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WirtschaftsRundschau > Nachrichten > Wissen > Simssee: Besseres Wasser durch schonende Landwirtschaft
Wissen

Simssee: Besseres Wasser durch schonende Landwirtschaft

Michael Farber
Zuletzt aktualisert 15. Juni 2026 09:47
Von Michael Farber
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5 min. Lesezeit
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Familie Walz aus dem Schwarzwald ist auf dem gut gefüllten Campingplatz am Simssee dabei, zusammenzupacken. „Ich fand das Wasser super angenehm zum Baden, wir konnten ganz flach reinlaufen, das war toll für unseren kleinen Sohn. Er konnte spielen und hatte einen Riesenspaß.“ Sie wollen wiederkommen, sagt der Vater – und lobt das kristallklare Wasser.

Inhaltsübersicht
Wasserqualität am Simssee schwanktGrünland gegen ErosionVorsichtiger mähen, genauer düngenEinsatz von Kalk empfohlenRichtige Düngung hilft Bauern und SimsseeZusammenarbeit im Simssee-SchutzprojektWasserwirtschaftsamt sieht positiven Trend

Wasserqualität am Simssee schwankt

Badegäste schätzen das flache Ufer, den Kies und dass sich der Simssee relativ schnell erwärmt. Das ist auch seiner geringen Tiefe geschuldet, die nur bis 23 Meter geht. Damit ist der See aber auch anfälliger als der Tegernsee oder der Chiemsee. Die können sich mit ihrer schieren Wassermenge leichter regenerieren.

Seit mehr als 20 Jahren gibt es das Simssee-Schutzprojekt, in dem sich die Akteure um den See zusammentun. Mit Information und Aktionen wollen sie eine gute Wasserqualität des Sees erreichen.

Grünland gegen Erosion

Regen beispielsweise kann Boden von den an den Simssee grenzenden Feldern abschwemmen und Düngemittel wie Phosphor in den See spülen, wo sie das Algenwachstum fördern. Die Bauern in der Umgebung versuchen, das möglichst zu verhindern.

So zeigt Franz Grießl, wie er einen großen Maisacker geteilt hat und gegen die Hangrichtung Mais gesät hat. Die einzelnen Reihen sind dichter beieinander als sonst, „dadurch halten sie den Boden besser“, sagt Grießl.

Auf einer Wiese daneben ist frisch gemäht worden. Früher habe man das Grünland nicht so im Fokus gehabt, sagt Landwirt Richard Mühlbauer. Es komme aber auf die Qualität an, „weil eine ertragreiche, starke, dichte Grünlandnarbe für den Erosionsschutz, für den Simsseeschutz, sehr vorteilhaft ist“.

Vorsichtiger mähen, genauer düngen

Der Bamberger Grünlandberater Hans Koch zeigt, dass es nichts bringt, zu tief zu mähen, denn die Stängel unten haben noch Erde und ungute Bakterien. Der Grünlandberater erklärt Landwirten die Vor- und Nachteile von Grassaaten und gibt Düngeempfehlungen, immer abhängig vom Boden. Die Bodenuntersuchung ist deshalb wichtig, dann lässt sich die richtige Nährstoffversorgung sicherstellen und Überdüngung vermeiden.

Im Zweifel empfiehlt Koch auch Teststreifen, bevor man ganze Wiesen eventuell neu ansät. Das sei nur sinnvoll, wenn der Boden entsprechend bearbeitet werde. Etwa mit Striegeln, Handstriegeln oder Maschinen, die Gräser wie die gemeine Rispe ausreißen.

Einsatz von Kalk empfohlen

Vor allem Kalk, also Calcium, sei wichtig und der fehle oft an der Bodenoberfläche, so Grünlandberater Koch, denn dann können wichtige Gräser wie die Wiesenrispe oder der Weißklee leichter wachsen und die Grasnarbe dichter werden. Klee als Stickstoffsammler sei so wertvoll, weil er entsprechend den Luftstickstoff umwandle und helfen könne, auf Mineraldünger zu verzichten. Calcium sei der einzige Nährstoff mit dreifacher Wirkung auf Bodenbiologie, Bodenchemie und Bodenphysik, erklärt Hans Koch.

Richtige Düngung hilft Bauern und Simssee

Ein guter Boden mit guter Grasnarbe bringt entsprechend gutes Futter, erklärt Koch. Entscheidend sei aber auch, dass er hilft, dass nach Starkregen Wasser besser einsickern kann, und nicht abgeschwemmt wird und Nährstoffe mitnimmt. Oder wie Bauer Grießl sagt, „dass der Acker bei mir bleibt und nicht in den See fließt“.

Zusammenarbeit im Simssee-Schutzprojekt

Das Simssee-Schutzprojekt hat im vergangenen Jahr den Preis „Boden-Ständig“ erhalten. Die Zusammenarbeit sei freiwillig, es gehe um den Austausch von Information und gemeinsamer Aktion zwischen den Gemeinden, dem Wasserwirtschaftsamt, den Landwirten und externen Beratern, lobt Christoph Vodermaier (FWGR). Der Bürgermeister von Riedering ist der Vorsitzende des Abwasserzweckverbandes, in dem die Anliegergemeinden organisiert und weitere im Umfeld des Simsees organisiert sind. Seit dem Bau der Kläranlage in den 90er Jahren hat sich der Phosphoreintrag halbiert.

Wasserwirtschaftsamt sieht positiven Trend

Die Wasserqualität des Simssees wird regelmäßig untersucht. Bei den letzten umfangreichen Proben sei ein klarer Trend hin zu besseren Werten feststellbar, sagt Hadumar Roch vom Wasserwirtschaftsamt Rosenheim auf der Veranstaltung.

Wenn es gelingt, den Eintrag von Phosphor, der die Algen wachsen lässt, weiter zu reduzieren, könnte der Simssee eine offiziell „gute Qualität“ erreichen.

 

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Michael Farber ist ein erfahrener Journalist, der das Ressort Wissen der WirtschaftsRundschau leitet. Mit seiner Expertise in Wissenschaft und Technologie berichtet er über die neuesten Entwicklungen und Entdeckungen und bietet den Lesern spannende Einblicke in komplexe Themen.
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