Arbeitsplatzmagnet Space Valley in Oberpfaffenhofen
In Oberpfaffenhofen bei München befindet sich einer der größten Raumfahrtstandorte in Deutschland, ein „Space Valley“ auf 265.000 Quadratmetern. Dort sitzt auch das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR). Der Standort wächst weiter, und damit die Hoffnung auf neue Jobs. „Wir haben schon viele Arbeitsplätze und es werden noch zusätzliche entstehen“, betont Michael Sturm, Bürgermeister der Gemeinde Weßling. In der Raumfahrt und anderen Bereichen kämen einige hochqualifizierte Arbeitsplätze dazu.
In Oberpfaffenhofen entstehen mehrere Megabauvorhaben, darunter ein Mondkontrollzentrum, in das Bayern 58 Millionen Euro investiert. Es soll neben Houston in Texas schon in vier Jahren eine Schlüsselrolle bei der Steuerung von Mondmissionen spielen. Denn Europa will beim neuen Wettlauf zum Mond dabei sein – auch mit Blick auf mögliche Rohstoffe auf dem Erdtrabanten.
Ziel: Mehr Unabhängigkeit im Weltraum
Auch der Raumfahrt- und Technologiekonzern OHB arbeitet an KI-Anwendungen für die Raumfahrt. In Oberpfaffenhofen werden Erdbeobachtungssatelliten mit hochsensiblen optischen Systemen ausgestattet – wichtig für die Erforschung des Klimawandels, aber inzwischen auch immer mehr für militärische Anwendungen. „Natürlich sprechen wir von Spionagesatelliten“, sagt Peter Haberler, Senior Engineer bei OHB. „Sie können den Gegner beobachten, sie können seine Bewegungen beobachten. Es wird auch immer mehr der Ruf nach Abwehrsatelliten laut.“
Europa hat im All deutlich weniger Satelliten als die USA oder China. Deshalb wächst der Bedarf an neuen, größeren Systemen. Satelliten, Raketen, Roboter – das Ziel ist mehr Unabhängigkeit im All. Doch Raumfahrt ist teuer. Damit Visionen in die Realität umgesetzt werden, brauchen Start-ups Kapital, Zulieferer brauchen Aufträge und die Branche verlässliche politische Unterstützung.
Raumfahrtbranche wächst rasant
Im Vergleich zum vergangenen Jahr hat die Raumfahrtbranche laut dem Bundesverband der Deutschen Luft- und Raumfahrtindustrie mit 3,5 Milliarden Euro Umsatz ein Wachstum von 17 Prozent erreicht. Mit 11.000 neuen Mitarbeitern lag der Personalzuwachs bei zehn Prozent.

