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WirtschaftsRundschau > Nachrichten > Wirtschaft > Alexa+ startet: Schlauer als davor oder endlich wirklich smart?
Wirtschaft

Alexa+ startet: Schlauer als davor oder endlich wirklich smart?

Christin Freitag
Zuletzt aktualisert 28. Mai 2026 12:48
Von Christin Freitag
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4 min. Lesezeit
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„Alexa, stell‘ den Timer auf zehn Minuten.“ Für die meisten mag das der wohl häufigste Befehl an Amazons Sprachassistentin gewesen sein. Vielleicht auch Musik starten, das Wetter checken oder das Licht dimmen – aber eine wirkliche Konversation kam mit Alexa in den letzten Jahren selten zustande.

Inhaltsübersicht
Alexa soll endlich normale Gespräche führenAmazons großes VersprechenSchlauer, aber nicht wirklich intelligentWarum Amazon jetzt unter Druck stehtWie viel KI will man im Wohnzimmer?

Während Chatbots wie ChatGPT inzwischen ganze Gespräche führen, wirkte Alexa zuletzt eher wie ein sprechender Wecker mit WLAN-Anschluss. Genau das soll sich jetzt ändern. Mit Alexa+ will Amazon seine Sprachassistentin auf KI-Niveau bringen (externer Link).

Alexa soll endlich normale Gespräche führen

Die neue Version basiert auf generativer KI und soll deutlich natürlicher reagieren als die alte Alexa. Nutzer müssen das Aktivierungswort nicht ständig wiederholen, können Themen wechseln und komplexere Fragen stellen.

Amazon verspricht außerdem, dass Alexa+ sich Dinge merkt, persönliche Vorlieben versteht und Aufgaben selbstständig erledigt. Sie soll zum Beispiel Restauranttische reservieren können, Smart-Home-Routinen erstellen oder Einkaufslisten organisieren.

Nach der ersten Testphase in den USA startete Alexa+ in Deutschland nun als „Early Access“-Version für ausgewählte Echo-Geräte. Amazon versucht damit aufzuholen – denn im Vergleich zu modernen KI-Assistenten wirkte die alte Alexa zuletzt technisch deutlich überholt.

Amazons großes Versprechen

Eigentlich verfolgt Amazon diese Vision schon seit Jahren: Sprachassistenten sollten zum digitalen Mittelpunkt des Alltags werden. Alleine in Deutschland wurden die Echo-Lautsprecher seit dem Verkaufsstart 2016 millionenfach verkauft.

Doch am Ende nutzen viele Menschen ihre Alexa vor allem für sehr einfache Aufgaben. Komplexere Gespräche scheiterten oft schon an Formulierungen oder Missverständnissen. Wer Alexa zuverlässig bedienen wollte, gewöhnte sich häufig eine Art „Maschinensprache“ an: kurze, klare Kommandos statt natürlicher Sätze. Und Alexas Antwort „das weiß ich leider nicht“ kennen die meisten User wohl nur zu gut. Mit generativer KI soll genau dieses Problem verschwinden.

Schlauer, aber nicht wirklich intelligent

Erste Tests zeigen allerdings auch: Die neue Alexa wirkt zwar deutlich moderner, macht aber weiterhin Fehler. Teilweise liefert sie falsche Informationen oder verliert mitten im Gespräch den Zusammenhang. Außerdem berichten viele User von deutlich längeren Ladezeiten. Manche Funktionen hängen zudem stark davon ab, welche Dienste angebunden sind.

Gerade hier zeigt sich das größere Problem vieler KI-Assistenten: Sie sind nur so gut wie die Systeme, auf die sie zugreifen dürfen. Restaurantbuchungen funktionieren etwa über die Plattform OpenTable – aber eben nur dort, wo Restaurants auch tatsächlich eingetragen sind und Informationen laufend aktualisiert werden.

Warum Amazon jetzt unter Druck steht

Für Amazon geht es bei Alexa längst um mehr als nur smarte Lautsprecher. Der Konzern konkurriert inzwischen direkt mit KI-Systemen wie ChatGPT, Gemini oder Claude.

Diese KI-Chatbots funktionieren bereits auf Smartphones oder im Browser – ganz ohne zusätzliche Hardware. Amazons Vorteil liegt deshalb vor allem darin, dass Alexa schon in vielen Wohnzimmern steht und direkt mit Lautsprechern, Kameras oder Haushaltsgeräten verbunden ist.

Gleichzeitig wächst aber auch die Konkurrenz im Smart Home. Zum Beispiel arbeitet Apple an einer neuen Siri, Google integriert Gemini in Android und auch andere Tech-Konzerne wollen KI-Assistenten stärker in den Alltag integrieren.

Wie viel KI will man im Wohnzimmer?

Mit Alexa+ verschiebt sich außerdem die Frage nach Datenschutz und Kontrolle noch stärker ins Private. Denn damit die Assistentin wirklich hilfreich wird, soll sie möglichst viel über den Alltag wissen: Termine, Einkaufslisten, Musikgeschmack oder sogar Kamerabilder aus dem Zuhause.

Amazon betont zwar, dass Nutzerinnen und Nutzer ihre Daten verwalten und Sprachaufnahmen löschen können. Trotzdem bleibt bei vielen die Skepsis groß, wie viel persönliche Information ein Konzern sammeln sollte, damit die KI möglichst bequem funktioniert.

 

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Christin Freitag ist eine erfahrene Wirtschaftsjournalistin und Analystin, die sich auf Finanzmärkte, Unternehmensstrategien und Wirtschaftspolitik spezialisiert hat. Mit über 10 Jahren Erfahrung liefert sie fundierte Analysen und tiefgehende Einblicke für die Leser der WirtschaftsRundschau.
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