WirtschaftsRundschauWirtschaftsRundschauWirtschaftsRundschau
  • Home
  • Wirtschaft
    Wirtschaft
    Die Kategorie „Wirtschaft“ in der WirtschaftsRundschau bietet umfassende Berichterstattung und Analysen zu nationalen und internationalen Wirtschaftsthemen. Hier finden Leser aktuelle Informationen zu Finanzmärkten, Unternehmensentwicklungen, Wirtschaftspolitik…
    Mehr laden
    Top Schlagzeilen
    Tupperware ist insolvent: Was bedeutet das für die Kunden?
    18. September 2024
    Schaeffler: Arbeitsplätze durch Fusion mit Vitesco in Gefahr?
    12. Juni 2024
    DAX, Gold, Bitcoin: Alles auf Rekordhoch – Wie kann das sein?
    29. Mai 2024
    Neuste Schlagzeilen
    Unbemannte Panzer und Drohnen – Wie automatisiert ist der Krieg?
    15. Juni 2026
    Bayerns Luft- und Raumfahrtfirmen nutzen ILA als Catwalk
    15. Juni 2026
    Rentenreform: Wie funktioniert eigentlich die Mütterrente?
    15. Juni 2026
    Was verdient ein Kraftwerker – Lohnt sich das?
    15. Juni 2026
  • Netzwelt
    NetzweltMehr laden
    Umstellung für Sparkassenkunden: App S-ID-Check wird eingestellt
    14. Juni 2026
    KI-Song über Wal Timmy wird zum Hit – schafft er es zur Wiesn?
    13. Juni 2026
    Steam: Ermittlungen wegen Lücken im Beschwerdemanagement
    13. Juni 2026
    Von Krebs bis Schlaganfall: KI macht Medizin-Durchbrüche möglich
    13. Juni 2026
    Auf Anordnung der US-Regierung: Anthropic sperrt Top-KI-Modell
    13. Juni 2026
  • Wissen
    WissenMehr laden
    Simssee: Besseres Wasser durch schonende Landwirtschaft
    15. Juni 2026
    Warum Bergsportler ein höheres Hautkrebsrisiko haben
    15. Juni 2026
    Warum Vögel gegen Fenster fliegen und was dagegen hilft
    14. Juni 2026
    Wie erkennt man Narzissmus in Beziehungen?
    14. Juni 2026
    Sonnencreme: Was schützt Kinder und was ist schädlich?
    14. Juni 2026
  • Kultur
    KulturMehr laden
    „Alf“-Serienmutter Anne Schedeen ist tot
    15. Juni 2026
    Literatur aus der Konsole: Was hinter den Disco-Likes steckt
    15. Juni 2026
    Toxic positivity auf Social Media: Wenn Optimismus krank macht
    15. Juni 2026
    „Erholen uns schnell“: Ist Putin mit „Kriegswende“ konfrontiert?
    15. Juni 2026
    Warum man den Sportis zum neuen Album nur gratulieren kann
    14. Juni 2026
  • Lesezeichen
Gerade: Die „Hölle“ im Kloster: Wo einst verbotene Bücher lagerten
Teilen
Benachrichtigungen
Schriftgröße ändernAa
WirtschaftsRundschauWirtschaftsRundschau
Schriftgröße ändernAa
  • Wirtschaft
  • Wissen
  • Kultur
  • Netzwelt
  • Home
  • Wirtschaft
  • Netzwelt
  • Wissen
  • Kultur
  • Lesezeichen
WirtschaftsRundschau > Nachrichten > Kultur > Die „Hölle“ im Kloster: Wo einst verbotene Bücher lagerten
Kultur

Die „Hölle“ im Kloster: Wo einst verbotene Bücher lagerten

Uta Schröder
Zuletzt aktualisert 15. Juni 2026 09:47
Von Uta Schröder
Teilen
4 min. Lesezeit
Teilen

 

St. Ottilien ist ein katholisches Idyll unweit des Ammersees. Doch in der Benediktinerabtei gibt es einen Ort, den manche nur die „Hölle“ nennen. Dahinter verbirgt sich die frühere verbotene Abteilung der Klosterbibliothek: ein Giftschrank für Bücher, die Katholiken lange nicht lesen sollten.

Inhaltsübersicht
Index verbotener Bücher prägte Katholiken jahrhundertelangAutoren mussten mit drastischen Folgen rechnenKant, Heine und Sartre auf der VerbotslisteEnde des Index vor 60 Jahren

„Früher war der Schlüssel natürlich versteckt“, sagt Pater Cyrill, der heute den Verlag von St. Ottilien leitet. Bis vor 60 Jahren landeten hier Bücher, die auf dem sogenannten „Index librorum prohibitorum“ standen – der Liste verbotener Bücher der katholischen Kirche.

Index verbotener Bücher prägte Katholiken jahrhundertelang

Der Index war eine Art schwarze Liste. Alle paar Jahre erschien eine neue Ausgabe. Bibliothekare waren verpflichtet zu prüfen, ob neu angeschaffte Bücher darauf standen. War das der Fall, wurden sie weggesperrt.

