Bei archäologischen Grabungen in der KZ-Gedenkstätte Dachau wurden Relikte des früheren Hundeführer-Bereichs freigelegt. Die Funde werfen ein weiteres Schlaglicht auf die Grausamkeiten des NS-Regimes.
Hunde als Helfer des Nazi-Terrors im KZ
Die Nazis haben Schäferhunde, Boxer, Dobermänner und andere Hunde gezielt abgerichtet. Die Tiere sollten die Häftlinge bewachen, einschüchtern und bei Fluchtversuchen brutal attackieren. Sie waren Teil des Terrors im Lageralltag und bei Außenarbeitskommandos. Reste von mindestens 35 Hundezwingern fanden die Archäologen in Dachau neben dem ehemaligen Krematorium.
Knochenfragmente gefunden
In der Nähe befand sich auch die Verwaltung, die die systematische Verbrennung und Beseitigung der Leichen organisiert und dokumentiert hat. An mehreren Stellen stießen die Archäologen auf Asche mit Knochenfragmenten – vermutlich menschliche Überreste aus den Krematoriumsöfen.
Je leiser die Zeitzeugen werden, umso wichtiger werde die Rolle der Archäologie, betont Generalkonservator Mathias Pfeil vom Bayerischen Landesamt für Denkmalpflege. Der Boden werde „zum letzten und unbestechlichen Zeugen der NS-Verbrechen“.
Über 41.000 Menschen in Dachau ermordet
Im Konzentrationslager Dachau waren zwischen 1933 und 1945 mehr als 200.000 Menschen aus ganz Europa inhaftiert, mehr als 41.500 kamen im Stamm- und in den Außenlagern ums Leben – wegen Hunger, Krankheit, Folter und Mord. Dachau diente als erstes Konzentrationslager für die Nationalsozialisten auch als Modell für alle späteren Konzentrations- und Vernichtungslager. So wurde auch Rudolf Höß, der Kommandant von Auschwitz, in Dachau von der Lager-SS ausgebildet.
Als die Amerikaner im April 1945 das Konzentrationslager in Dachau entdeckten, offenbarte sich ihnen ein Ort des Grauens: Tote Häftlinge, zurückgelassen von der SS, stapelten sich in Zügen. Im Lager trafen sie aber auch auf Überlebende, die völlig abgemagert, krank und traumatisiert waren.

