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WirtschaftsRundschau > Nachrichten > Wirtschaft > Amtstierarzt am Flughafen – Lohnt sich das?
Wirtschaft

Amtstierarzt am Flughafen – Lohnt sich das?

Christin Freitag
Zuletzt aktualisert 21. Juni 2026 21:49
Von Christin Freitag
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4 min. Lesezeit
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Henrik (46) ist Amtstierarzt am Flughafen München. 40 Stunden pro Woche kümmert sich Henrik um Tiere im Transit. Den Bereitschaftsdienst von 6:30 bis 24:00 Uhr teilt er sich mit den Kollegen – ein Fulltime-Job, denn durch späte Flugankünfte müssen die Tiere oft auch nachts schnellstmöglich versorgt werden. Henriks Aufgabe ist es, sicherzustellen, dass Einfuhr und Haltung der Tiere rechtmäßig sind.

Inhaltsübersicht
Für Tiere aus „Drittländern“ müssen etliche Formalitäten geklärt werdenGroße Begeisterung für TiereWie viel investieren wir in Tiere?Was verdient ein Tierarzt am Flughafen?

Für Tiere aus „Drittländern“ müssen etliche Formalitäten geklärt werden

Doch der Tierarzt untersucht längst nicht nur Haustiere. Auf seinem Tisch landeten schon Wildtiere wie Klapperschlangen und ein Luchs. Auch die massenhafte Kontrolle von Fischen oder Mäusen gehört zu seinem Job.

Damit Tiere aus Drittländern einreisen können, müssen einige Bedingungen erfüllt sein: Henrik prüft seine Patienten beispielsweise auf die verpflichtenden Impfungen gegen potenziell gefährliche Krankheiten, Mikrochip und die korrekte Veterinärbescheinigung für die Einfuhr in die EU. Jedes Jahr werden am Flughafen München rund vier Millionen Tiere geprüft.

Große Begeisterung für Tiere

Henrik hat sich schon immer für Tiere begeistert. Besonders hat es ihm das Tierleben in Afrika angetan. Deswegen hat er nach dem Abitur Wildlife Management in Kamerun studiert. Nach zwei Jahren kam er nach Europa zurück: „Dann habe ich mich entschieden, Tiermedizin zu studieren“. Anschließend war Henrik erst Veterinär bei der Bundeswehr. Seit zehn Jahren arbeitet er am Flughafen München und ist mittlerweile stellvertretender Leiter der tierärztlichen Grenzkontrolle.

Wie viel investieren wir in Tiere?

Die Abgabe der Tiere für eine Grenzkontrolle ist für die Besitzer sowohl bei gewerblichen als auch privaten Transporten kostenpflichtig. Für viele Haustierbesitzer ist für ihre Vierbeiner dabei kein Cent zu viel.

Sieben Milliarden Euro Umsatz im Jahr 2025: Der Umsatz der deutschen Heimtierbranche ist damit laut dem Industrieverband Heimtierbedarf (IVH) (externer Link) stabil im Vergleich zum Vorjahr geblieben. Zwar stagnierte das Futtergeschäft zuletzt, dafür wächst seit 2022 der Gesundheitsbereich. Grund sind die gestiegenen Tierarztkosten und ein Versicherungs-Boom. Die Ausgaben für Tierkrankenversicherungen haben sich seit 2013 auf über 700 Millionen Euro versiebenfacht. Experten erklären den Zuwachs an Umsatz innerhalb der Heimtierindustrie durch die Lebensumstände der Besitzer: immer mehr Singles und wachsender Wohlstand.

Was verdient ein Tierarzt am Flughafen?

Henrik arbeitet als Amtstierarzt der Besoldungsgruppe A14, Stufe 7. Sein Grundgehalt liegt bei 6.072 Euro. Dazu kommt ein monatlicher Orts- und Familienzuschlag von 531 Euro, denn Henrik hat eine Tochter und wohnt im teuren Umland von München. Außerdem bekommt er jeden Monat eine Pauschale in Höhe von acht Euro als Aufwandsentschädigung. Sein Brutto beträgt insgesamt 6.611Euro, was einem Netto von 4.805 Euro entspricht. Für seine private Krankenversicherung zahlt Henrik 414 Euro im Monat. Monatlich hat er dann noch 4.391 Euro zur freien Verfügung. Henriks Jahresbrutto lag 2025 bei 83.565 Euro.

„Mein Beruf lohnt sich – nicht, aufgrund des Gehaltes, sondern weil es ein toller Job ist. Das schöne dabei ist, dass er auch noch gut bezahlt ist“, erzählt Henrik.

Mehr von seinem Arbeitsalltag am Flughafen zeigt Henrik bei „Animal Takeoff“ in der ARD-Mediathek: Animal Takeoff · Tiergeschichten vom Münchner Flughafen – Staffel 1 der Serie – jetzt streamen!

 

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Christin Freitag ist eine erfahrene Wirtschaftsjournalistin und Analystin, die sich auf Finanzmärkte, Unternehmensstrategien und Wirtschaftspolitik spezialisiert hat. Mit über 10 Jahren Erfahrung liefert sie fundierte Analysen und tiefgehende Einblicke für die Leser der WirtschaftsRundschau.
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