Katharina Weber ist Geschäftsführerin der Spedition Weber in Weiherhammer nahe Weiden in der Oberpfalz. Drei ihrer 29 Lkw fahren schon elektrisch.
Eigentlich würde die Spedition gerne noch mehr anschaffen. Sie hat aber ein Problem: An ihrem Betriebshof im Industriegebiet hat sie keine passende Ladesäule, bloß einen Hausanschluss mit 44 Kilowatt. Die Lkw bräuchten das 40-fache – das kann das Stromnetz in Weiherhammer aber nicht leisten.
Schlechtes Stromnetz bremst Verkehrswende
Wie der Spedition Weber ginge es vielen Speditionen in Bayern, sagt Sabine Lehmann, Vorsitzende des Landesverbands Bayerischer Spediteure. „In den Diskussionen ‚Wie gestalte ich den Güterverkehr der Zukunft?‘ ist für Unternehmen die Frage ‚Wie kann ich meine Fahrzeuge laden?‘ an erster Stelle“, sagt Lehmann.
Flächendeckende Daten zur Netzkapazität gibt es nicht. Im Allgemeinen lässt sich bloß sagen: Das Problem existiert vor allem auf dem Land und fernab großer Industrie-Hotspots. Hier ist das Netz am schwächsten. Sabine Lehmann sagt, beim Ausbau habe sich schon viel getan – aber nicht genug. „Wir stehen bei Weitem nicht mehr da, wo wir mal waren, aber wir sind auch noch lange nicht dort, wo wir hinmüssen.“
Branchenverband: Der Wille wäre da
Vergangenes Jahr hat das Kraftfahrtbundesamt in Bayern über alle Gewichtsklassen rund 55.000 Lkw neu zugelassen. Davon fahren knapp 5.500 elektrisch, also rund zehn Prozent. Sabine Lehmann vom Branchenverband der Spediteure sagt, noch mehr wäre möglich – wenn die Ladeinfrastruktur passt.

