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Wirtschaft

Sparkurs bei VW, neue Sorgen bei Audi

Christin Freitag
Zuletzt aktualisert 8. Juli 2026 07:47
Von Christin Freitag
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5 min. Lesezeit
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Ein Thema der VW-Aufsichtsratssitzung wird voraussichtlich die Verschärfung des Sparkurses sein. Bis zu 100.000 Stellen könnten beim Autokonzern abgebaut werden, so die Befürchtung. Vom Sparkurs betroffen wäre voraussichtlich neben Porsche auch die Ingolstädter Tochter Audi. Dort tagt Unternehmenskreisen zufolge am heutigen Mittwoch der Aufsichtsrat, um das VW-Treffen am Donnerstag vorzubereiten.

Inhaltsübersicht
Audi steht vor zahlreichen HerausforderungenFrühere Absätze kaum wieder erreichbarWerk in Neckarsulm vor dem Aus?Gesamtbetriebsrat zeigt sich zusehends genervt

Audi steht vor zahlreichen Herausforderungen

Audi hat seit Jahren mit sinkenden Verkäufen und Gewinnen zu kämpfen. Der Abstand zu den beiden Dauerkonkurrenten hierzulande, BMW und Mercedes, wird immer größer. Damit wächst auch der Handlungsdruck auf Vorstandschef Gernot Döllner. Vor zehn Jahren verkaufte die VW-Tochter noch um die zwei Millionen Fahrzeuge. Im vergangenen Jahr waren es etwas mehr als 1,6 Millionen. Im ersten Quartal gingen die Verkäufe erneut um rund sechs Prozent nach unten.

Da Audi nach wie vor kein Werk in den USA hat, treffen das Unternehmen die Importzölle von bis zu 25 Prozent auf Autos aus der EU mit voller Wucht. Der US-Absatz brach zu Jahresbeginn um 30 Prozent ein. Zwar wird seit längerem über ein eigenes Werk in den Vereinigten Staaten diskutiert, aber die Entscheidung lässt auf sich warten. Der extra für den Markt produzierte sehr große SUV Q9 wird in Bratislava gebaut. In China leidet Audi wie auch andere Konkurrenten hierzulande unter der starken chinesischen Konkurrenz und der schwachen Nachfrage.

Mit einer neuen Designsprache beim neuen teuren Supersportwagen Nuvolari und einer Submarke in China mit dem chinesischen Partner SAIC versucht Audi derzeit, Boden wiedergutzumachen. Doch im Gegensatz zur Neuen Klasse bei BMW und dem CLA bei Mercedes scheint es bei Audi aktuell keinen echten „Gamechanger“ zu geben.

Frühere Absätze kaum wieder erreichbar

Unbestätigten Berichten nach glaubt Audi-Chef Hubert Döllner auch nicht mehr daran, dass Audi in naher Zukunft sein Wachstum stark ausbauen kann. Denn die Frage ist: Wo soll die Nachfrage herkommen? In China und den USA dürften die Märkte für die Ingolstädter schwierig bleiben und auch in Europa sind keine großen Sprünge zu erwarten.

So sind im vergangenen Jahr die Verkäufe zwar um knapp zwei Prozent auf rund elf Millionen Pkw gestiegen. Doch das liegt immer noch deutlich unter dem Vor-Corona-Niveau (externer Link). Döllner soll deshalb sein mittelfristiges Absatzziel für Audi von 2,2 Millionen auf zwei Millionen Fahrzeuge reduziert haben.

Werk in Neckarsulm vor dem Aus?

Das erhöht den Druck auf die deutschen Standorte, vor allem, wenn man bedenkt, dass die Werke schon jetzt nicht ausgelastet sind. Sollte sich der Vorstand dann doch noch für eine Produktion in den Vereinigten Staaten aussprechen, könnte dies die Situation zusätzlich verschärfen. Vor allem die Beschäftigten am Standort in Neckarsulm sind stark beunruhigt. Immer wieder wird auch dieser Standort genannt, wenn es um mögliche Schließungen des Konzerns geht.

Nun sorgt eine Personalie für zusätzlichen Diskussionsstoff. Ausgerechnet Thomas Bogus ist seit diesem Juli neuer Werksleiter in Neckarsulm. Der langjährige Audi-Manager hat im vergangenen Jahr den Standort von Audi in Brüssel abgewickelt. Nun befürchten manche, dass sich das wiederholen könnte. Allerdings ist so eine Schließung nicht einfach und sie ist teuer.

Gesamtbetriebsrat zeigt sich zusehends genervt

Entschieden ist offensichtlich noch nichts. So hieß es bereits vor zwei Monaten von offizieller Seite, dass durch die Werksschließung in Brüssel die Gesamtkapazität bereits zusätzlich reduziert worden sei. Um die Kosten zu senken, hat sich der Vorstand im vergangenen Jahr mit dem Betriebsrat darauf verständigt, bis 2029 hierzulande 7.500 Arbeitsplätze abzubauen. Audi sei damit auf einem guten Weg zu mehr Effizienz, heißt es bei Audi. Allerdings ist die Frage, ob der VW-Konzernchef Oliver Blume dies auch so sieht oder ob er nicht vielleicht stärkere Sparbemühungen mit entsprechenden Stellenstreichungen bei den Marken Audi und Porsche einfordert.

Der Gesamtbetriebsratschef von Audi, Jörg Schlagbauer, scheint verärgert über die Vorgehensweise des Vorstands. Im Gespräch mit BR24 kritisiert er, dass sowohl er als auch die Beschäftigten von Audi über weitere mögliche Kürzungen aus den Medien erfahren haben und nicht aus den zuständigen Gremien des Unternehmens. Erst wenn der Vorstand die Details auf den Tisch lege, könne man reden. Die IG Metall rechnet für die ganze Autoindustrie mit einem heißen Herbst. Am Donnerstag sind – wie an allen Standorten von VW – auch vor den Werkstoren von Audi Protestaktionen geplant.

 

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Christin Freitag ist eine erfahrene Wirtschaftsjournalistin und Analystin, die sich auf Finanzmärkte, Unternehmensstrategien und Wirtschaftspolitik spezialisiert hat. Mit über 10 Jahren Erfahrung liefert sie fundierte Analysen und tiefgehende Einblicke für die Leser der WirtschaftsRundschau.
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