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WirtschaftsRundschau > Nachrichten > Kultur > Teures Unikat: Seltenste Platte der Welt wird erstmals gespielt
Kultur

Teures Unikat: Seltenste Platte der Welt wird erstmals gespielt

Uta Schröder
Zuletzt aktualisert 2. Juni 2024 08:53
Von Uta Schröder
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5 min. Lesezeit
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„Hin und wieder hat ein Objekt auf diesem Planeten geradezu mystische Eigenschaften, die über seinen materiellen Wert weit hinausgehen“, sagte Jarrod Rawlins, der Kurator des Kunstmuseums im australischen Hobart auf der Insel Tasmanien dem australischen Fernsehen [externer Link]. Die teuerste und seltenste Platte aller Zeiten gehört zweifellos zu diesen geheimnisumwitterten und begehrenswerten Gegenständen.

Inhaltsübersicht
Mit der Ziffer 8 in die Unendlichkeit„Jede Kunst ist Kommunikation“„Ich weiß, das klingt verrückt“

Die New Yorker Hiphop-Gruppe „Wu-Tang Clan“ nahm das sagenumwobene Album mit dem Titel „Once Upon A Time in Shaolin“ zwischen 2006 und 2013 über sechs Jahre hinweg auf. Nur ein einziges Exemplar wurde auf eine Doppel-CD gepresst und in ein repräsentatives Silber-Kästchen abgelegt.

Angeblich haben alle derzeit acht Clan-Mitglieder, angeführt von Produzent Robert Fitzgerald Diggs („RZA“) jeweils einen Song beigesteuert. Keine Geringere als die legendäre US-Musik- und Schauspiel-Ikone Cher soll ebenfalls mitgewirkt haben. Gerüchteweise sind auch Fußballer des FC Barcelona zu hören.

Mit der Ziffer 8 in die Unendlichkeit

Die Band vernichtete die digitalen Original-Dateien der Aufnahme-Sessions und verfügte, dass das Album bis mindestens 2103 nicht kommerziell verwertet werden darf. Auch dies übrigens ein „mystisches“ Datum, denn die CDs wurden 2015 hergestellt und sollen 88 Jahre unter Verschluss bleiben, weil die liegende Ziffer 8 in der Mathematik ein Zeichen für die Unendlichkeit ist.

Kostenlose Vorführungen sind dagegen erlaubt, und das ließ sich das Kunstmuseum im tasmanischen Hobart nicht zwei Mal sagen: Dort wird die Platte vom 15. bis 24. Juni im Rahmen der aktuellen Ausstellung „Namedropping“ zwei Mal täglich für wenige Auserwählte zu hören sein.

Die Rede ist von einem 36-minütigen Ausschnitt des insgesamt 128-minütigen Werks. Der Mix soll auf einer PlayStation abrufbar sein, und zwar im museumseigenen Studio. Interessierte sollen eine begrenzte Anzahl von Freikarten erhalten.

„Jede Kunst ist Kommunikation“

In der Ausstellung „Namedropping“, die noch bis zum 25. April 2025 geöffnet ist, geht es nach Angaben des Museums um „Statussymbole“ [externer Link]: „Jede Art von Kunst – und damit auch jede Art von Namedropping – ist Kommunikation.“ Kreativität sei in der Menschheitsgeschichte durch Statusdenken befeuert worden, behaupten die Ausstellungsmacher, denn wer Kunstobjekte schaffe, sichere sich Freunde und Verbündete, was in vorgeschichtlichen Zeiten das Überleben vereinfacht habe.

Die soziale Stellung sei einstmals eine Frage von „Leben und Tod“ gewesen, somit auch Prominenz, die ja beim „Namedropping“, also beim Erwähnen sehr bekannter Persönlichkeiten, um sich selbst wichtig zu machen, eine bedeutende Rolle spiele.

„Ich weiß, das klingt verrückt“

Der „Wu-Tang Clan“ lässt sich von Kung-Fu-Filmen und fernöstlicher Ästhetik inspirieren, dessen Fans bezeichnen sich gern selbst als „Shaolin“, nach dem gleichnamigen buddhistischen Mönchsorden. Nach der Produktion von „Once Upon A Time in Shaolin“ hatte Band-Produzent RZA angekündigt [externer Link], das Konzept-Album durch Museen touren zu lassen, doch erst jetzt kommt es in Hobart zu einer längeren Vorführung.

2015 hatten rund 150 Kunstexperten im Museum of Modern Art in New York lediglich einen 13-minütigen „Schnipsel“ vorgeführt bekommen. Die Platte soll demnach dazu anregen, über die Zukunft des Musikmarkts nachzudenken, der von Produktpiraterie und Streaming-Diensten geprägt ist, was die Existenzgrundlage vieler Musiker gefährdet.

„Ich weiß, das klingt verrückt“, sagte Band-Mitglied Cilvaringz, „vielleicht wird das ein totaler Flop und wir machen uns lächerlich. Aber uns geht es darum, eine Debatte anzustoßen und das Musikalbum vor dem Aussterben zu bewahren.“ Von einem Kunstverständnis wie in der Renaissance träumte der „Wu-Tang Clan“, als reiche Gönner geniale Schöpfer wie Michelangelo und Leonardo da Vinci finanzierten.

Nachdem die prestigeträchtige Doppel-CD zunächst in einer „Höhle in Marokko“ deponiert worden war, kaufte sie der amerikanische Großinvestor und Pharma-Unternehmer Martin Shkreli („Pharma Bro“) im November 2015 für zwei Millionen US-Dollar. Er saß wegen Betrugs von Geldanlegern einige Jahre im Gefängnis. Seit 2021 befindet sich die Pretiose im Eigentum einer gemeinnützigen Organisation.

 

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Von Uta Schröder
Uta Schröder ist eine versierte Kulturjournalistin und leitet das Ressort Kultur der WirtschaftsRundschau. Mit ihrem umfassenden Wissen und ihrer Leidenschaft für Kunst und Kultur bietet sie tiefgehende Analysen und spannende Einblicke in die kulturelle Landschaft.
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