Gewerkschaft fordert schon lange Alternativen zu FCAS
Bei Arbeitnehmervertretungen und Gewerkschaften dürfte diese Idee gut ankommen. Für die bayerische IG Metall war schon lange klar: Man brauche „FCAS, aber anders“. So war ein Protesttag überschrieben, bei dem Anfang März tausende Beschäftigte von Airbus und MTU an Standorten wie München und Manching teilnahmen.
Schon zuvor hatten Gewerkschaftsvertreter, Betriebsräte und auch der Brancheverband BDLI das deutsch-französische Kampfflugzeugprojekt in seiner bisherigen Konstruktion für gescheitert erklärt. Sie forderten immer wieder einen Neuanfang ohne die französische Seite. Nach dem offiziellen Aus für das deutsch-französische Prestigeprojekt könnte diese Forderung nun erfüllt werden. Vieles deutet darauf hin, dass bayerische Standorte davon profitieren.
Woran scheiterte der FCAS-Kampfjet?
Das 2017 auf den Weg gebrachte deutsch-französische Projekt hatte nach Einschätzung von Experten schon immer eine eher politische als militärische Logik. Es sollte unter Beweis stellen, dass große europäische Technologie-Partnerschaften machbar sind.
Dahinter steckte immer auch finanzielle Knappheit. So bestimmte bei der Gründung des Projekts ein Spardiktat die Verteidigungsbudgets in Deutschland und Frankreich, die „Zeitenwende“ und eine massive Erhöhung der Budgets lagen in der Zukunft und waren nicht absehbar. Deswegen einigte man sich damals – quasi aus der Not – auf viele Kompromisse beim Entwurf des Flugzeuges.
Heute allerdings ist die Situation anders. So fühlen sich Europas Staaten von einem imperial denkenden Russland bedroht und stellen ihren Armeen sehr viel mehr Geld zur Verfügung. Gerade die französische Industrie rund um den Flugzeugbauer Dassault pochte deswegen mehr und mehr darauf, die industrielle Führung an sich zu ziehen.
Aus dem ursprünglichen Gemeinschaftsprojekt wäre mehr und mehr ein französisches Kampfflugzeug mit deutschen Juniorpartnern geworden, so der Vorwurf von Airbus und anderen. Deswegen scheiterte FCAS am Ende, trotz vieler Vermittlungsbemühungen der Regierungen.

