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WirtschaftsRundschau > Nachrichten > Wirtschaft > Umweltzuschläge in der Luftfahrt: Kritik an Bundesregierung
Wirtschaft

Umweltzuschläge in der Luftfahrt: Kritik an Bundesregierung

Christin Freitag
Zuletzt aktualisert 1. Juli 2024 06:57
Von Christin Freitag
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3 min. Lesezeit
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Nach EU-Vorgaben müssen Fluggesellschaften künftig immer mehr nachhaltig erzeugtes Kerosin tanken, das allerdings sehr teuer ist. In der Branche ist man über die Bundesregierung verärgert. Denn diese hatte die Förderung solcher Treibstoffe massiv gekürzt.

Inhaltsübersicht
Nur wenige Fluggäste buchen „Green Fares“EU fordert mehr nachhaltig erzeugtes KerosinBis 72 Euro Zuschlag je FlugVerärgerung in der Branche über die Politik

Nur wenige Fluggäste buchen „Green Fares“

Glaubt man Befragungen, dann ist ein Großteil der Bundesbürger eigentlich gerne bereit, für umweltfreundliche Produkte mehr Geld auszugeben. Soweit die Theorie. In der Praxis sieht es oft anders aus.

Diese Erfahrung machte auch die Lufthansa. Nur ein Bruchteil ihrer Kunden bucht freiwillig sogenannte „Green Fares“, die einen Aufschlag für Klimaschutzprojekte beinhalten. Die Einnahmen daraus decken auch nicht die Kosten, die dem Unternehmen nach dem Jahreswechsel entstehen.

EU fordert mehr nachhaltig erzeugtes Kerosin

Ab dem 1. Januar 2025 sind Fluggesellschaften in der EU verpflichtet, die Tanks ihrer Flieger mit mindestens 2 Prozent SAF (Sustainable Aviation Fuel) zu befüllen, also mit nachhaltig erzeugtem Kerosin. Das sind Treibstoffe, die zum Beispiel aus altem Frittierfett gewonnen werden können, oder auch aus grünem Strom. Ihr Anteil in Europas Luftfahrt soll in den kommenden Jahren weiter steigen. Allerdings ist dieser Alternativtreibstoff mindestens fünfmal so teuer wie herkömmlicher fossiler Sprit.

Bis 72 Euro Zuschlag je Flug

Die erwarteten Mehrausgaben will die Lufthansa nun über verpflichtende Zuschläge von ihren Kunden hereinholen. Je nach Strecke und Buchungsklasse liegt die Gebühr zwischen einem und 72 Euro. Die Zuschläge werden auf alle Flüge der Lufthansa-Gruppe erhoben, die in einem EU-Land, Großbritannien, Norwegen oder der Schweiz starten.

Der Lufthansa-Konzern ist aber nicht die erste große Airline-Gruppe, die eine solche Gebühr erhebt. Die Frankfurter folgen damit dem Beispiel von Air France-KLM, wo man schon seit einer Weile einen SAF-Zuschlag kassiert. In der Branche gilt es als sicher, dass andere Fluggesellschaften folgen werden.

Verärgerung in der Branche über die Politik

In der Luftfahrtbranche überwiegt die Kritik an den Regelungen der EU. Sie seien eine Wettbewerbsverzerrung zulasten der hiesigen Anbieter, heißt es zum Beispiel beim Bundesverband der Deutschen Luftverkehrswirtschaft (BDL). Konkurrenten wie Turkish Airlines oder die Fluggesellschaften aus Katar, Dubai oder Abu Dhabi profitierten demnach davon, dass sie an ihren Drehkreuzen ohne SAF-Quoten deutlich günstiger tanken können.

Verärgert ist man in der Branche auch über Berlin. Ursprünglich wollte die Bundesregierung den Aufbau einer wettbewerbsfähigen SAF-Produktion mit bis zu zwei Milliarden Euro fördern. Doch wegen der knappen Haushaltslage wurden diese Gelder nahezu komplett zusammengestrichen. Seither rätselt man in der Luftfahrtindustrie, wie ernst es die Regierung mit ihrem erklärten Ziel meint, die Dekarbonisierung der Luftfahrt voranzutreiben.

 

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Christin Freitag ist eine erfahrene Wirtschaftsjournalistin und Analystin, die sich auf Finanzmärkte, Unternehmensstrategien und Wirtschaftspolitik spezialisiert hat. Mit über 10 Jahren Erfahrung liefert sie fundierte Analysen und tiefgehende Einblicke für die Leser der WirtschaftsRundschau.
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