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WirtschaftsRundschau > Nachrichten > Wirtschaft > 12-Uhr-Regel an der Tankstelle: Das gilt ab sofort
Wirtschaft

12-Uhr-Regel an der Tankstelle: Das gilt ab sofort

Christin Freitag
Zuletzt aktualisert 1. April 2026 10:47
Von Christin Freitag
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3 min. Lesezeit
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Um Punkt 12 Uhr wird’s spannend. Dann werden alle gut 14.000 Tankstellen in Deutschland zum ersten Mal den Spritpreis für die kommenden 24 Stunden festlegen. Eine weitere Erhöhung ist schon um 12:01 Uhr verboten, bei einer Strafandrohung von 100.000 Euro.

Inhaltsübersicht
Wann ist Tanken jetzt am günstigsten?Reform nach dem Vorbild Österreichs – Kartellrecht verschärftGünstiger tanken: Es hängt auch vom Verbraucher ab

Wann ist Tanken jetzt am günstigsten?

Für Autofahrer bedeutet das vor allem, sich von allen bestehenden Spritpreis-Weisheiten zu verabschieden. Abends ist es billiger? Kann man so nicht mehr sagen. Am Montagmorgen sollte man besser nicht tanken? Das ist Geschichte. Nun gilt eine andere Logik.

Während weitere Preiserhöhungen den Tankstellen verboten sind, bleiben Preissenkungen den ganzen Tag erlaubt. Eine Tankstelle, die um kurz nach 12 feststellt, dass bei ihrem hohen Spritpreis die Kundschaft ausbleibt, kann also jederzeit nachsteuern.

Wenn der Markt funktioniert, werde man demnach einen Preiskampf nach unten sehen, „der sich gewaschen hat“, so der Tankstellenverband TIV, der die neue Regelung begrüßt. Sprit müsste demnach um 11:59 Uhr mittags immer am billigsten sein.

Reform nach dem Vorbild Österreichs – Kartellrecht verschärft

Ob der Markt funktioniert, daran gibt es allerdings Zweifel, weshalb auch eine Verschärfung des Kartellrechts Teil des Maßnahmenpakets der Bundesregierung ist. Experten rechnen damit, dass sich die Folgen der neuen Regel in den kommenden Tagen noch nicht vollständig zeigen und erstmal auf allen Seiten eine Lernphase folgt, wie mit den veränderten Bedingungen umzugehen ist.

In Österreich, wo die zeitlich begrenzte Erhöhung des Spritpreises schon 2009 eingeführt wurde, hätte sich gezeigt, dass die starre Regel nicht automatisch zu dauerhaft sinkenden Preisen führt. „Bis sich stabilisierende Effekte einstellen, vergeht Zeit“, so Sven-Peter Rudolph vom Auto Club Europa (ACE). Kurzfristig könnten Mitnahmeeffekte entstehen, „insbesondere durch Mineralölkonzerne, die die neue Systematik nutzen, um Preisniveaus zunächst höher anzusetzen und Spielräume auszuschöpfen“.

Günstiger tanken: Es hängt auch vom Verbraucher ab

Die entscheidende Frage könnte also sein, ob Tankstellen Umsatzeinbußen zu befürchten haben, wenn sie nach der Mittagspreiserhöhung teurer sind als andere. Hier ist der Verbraucher gefragt. Mit Apps lassen sich einfach und effizient Preise vergleichen.

Wenn daraufhin viele Menschen teure Tankstellen meiden, werden Anbieter unter Druck gesetzt, sagt Elena Marcus-Engelhardt, Pressesprecherin des ACE. „Wettbewerb entsteht nämlich durch das Verhalten der Kundinnen und Kunden.“

Und für die bringt die neue Regel einen Vorteil: Abwarten, ob der Sprit billiger wird, birgt zumindest bis zum nächsten Mittag kein Risiko. Teurer wird’s ja sicher nicht.

 

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Christin Freitag ist eine erfahrene Wirtschaftsjournalistin und Analystin, die sich auf Finanzmärkte, Unternehmensstrategien und Wirtschaftspolitik spezialisiert hat. Mit über 10 Jahren Erfahrung liefert sie fundierte Analysen und tiefgehende Einblicke für die Leser der WirtschaftsRundschau.
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