Von der Kirche geächtete Bücher gab es bereits in der Antike. Der allgemeingültige Index des Vatikans entstand jedoch erst im 16. Jahrhundert als Reaktion auf die Reformation. Rund 400 Jahre lang legte er fest, welche Literatur für Katholiken erlaubt war und vor welcher die Gläubigen geschützt werden sollten.

Im Hintergrund habe die Sorge um das Seelenheil gestanden, erklärt Pater Cyrill. Gefürchtet worden sei, dass Menschen ihren Glauben verlieren könnten.

Autoren mussten mit drastischen Folgen rechnen

Besonders kritisch sah die Indexkommission theologische und philosophische Texte, die von der offiziellen kirchlichen Lehre abwichen. Auch Bücher über Zauberei oder Erotik konnten auf dem Index landen. Bischöfe meldeten verdächtige Werke nach Rom. Dabei spielten laut Pater Cyrill durchaus auch persönliche Ansichten eine Rolle.

Für betroffene Autoren hatte das oft schwerwiegende Konsequenzen. Wer auf dem Index stand, sei gesellschaftlich und kulturell geächtet worden. Lehrstühle gingen verloren, Menschen wurden ausgegrenzt. „Und das war gerade im 20. Jahrhundert oft dramatisch, da sind ganze Existenzen zerstört worden“, sagt Pater Cyrill.

Auch Leser mussten vorsichtig sein. Der Besitz häretischer Literatur konnte kirchenrechtliche Folgen haben. Viele gläubige Katholiken hätten die Verbote sehr ernst genommen. Ältere Priester hätten ihm berichtet, dass sie nie auf die Idee gekommen wären, ein verbotenes Buch zu lesen, erzählt Pater Cyrill.

Kant, Heine und Sartre auf der Verbotsliste

In katholischen Regionen wie Bayern war der Zugang zu solchen Büchern deshalb stark eingeschränkt. Katholische Buchhändler führten sie nicht.

Heute liest sich die letzte Fassung des Index aus dem Jahr 1948 wie ein Verzeichnis der Weltliteratur. Auf der Liste standen unter anderem Rousseau, Kant, Descartes, Heine, Sartre, Balzac, Dumas, Lessing, Locke, Luther, Pascal und Voltaire.

Wer die verbotenen Werke trotzdem lesen wollte, benötigte eine Sondergenehmigung. Ein in St. Ottilien überlieferter Brief zeigt, wie ein Gymnasiast 1959 die Erlaubnis erhielt, Nietzsches „Also sprach Zarathustra“ für ein Jahr aufzubewahren und zu lesen.

Ende des Index vor 60 Jahren

Mit dem Zweiten Vatikanischen Konzil änderte sich die Haltung der Kirche. Im Juni 1966 erklärte die Glaubenskongregation das Ende des Index. Fortan setzte die Kirche auf die Eigenverantwortung der Gläubigen. Sie vertraue auf die „Gewissensreife der Gläubigen“, hieß es damals.

Für Pater Cyrill ist das Thema dennoch nicht nur ein Kapitel der Kirchengeschichte. Die Frage, welche Inhalte akzeptiert und welche ausgegrenzt werden, stelle sich bis heute. Wer sich mit verbotenen Büchern beschäftige, werde sensibler für ähnliche Tendenzen in der Gegenwart, sagt er.

 

Dir gefällt vielleicht

„Alf“-Serienmutter Anne Schedeen ist tot

Literatur aus der Konsole: Was hinter den Disco-Likes steckt

Toxic positivity auf Social Media: Wenn Optimismus krank macht

„Erholen uns schnell“: Ist Putin mit „Kriegswende“ konfrontiert?

Warum man den Sportis zum neuen Album nur gratulieren kann

Diesen Artikel teilen
Facebook Twitter Whatsapp Whatsapp Link kopieren Drucken
Was denken Sie?
Liebe0
Traurig0
Glücklich0
Wütend0
Avatar-Foto
Von Uta Schröder
Uta Schröder ist eine versierte Kulturjournalistin und leitet das Ressort Kultur der WirtschaftsRundschau. Mit ihrem umfassenden Wissen und ihrer Leidenschaft für Kunst und Kultur bietet sie tiefgehende Analysen und spannende Einblicke in die kulturelle Landschaft.
Vorheriger Artikel Warum Vögel gegen Fenster fliegen und was dagegen hilft
Nächster Artikel Warum Bergsportler ein höheres Hautkrebsrisiko haben
Schreibe einen Kommentar

Schreibe einen Kommentar Antwort abbrechen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert


Letzte Beiträge

„Alf“-Serienmutter Anne Schedeen ist tot
Kultur 15. Juni 2026
Literatur aus der Konsole: Was hinter den Disco-Likes steckt
Kultur 15. Juni 2026
Toxic positivity auf Social Media: Wenn Optimismus krank macht
Kultur 15. Juni 2026
„Erholen uns schnell“: Ist Putin mit „Kriegswende“ konfrontiert?
Kultur 15. Juni 2026
WirtschaftsRundschauWirtschaftsRundschau
© 1984-2025 WirtschaftsRundschau. Alle Rechte vorbehalten.
  • Meine Lesezeichen
  • Kontakt
  • Datenschutz
Welcome Back!

Sign in to your account


Lost your password?