Andrea ist medizinische Technologin im Labor des Klinikums Darmstadt. Die 32-Jährige kann gut Blut sehen, denn sie hat täglich damit zu tun. Sie prüft, welche Blutgruppe Patienten haben, damit diese die richtigen Blutkonserven bekommen. Auch die Analyse von Gewebeflüssigkeiten, PCR-Abstrichen, Wunden und Blut gehört zu ihrem Job dazu, sogenannte große und kleine Blutbilder. Diese geben den Ärztinnen und Ärzten Hinweise auf mögliche Probleme, etwa an Herz oder Leber.
Andrea findet, dass sie einen extrem wichtigen, aber unsichtbaren Beruf hat. Viele ihrer Diagnosen stellen Ärztinnen nämlich aufgrund von Laborergebnissen. Die richtige Blutgruppe zu bestimmen, ist für Andrea Routine, trotzdem muss sie dabei jedes Mal gut aufpassen: Bei einer Infusion mit einer Konserve der falschen Blutgruppe könnten sich Gerinnsel bilden, die wiederum Herzinfarkte oder Schlaganfälle auslösen können.
Von der Praxis in die Klinik
Nach dem Realschulabschluss machte Andrea erst in einer Arztpraxis eine Ausbildung zur Medizinischen Fachangestellten. Dort nahm sie oft Blut ab und arbeitete eng mit einem Labor zusammen. So lernte sie ihren heutigen Beruf kennen und entschied sich dafür, diesen Beruf zu erlernen – medizinische Technologin für Laboratoriumsanalytik. Das machte sie zuerst in einer Arztpraxis. Seit 2018 arbeitet sie am Klinikum Darmstadt. Zusätzlich studiert sie Gesundheitspsychologie an einer Fernuni.
Im Schichtdienst und mit Vier-Augen-Prinzip
Das Labor im Klinikum ist 24/7 besetzt, weil sie auch kurzfristig Proben untersuchen müssen. Andrea arbeitet mit ihren Kolleginnen und Kollegen in einem Schichtsystem mit Früh-, Spät- und Nachtdienst, unter der Woche ebenso wie am Wochenende. Ihr Arbeitsvertrag sieht pro Woche 38,5 Stunden vor. Für Wochenenddienste erhält sie Zuschläge – 20 Preozent am Samstag, 25 Prozent am Sonntag. Andreas Umfeld müsse sich darauf einstellen, sagt sie, weil sie wegen der Schichtdienste Einladungen auch mal ablehnen müsse.
Generell gelten im Labor das Vier-Augen- und das Doppelbestimmungsprinzip. So bestimmt Andrea erst die Blutgruppe eines Patienten mit Antigenen und ein Laborarzt überprüft dies. Bevor eine Blutkonserve ausgegeben wird, wird das Blut noch einmal getestet, indem das Blut aus der Konserve mit dem Blut des Patienten vermischt und auf Gerinnsel überprüft wird. Ist auch diese sogenannte Kreuzprobe unauffällig, wird die Blutkonserve ausgegeben.
Was verdient eine medizinische Technologin?
Andrea ist als Technologin beim Klinikum Darmstadt im öffentlichen Dienst angestellt. Sie ist im TVöD-K in der Entgeltgruppe 09a, Stufe 4 eingruppiert und verdient damit ein Bruttogrundgehalt von 4.587 Euro. Weil sie Auszubildende betreut, erhält sie eine Zulage von 319 Euro. Ihr Gehalt schwankt monatlich, je nachdem welche Schichten sie übernimmt. Im Mai 2026 verdiente sie 4.983 Euro brutto, netto blieben ihr davon 3.098 Euro. Ihr Jahresbrutto 2025 belief sich auf 61.347 Euro.
Für Andrea lohnt sich ihr Job, auch weil sie im Klinikum besser verdient als in einer Arztpraxis. Sie sagt, sie sei dankbar für die Menschen, die sich in Schichtdiensten um andere Menschen kümmerten. „Ich finde sehr, dass sich das lohnt, weil man eben Menschen hilft.“
A+ ist die häufigste Blutgruppe
Menschen haben eine von vier Blutgruppen: A, B, AB oder 0. Diese können jeweils den Rhesus-Faktor positiv oder negativ haben. Die häufigste Kombination ist laut dem Blutspendedienst des Bayerischen Roten Kreuzes A+ (A-positiv). Wenn jemand viel Blut verliert, braucht er eine Blutkonserve einer kompatiblen Blutgruppe. Das sind in diesem Fall die Gruppen A+, A-, 0+ und 0-. Alle anderen Konserven könnten zu Blutgerinnseln führen.
Blut der Blutgruppe 0- löst bei den anderen Blutgruppen keine Gerinnsel aus und wird bei Notfällen verwendet. Sie kann gegeben werden, wenn keine Zeit ist, die richtige Blutgruppe zu bestimmen. Doch es ist schwer, immer genug Blutkonserven vorrätig zu halten. Die Blutspendedienste rufen gesunde Menschen dazu auf, Blutspendetermine wahrzunehmen.

