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WirtschaftsRundschau > Nachrichten > Wirtschaft > Pannenserie bei Boeing – Wie sicher ist das Fliegen?
Wirtschaft

Pannenserie bei Boeing – Wie sicher ist das Fliegen?

Christin Freitag
Zuletzt aktualisert 29. Mai 2024 08:54
Von Christin Freitag
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4 min. Lesezeit
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Seit einigen Monaten macht unter Vielfliegern ein Spruch die Runde: „If it’s Boeing, I ain’t going“. Zu Deutsch: Wenn es eine Boeing-Maschine ist, dann fliege ich nicht mit. Es ist die Umkehrung des Slogans, der über Jahrzehnte das Vertrauen der Passagiere in die Ingenieurskunst und das Qualitätsniveau des US-Flugzeugbauers symbolisierte: „If it’s not Boeing, I’m not going.“

Inhaltsübersicht
Negativschlagzeilen: Tödliche Abstürze der 737 MAXPannenserie bei Boeing hält anKann man den Flug mit Boeing-Maschinen vermeiden?Statistik: Fliegen ist und bleibt sicher

Doch dieser einst blendende Ruf ist schwer angeknackst. Eine beispiellose Pannenserie – zuletzt beim Ferienflieger TUI fly, wo zwei Notlandungen nötig waren – und immer neue Enthüllungen über Schlamperei und möglicherweise sogar vorsätzliche Täuschung bei der Qualitätskontrolle haben das Unternehmen Boeing selbstverschuldet in die schwerste Krise seiner Geschichte gestürzt. Viele Reisende fragen sich, ob sie überhaupt noch mit einem sicheren Gefühl in eine Maschine des Herstellers einsteigen können.

Negativschlagzeilen: Tödliche Abstürze der 737 MAX

Seit fast sechs Jahren sorgen Boeing-Flugzeuge immer wieder für negative Schlagzeilen. 2018 und 2019 stürzten binnen weniger Monate zwei fast fabrikneue Maschinen des damals frisch auf den Markt gekommenen Modells 737 MAX ab. 346 Menschen starben. Ursache waren Probleme mit Flugsteuerungs-Software. Boeing musste nacharbeiten, das Image war schwer angeschlagen.

Alle Flugzeuge dieses Typs mussten für fast zwei Jahre am Boden bleiben, auch die Maschinen, die bereits an Kunden ausgeliefert waren. Schon damals versprach man bei Boeing Besserung. Im Rückblick wirken die damaligen Äußerungen wie Lippenbekenntnisse.

Pannenserie bei Boeing hält an

Zuletzt häuften sich mehrere Beinahe-Unfälle mit Boeing-Maschinen, bei denen Flugzeuge und die Menschen an Bord nur knapp einer Katastrophe entgingen. Anfang des Jahres brach ein Rumpfstück während des Fluges aus einer 737 MAX, eine andere Maschine verlor eine Triebwerksabdeckung, dazu kam ein Triebwerksbrand bei einem weiteren Jet.

In der vergangenen Woche dann die Notlandung einer 767 in Istanbul, weil ein Fahrwerk sich nicht ausfahren ließ. Und dann kam vor wenigen Tagen im Senegal eine Boeing 737 von der Startbahn ab und ging in Flammen auf. Es gab zehn Verletzte. Die Ursache wird noch untersucht.

Kann man den Flug mit Boeing-Maschinen vermeiden?

Der Ruf von Boeing hat zudem nach immer neuen Enthüllungen über Qualitätsmängel gelitten. In sozialen Netzwerken fragen deshalb verunsicherte Passagiere, ob sie es vermeiden können, mit einer Maschine von Boeing zu fliegen. Reisende, die kein Vertrauen mehr in die Flieger aus den USA haben, sollten zunächst bei der Auswahl ihrer Fluggesellschaft darauf achten, welche Maschinen die Airline in der Flotte hat. In Europa setzen zum Beispiel Ryanair, KLM oder Ferienflieger wie TUI fly, SunExpress oder Corendon Mittelstreckenjets vom Typ Boeing 737 und 737 MAX ein.

Lufthansa, Air France, Easyjet und Wizzair nutzen dagegen auf Europaflügen Maschinen von Airbus. Allerdings ist das nur eine Richtschnur, keine hundertprozentige Gewähr. Denn ab und zu kommt es zu kurzfristigen Flugzeugwechseln. Passagiere haben in einem solchen Fall keinen Anspruch auf Rückzahlung ihres Geldes. Denn sie buchen nur die Transportleistung, nicht aber einen bestimmten Flugzeugtyp.

Statistik: Fliegen ist und bleibt sicher

Statistisch gesehen ist das Fliegen trotz all der Vorfälle schon seit langem die am wenigsten riskante Art zu reisen. Nach Zahlen des internationalen Luftfahrtverbandes IATA war 2023 zudem das sicherste Jahr in der zivilen Luftfahrt. Bei Unglücken mit Verkehrsmaschinen kamen weltweit 72 Menschen ums Leben, so wenig wie noch nie. Die IATA wertet dabei alle Daten aus der zivilen Luftfahrt aus. Nicht erfasst sind also Hobbyflugzeuge, Militärmaschinen oder auch Firmenjets.

 

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Christin Freitag ist eine erfahrene Wirtschaftsjournalistin und Analystin, die sich auf Finanzmärkte, Unternehmensstrategien und Wirtschaftspolitik spezialisiert hat. Mit über 10 Jahren Erfahrung liefert sie fundierte Analysen und tiefgehende Einblicke für die Leser der WirtschaftsRundschau.
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