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WirtschaftsRundschau > Nachrichten > Wirtschaft > Nicht nur Treibstoff: Was Rohöl mit Sportbekleidung verbindet
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Nicht nur Treibstoff: Was Rohöl mit Sportbekleidung verbindet

Christin Freitag
Zuletzt aktualisert 7. April 2026 08:49
Von Christin Freitag
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3 min. Lesezeit
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Mit dem Irankrieg drohen nun nicht nur Heizöl und Kraftstoffe knapp zu werden, sondern auch wichtige Chemikalien, die aus Rohöl entstehen. Wir werden damit zwar nicht direkt aus der arabischen Golfregion beliefert, aber teurer wird es trotzdem, weil es nun einen weltweiten Wettbewerb um die kostbare Ressource gibt.

Inhaltsübersicht
Kostensteigerungen auch bei Lebensmitteln wahrscheinlichWarum nicht einfach mehr Naphtha in Deutschland produzieren?Ohne Naphtha keine Plastikflaschen und kein FußballtrikotIn Europa droht kein Mangel, aber ein massiver Preisanstieg

Aus dem „Naphtha“ genannten Rohbenzin stellt die chemische Industrie die meisten ihrer Grundstoffe her, aus denen anschließend viele weitere Produktgruppen entstehen. Die Palette reicht hier von Treibstoffen und Kunststoffen bis hin zu Medikamenten.

Kostensteigerungen auch bei Lebensmitteln wahrscheinlich

Die Folgen werden in vielen Branchen und auch für die Konsumenten zu spüren sein. So berichten die deutschen Hersteller von Lebensmitteln bereits jetzt von fehlenden Kunststoffverpackungen und Folien, wie sie jeder von der Ladentheke oder dem Kühlregal im Supermarkt kennt.

Lieferanten verwiesen auf die militärische Eskalation im Nahen Osten und beriefen sich auf höhere Gewalt: Sie lieferten entweder gar nichts mehr oder nur noch zu deutlich erhöhten Preisen, heißt es bei der Industrievereinigung Kunststoffverpackungen. Die Versorgungssicherheit und Lieferfähigkeit der überwiegend mittelständischen Betriebe sei dadurch gefährdet.

Warum nicht einfach mehr Naphtha in Deutschland produzieren?

Auch in Deutschland gibt es Raffinerien, die aber an erster Stelle mit der Produktion und Verteilung von Kraftstoffen und Heizöl ausgelastet sind. Nur ein kleiner Anteil des benötigten Naphthas für die deutsche Chemieindustrie wird bei uns hergestellt, das hat sich über Jahrzehnte so eingespielt.

Der Großteil kommt über die Hochseehäfen von Antwerpen und Rotterdam und ein europäisches Pipelinenetz vor allem bei BASF in Ludwigshafen an, wo es in zwei großen sogenannten Steamcrackern weiterverarbeitet wird. Nicht zuletzt wegen des Standorts Ludwigshafen zählt Deutschland weltweit immer noch zu den größten Chemiestandorten.

Das meiste Naphtha bekommen wir aus Norwegen, den USA und Libyen. Bis zum Ukraine-Krieg war Russland hier der Hauptlieferant.

Ohne Naphtha keine Plastikflaschen und kein Fußballtrikot

In Ludwigshafen wird das Naphtha auf bis zu 850 Grad erhitzt und in Ethylen und Propylen sowie Butadien und weitere Nebenprodukte aufgespalten. Das sind die Grundstoffe für unzählige Chemikalien: Es geht um Kunststoffe, Verpackungen wie PET-Flaschen, Baustoffe, Kunstfasern wie Polyester und Nylon für Bekleidung und Sportartikel und vieles mehr. Automobil-, Elektro- und Bauindustrie sind darauf angewiesen, oder auch die Pharmaindustrie beim Verpacken von Medikamenten.

In Europa droht kein Mangel, aber ein massiver Preisanstieg

In all diesen Bereichen ist nun wegen des Irankriegs mit Preisaufschlägen zu rechnen. Anders als in einigen asiatischen Ländern, die wie bei Öl und Gas vor allem aus dem Nahen Osten beliefert werden, ist die Lieferkette bei uns nicht so stark in Gefahr. Das wäre bei Naphtha ohnehin erst nach einigen Wochen der Fall, weil es größere Lagerbestände gibt. Der Preis hat sich allerdings in den letzten vier Wochen verdoppelt.

 

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Christin Freitag ist eine erfahrene Wirtschaftsjournalistin und Analystin, die sich auf Finanzmärkte, Unternehmensstrategien und Wirtschaftspolitik spezialisiert hat. Mit über 10 Jahren Erfahrung liefert sie fundierte Analysen und tiefgehende Einblicke für die Leser der WirtschaftsRundschau.
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