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WirtschaftsRundschau > Nachrichten > Wirtschaft > Unbemannte Panzer und Drohnen – Wie automatisiert ist der Krieg?
Wirtschaft

Unbemannte Panzer und Drohnen – Wie automatisiert ist der Krieg?

Christin Freitag
Zuletzt aktualisert 15. Juni 2026 09:48
Von Christin Freitag
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5 min. Lesezeit
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Wenn sich ein Kampfpanzer vom Typ Leopard 2 in Bewegung setzt, dann rollen nicht nur knapp 70 Tonnen Stahl los. Mit an Bord ist auch eine vierköpfige Besatzung. Bei den Nato-Partnern ist dieses Ungetüm bis heute gefragt. Der Münchener Hersteller KNDS Deutschland hat hunderte Bestellungen vorliegen. Dazu kommen Orders für den Schützenpanzer Puma. Und nicht zuletzt wird noch in diesem Jahr eine riesige Bestellung aus Berlin erwartet. Die Bundeswehr will nämlich knapp 3.000 Fahrzeuge vom Typ Boxer beschaffen.

Inhaltsübersicht
Sind Panzer künftig „Alteisen“?„Teaming“ als TrendTrend: Mehr Drohnen, weniger klassische Panzer oder Kampfjets„Fähigkeit und Kampfkraft multiplizieren“Der Mensch am Feuerknopf hat das letzte Wort

Sind Panzer künftig „Alteisen“?

Aus Sicht von Kritikern setzt man damit auf das falsche Pferd. So befürchtet Florian Seibel, Chef des Drohnenspezialisten Quantum Systems und Startup-Beauftragter beim Branchenverband BDLI, dass die Bundeswehr Milliarden für traditionelle Waffensysteme ausgebe, die in wenigen Jahren „Alteisen“ seien. Die Ukraine zeige, dass es heute auf Massen von vergleichsweise billigen Drohnen ankomme statt auf teure, bemannte Panzer.

Dem widerspricht Florian Hohenwarter, Geschäftsführer von KNDS Deutschland: „Wenn Sie einen Konflikt haben, dann müssen Sie im schlimmsten Fall Land wieder zurückerobern. Und dort müssen Sie dann auch mit Landkräften agieren, mit Soldaten und gepanzerten Fahrzeugen.“ Das werde sich auch in der Zukunft nicht ändern, so Hohenwarter. Panzer werden demnach auch in Zukunft eingesetzt, aber eben zunehmend im Zusammenspiel mit unbemannten Systemen.

„Teaming“ als Trend

Vergleichbar ist die Entwicklung bei der Luftwaffe, wie in der vergangenen Woche bei der Branchenmesse ILA in Berlin zu sehen war. Dort stellten gleich mehrere Hersteller unbemannte Kampfjets vor, die unter dem Schlagwort „Teaming“ künftig im Verbund mit Eurofightern unterwegs sein sollen.

Diese Entwicklung sieht auch Kevin Thiele, Verteidigungsexperte bei der Unternehmensberatung Accenture. Eine Armee sei nur dann zukunftsfähig, wenn sie bemannte und unbemannte Systeme klug miteinander kombiniere und die jeweiligen Stärken nutze, um die Schwächen des anderen Systems auszugleichen.

Trend: Mehr Drohnen, weniger klassische Panzer oder Kampfjets

Einen klaren Trend gebe es allerdings, so Thiele: Das Verhältnis der Waffensysteme werde sich verschieben, hin zu immer mehr unbemanntem Gerät. Etwa kleinen, ferngesteuerten oder autonomen Transportpanzern wie dem Gereon des bayerischen Startups Arx Robotics. Gründer Marc Wietfeld hat bereits hunderte dieser elektrisch angetriebenen Fahrzeuge an die Ukraine verkauft. Die habe aus purer Not gelernt, ihre Soldaten mit Hilfe unbemannter Systeme so effizient wie möglich einzusetzen, um mit High-Tech die zahlenmäßige Überlegenheit der russischen Armee auszugleichen. Das sei eine Blaupause auch für die Bundeswehr, so der frühere Offizier Wietfeld.

„Fähigkeit und Kampfkraft multiplizieren“

Westliche Streitkräfte seien nämlich sehr viel kleiner als zu Zeiten des Kalten Krieges. Deswegen müsse man sich bei jedem einzelnen Soldaten genau überlegen, wie man ihn möglichst schlagkräftig einsetze, sagte Marc Wietfeld dem BR. Man müsse deshalb einen sogenannten Multiplikator-Effekt schaffen, „bei dem ein Soldat seine Fähigkeiten, seine Kampfkraft multipliziert, mal 5, mal 10, mal 50. Und da kommen eben solche unbemannten Systeme – egal ob zu Land, in der Luft, auf und unter Wasser – ins Spiel“, so Wietfeld.

Der Mensch am Feuerknopf hat das letzte Wort

Wie das in der Praxis aussehen könnte, das zeigen in den kommenden Tagen zahlreiche Hersteller auf der Rüstungsmesse Eurosatory in Paris. Renk aus Augsburg zum Beispiel präsentiert gemeinsam mit dem finnischen Konzern Patria das Modell eines knapp zehn Tonnen schweren unbemannten Panzers. Der könnte zum Beispiel als Transporter dort eingesetzt werden, wo es für menschliche Besatzungen zu gefährlich ist. Und auch bei Kampfpanzern oder Haubitzen setzen die Entwickler auf immer mehr Automatisierung. Kommt es also irgendwann zum Krieg von Robotern gegen Roboter? Das sei zwar theoretisch für eine langfristige Zukunft denkbar, heißt es in Hintergrundgesprächen der Bundeswehr und der Rüstungsbranche. Doch noch für viele Jahre liege die letzte Entscheidung darüber, ob zum Beispiel eine Kanone abgefeuert wird – zumindest in westlichen Streitkräften wie der Bundeswehr – weiterhin bei Soldaten aus Fleisch und Blut.

 

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Christin Freitag ist eine erfahrene Wirtschaftsjournalistin und Analystin, die sich auf Finanzmärkte, Unternehmensstrategien und Wirtschaftspolitik spezialisiert hat. Mit über 10 Jahren Erfahrung liefert sie fundierte Analysen und tiefgehende Einblicke für die Leser der WirtschaftsRundschau.
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