Ist Holz verbrennen wirklich klimaneutral?
Betrachtet man die reine CO₂-Bilanz beim Verbrennen, dann ist eine Holzheizung klimaneutral, weil dabei genau die Menge an CO₂ freigesetzt wird, die das Holz aufgenommen hat. Aber: Dieser Gedanke ist stark vereinfacht, darauf weist das Bundesumweltministerium (externer Link) hin. Denn CO₂-neutral bedeutet nicht automatisch klimaneutral.
Während das Holz Jahrzehnte gebraucht hat, um das CO₂ zu speichern, wird es binnen Minuten wieder verbrannt. Im Umkehrschluss braucht frisches Holz ebenfalls wieder Jahrzehnte, um nachzuwachsen. Und: Um die gleiche Wärme zu produzieren wie ein Öl- oder Gasofen, setzt die Holzverbrennung sogar mehr CO₂ frei, so das Ministerium. WWF Deutschland spricht gar von doppelt so viel.
Größtes Problem: Feinstaub-Emissionen
Das größte Umweltrisiko der Holzheizungen ist zugleich ein Gesundheitsrisiko: Durch das Verbrennen von Holz entstehen große Mengen Feinstaub. Wie groß, das hat Professor Mark Wenig von der Ludwig-Maximilians-Universität in München untersucht. Das Ergebnis: Ein einzelner Kachelofen setzt ungefähr die gleiche Menge an Feinstaub frei, die an einer viel befahrenen Straße gemessen wird. Insgesamt machen Holzöfen zehn bis 20 Prozent der Feinstaubbelastung im Winter in Deutschland aus, das zeigen unter anderem Daten des Umweltbundesamtes (externer Link).
Feinstaub kann krank machen
Die winzigen Feinstaub-Partikel setzen sich in der Lunge fest und können auch in den Blutkreislauf gelangen. Dadurch steigt das Risiko von Atemwegs- und Herzkreislauf-Erkrankungen. Studien (externer Link) konnten zeigen, dass Feinstaub das Risiko, an Demenz zu erkranken, um bis zu 14 Prozent erhöht.
Das bayerische Umweltministerium rät deshalb allen, die in Gebieten mit hoher Feinstaubbelastung leben, keine Einzelraumfeuerungen, also Kamine und Kachelöfen, zu betreiben. Denn Feinstaub wird vor allem dort zur Belastung, wo er entsteht. Die Deutsche Umwelthilfe rät generell davon ab, mit Holz zu heizen.

