Für Kommissar Gereon Rath schließt sich der Kreis
Für Liv Lisa Fries und Volker Bruch als Charlotte Ritter und Kommissar Gereon Rath geht es in dieser Staffel und in der Geschichte nach der Ernennung Hitlers zum Reichskanzler um einen letzten Fall. Um eine Mordserie und um die psychiatrische Patientenakte Hitlers, die seine anstehende Wahl zum Reichskanzler vielleicht irgendwie doch noch verhindern könnte.
Für Volker Bruch schließt sich mit dieser letzten Staffel der Kreis für seinen von schwersten Kriegstraumata verfolgten Gereon Rath. „Es ist einfach gut gelungen, das abzubilden in dieser Figur.“
Jeder Erzählstrang bekommt sein kleines Finale
In der fünften Staffel nun werden fast alle der extrem vielen und durchgängig namhaft und hochkarätig besetzten Charaktere weitererzählt und jeder Erzählstrang bekommt sein kleines Finale in diesem letzten und natürlich düsteren Babylon-Berlin-Kapitel, dessen historische Tragweite sich auch beim Drehen bemerkbar machte, sagt Liv Lisa Fries. „Es ist nicht mehr dieser Tanz auf dem Vulkan. Es ist eigentlich nur noch Vulkan.“

