„Trink aus! Wir müssen gehen“ heißt das neue und letzte Album der Toten Hosen und so heißt auch ihre Abschiedstour, die sie heute und morgen in den Münchner Olympiapark bringt. Nicht wie sonst meist üblich ins Stadion, sondern auf den Hans-Jochen-Vogel-Platz zwischen Olympiastadion und Olympiahalle, wo bis zu 19.500 Menschen im Platz finden sollen. Denn das Stadion wird gerade saniert.
„Ende noch nicht richtig ausformuliert“
„Uns ist klar, dass das hier eine der letzten Runden ist, die wir drehen. Und da wollen wir selbstverständlich in München einen guten Eindruck hinterlassen“, sagt Campino, der Sänger der Toten Hosen, im Interview mit dem BR. Wohlgemerkt „eine der letzten“ Runden, denn ganz abschließen will Campino mit dem Konzert-Leben noch nicht. „Wir haben das Ende noch nicht richtig ausformuliert. Uns liegt noch am Herzen eine Unplugged-Tour. Ob wir da noch einmal versuchen, eine Runde einzulegen, müssen wir noch besprechen.“
Bis zum Schluss aber will die Band alles geben, betonte der Musiker: „Hier weht keine Abschiedsmelancholie mit. Wir hauen volle Kanne rein. Das war ja immer der Plan, mit Vollgas über die Ziellinie zu rattern. Ich möchte hier nicht jeden Tag sentimental werden und die anderen auch nicht.“
Freundschaft mit Gerhard Polt und den Well-Brüdern
Campino erinnert im Gespräch mit dem BR auch an die Verbundenheit mit Bayern, wo die Toten Hosen bereits mit dem Kabarettisten Gerhard Polt gemeinsam auf der Bühne standen. „Über die Well-Brüder und auch Gerhard haben wir Bayern richtig kennen und auch tief lieben gelernt. Also wir mögen es hier sehr.“
Trotz Abschiedstour und eventuellem musikalischen Kürzertreten wollen sich die Toten Hosen wie bisher weiterhin politisch positionieren. Campino warnte vor einem weiteren Erstarken der AfD und mahnte, „dass wir mit allen Mitteln in diesem Moment zusammenhalten müssen, um diese Gefahr, um diese Welle abzuwenden. Wir alle müssen irgendwo hoffen, dass die Euphorie für diese falschen Thesen, dass das nur ein Momentum ist, eine gewisse Phase, die wir wieder zurückdrängen können. Denn ansonsten werden wir mit schlimmen Konsequenzen rechnen müssen.“

