Bischof Hanke war 2025 zurückgetreten
Christian Würtz gilt als moderner, kritisch-konstruktiver, geduldiger und dialogbereiter Kleriker. Innerkirchlichen Reformen steht er offen gegenüber. So kann er sich beispielsweise eine Lockerung des Zölibats vorstellen. Ob er sich auch eine Weihe von Frauen vorstellen kann, dazu hat er sich bislang nicht positioniert. Allerdings war er offen für zahlreiche Gespräche über dieses Thema mit verschiedenen Gruppierungen. Da Würtz bereits Weihbischof ist, wird es keine Bischofsweihe in Eichstätt geben. Wann die Amtseinführung stattfindet, ist noch nicht klar.
Der Eichstätter Bischofsstuhl ist seit Pfingsten 2025 frei. Der damalige Bischof Gregor Maria Hanke hatte am Pfingstsonntag vor einem Jahr seinen Rücktritt bekannt gegeben. Der Benediktinermönch war 19 Jahre Bischof in Eichstätt gewesen und hatte selbst um den Rücktritt gebeten. Hanke war im Juni 2025 erst 70 Jahre alt; Bischöfe gehen normalerweise erst mit 75 Jahren in den Ruhestand. Hanke nannte als Gründe für den vorzeitigen Rückzug eine innere Ermüdung nach zahlreichen Krisen wie den Missbrauchsskandalen und dem Eichstätter Finanzskandal. Er hat sich mittlerweile als einfacher Seelsorger ins Allgäu zurückgezogen und arbeitet dort als Pater Gregor. Seit Hankes Rücktritt wurde das Bistum Eichstätt von Dompropst Alfred Rottler als Diözesanadministrator geleitet.
Eichstätt gehört zu den kleineren Bistümern
Gemäß dem Bayerischen Konkordat gibt es in den bayerischen Diözesen kein Wahlrecht des Domkapitels, anders als in den anderen Diözesen Deutschlands. Der Papst ernennt den neuen Diözesanbischof daher frei. Die bayerischen Domkapitel können lediglich eine Liste mit aus ihrer Sicht geeigneten Kandidaten beim Vatikan einreichen.
Mit gut 330.000 Katholiken gehört Eichstätt zu den eher kleineren Bistümern. Auf seinem Gebiet liegt die Katholische Universität Eichstätt-Ingolstadt, die einzige katholische Universität Deutschlands. Bekannt ist Eichstätt außerdem für das Collegium Orientale, ein Studienkolleg für Priesterkandidaten verschiedener Ostkirchen. Es ist weltweit das einzige Seminar, an dem Mitglieder katholischer, orthodoxer und altorientalischer Ostkirchen gemeinsam studieren.
In den vergangenen Jahren waren der Finanzskandal und die auch daraus resultierenden Sparzwänge eines der großen Themen im Bistum Eichstätt. Der ehemalige stellvertretende Finanzdirektor hatte gemeinsam mit einem Unternehmer vor mehr als zehn Jahren rund 60 Millionen Dollar aus Bistumsgeldern ungesichert in riskante US-Immobilienprojekte investiert. Über die Hälfte der Summe konnte durch Vergleiche zurückgeholt werden.
Mit Informationen der KNA

