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WirtschaftsRundschau > Nachrichten > Wissen > Wirtschaftskrise: Was sind die Probleme in Deutschland?
Wissen

Wirtschaftskrise: Was sind die Probleme in Deutschland?

Michael Farber
Zuletzt aktualisert 29. Mai 2024 09:03
Von Michael Farber
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5 min. Lesezeit
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Laut Statistischem Bundesamt wird der demografische Wandel mittelfristig wohl „zu einem deutlichen Rückgang der Bevölkerung im Erwerbsalter führen“. 2023 waren rund 45,9 Millionen Menschen in Deutschland erwerbstätig, so viele wie noch nie seit der deutschen Vereinigung 1990. Der demografische Wandel war im vergangenen Jahr durch zwei Faktoren gedämpft: eine gesteigerte Erwerbsbeteiligung der inländischen Bevölkerung und die Zuwanderung ausländischer Arbeitskräfte.

Inhaltsübersicht
4. Die Bürokratie5. Die Psychologie

Dennoch ist der Fachkräftemangel in einigen Branchen schon jetzt deutlich. Migration könnte ein Schlüssel sein, legt die Wirtschaftsweise Monika Schnitzer dar: „Wir brauchen am Ende 400.000 Menschen netto pro Jahr, die zu uns kommen. Weil aber auch immer wieder viele nach Hause zurückgehen oder in andere Länder weiterziehen, braucht man 1,5 Millionen, dass es wirklich bei 400.000 netto ist. Das ist eine Möglichkeit, wie man über Migration dieses Fachkräfte- und Arbeitskräfteproblem lösen kann.“

4. Die Bürokratie

„Weitere Bürokratiemonster stehen vor der Tür“, sagt Handwerkspräsident Dittrich. Als Beispiel nennt er das Lieferkettensorgfaltspflichtengesetz, von dem auch kleine Betriebe betroffen seien, wenn sie für große Betriebe arbeiteten.

Schon jetzt ist der Erfüllungsaufwand für Bürokratie gestiegen: „Gegenüber den Vorjahren ist die aus Bundesrecht stammende Belastung von Unternehmen, Behörden und Bevölkerung stark gewachsen – um 9,3 Mrd. Euro pro Jahr und einmalig um 23,7 Mrd. Euro“, so steht es im Jahresbericht des Normenkontrollrates.

Clemens Fuest vom ifo-Instutut sagt: Da habe die Wirtschaftspolitik Fehler gemacht – allerdings nicht in der Ampel-Regierung, „sondern die Fehler sind schon vorher gemacht worden.“ Die Politik habe sich entschieden, „jetzt die größeren Unternehmen durchgängig zu verpflichten, sehr, sehr viel zu dokumentieren. Das ist die große Bürokratie.“ Man habe aber nicht berücksichtigt, dass ein Großteil dieser Dokumentation komplett sinnlos sei, sagt Fuest. „Zum Beispiel bei Lieferungen aus Europa, aus den USA kann man wohl davon ausgehen, dass sowieso klar ist, dass da keine Kinderarbeit stattfindet.“ Wichtiger sei aber:

„Eigentlich macht man solche Gesetze, indem man sagt: So, wir machen klare Regeln, dann gibt es Stichproben, und wer dagegen verstößt, der wird bestraft. Das wäre normal und richtig.“ Clemens Fuest, ifo-Institut

Eine Lösung könnte laut Monika Schnitzer von der LMU die KI sein: „Künstliche Intelligenz wird wirklich eine Chance sein, Bürokratie abzubauen, weil man vieles, was man bisher sehr intensiv durch viel Papier und langes Draufschauen und langes Ausfüllen von Dokumenten sehr stark vereinfachen kann.“

5. Die Psychologie

Wie sagte der frühere Bundeskanzler und „Vater des deutschen Wirtschaftswunders“, Ludwig Erhard: „Wirtschaft ist zu fünfzig Prozent Psychologie“. Berichterstattung über die schlechte wirtschaftliche Lage, gegenseitige Schuldzuweisungen von Regierung und Opposition bzw. Vorgängerregierung, dazu die angespannte Weltlage mit zahlreichen Kriegen und Konflikten – all das animiert nicht gerade zu großen Investitionen, weder den einzelnen Verbraucher, noch den Unternehmer. Doch inwiefern reden wir in Deutschland unsere Wirtschaft auch kaputt?

„Wirtschaft ist tatsächlich zu einem ganz großen Teil Psychologie“, sagt Monika Schnitzer. Das werde durchaus deutlich in der Kaufzurückhaltung der Konsumenten und der Investitionszurückhaltung der Unternehmen.

„Das wird natürlich nicht besser dadurch, dass ständig immer nur davon gesprochen wird, wie schlimm alles ist, dass ständig über die Regierung geschimpft wird, dass die Opposition nichts Besseres tut, als immer nur zu schimpfen, statt selber gute Vorschläge zu machen.“ Monika Schnitzer, Wirtschaftsweise

Auch Clemens Fuest sieht den Aspekt „Psychologie“, die „Neigung, das Negative übermäßig zu betonen“. Aber er weist auch auf eine andere Tendenz hin: „Es gibt gleichzeitig eine Neigung, Dinge schönzureden. Gerade auch in der Politik kommt das vor.“ Deshalb sei es wichtig, „die Fakten auf den Tisch“ zu legen und „schonungslos“ zu analysieren. „Das darf allerdings nicht zu einem Ausbruch von Pessimismus führen, sondern wir brauchen eigentlich die Fakten und den Realismus, der zu Tatkraft führt.“

 

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Von Michael Farber
Michael Farber ist ein erfahrener Journalist, der das Ressort Wissen der WirtschaftsRundschau leitet. Mit seiner Expertise in Wissenschaft und Technologie berichtet er über die neuesten Entwicklungen und Entdeckungen und bietet den Lesern spannende Einblicke in komplexe Themen.
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