Schutz vor UV-Strahlung ist essenziell, um Hautschäden und Hautkrebs vorzubeugen. Grundsätzlich überwiegt daher definitiv der Nutzen von Sonnencremes. Problematisch sind weniger die Sonnencremes an sich als bestimmte Inhaltsstoffe, vor allem, wenn sie zerfallen oder verunreinigt sind.
Kann Sonnencreme für Kinder schädlich sein?
Bei Untersuchungen des Umweltbundesamts (UBA) (externer Link) wurde 2025 in 92 Prozent der Urinproben von Kindern und Jugendlichen Mono-n-hexylphthalat (MnHexP) gefunden. Dieser Stoff ist ein Abbauprodukt des gesundheitsschädlichen und in der EU inzwischen verbotenen Weichmachers Di-n-hexyl-Phthalat (DnHexP). Er gilt als fortpflanzungsschädigend und steht im Verdacht, unfruchtbar zu machen. Die Herkunft war zunächst unbekannt. Die Funde in den Urinproben konnten aber bald auf die Verunreinigung eines UV-Filters in Sonnencremes zurückgeführt werden, wie es vom UBA hieß. Demnach kann DnHexP bei der Herstellung des sehr wirksamen und häufig zugesetzten UV-A-Filters Diethylamino-Hydroxybenzoyl-Hexylbenzoat (DHHB) entstehen. Ab 2027 gelten strengere Grenzwerte für solche Verunreinigungen in der EU. Vielen Herstellern gelingt es aber bereits, DHHB ohne nachweisbares DnHexP in Sonnencremes einzusetzen.
Das Umweltbundesamt betont jedoch: Kinder sollten gut vor UV-Strahlung geschützt werden, auch mit Sonnencreme. Denn das Risiko, an Hautkrebs zu erkranken, hat laut dem Bundesamt für Strahlenschutz (externer Link) in den letzten Jahren deutlich zugenommen.
Welche Inhaltsstoffe von Sonnencremes sind bedenklich?
Auch andere Inhaltsstoffe von Sonnencremes sind nicht unproblematisch. Bei den chemischen UV-Filtern stehen insbesondere folgende Stoffe in der Kritik:
- Octocrylen kann sich in älteren oder falsch gelagerten Produkten zersetzen. Dabei können potenziell krebserregende Stoffe entstehen.
- Oxybenzon kann Allergien auslösen und steht im Verdacht, krebserregend zu sein und hormonelle Störungen hervorzurufen.
- Parabene und bestimmte PEG-Verbindungen stehen unter anderem im Verdacht, hormonell wirksam zu sein.
Was ist mit mineralischen Sonnencremes?
Mineralische Filter wie Zinkoxid und Titandioxid liegen auf der Haut und reflektieren UV-Strahlen, statt sie chemisch umzuwandeln. Sie gelten überwiegend als gut verträglich und sind für Babys und Kleinkinder meist erste Wahl, auch weil sie seltener Allergien auslösen.
Mineralische Cremes lassen sich aber oft schwerer verteilen und hinterlassen einen weißen Film. Manche empfinden das als unangenehm, ihr Schutz ist jedoch zuverlässig. Allerdings sind Produkte umstritten, die Nanopartikel enthalten. Diese sollen den weißen Film beim Auftragen minimieren. Noch ist nicht geklärt, welche Langzeitwirkung die Nanopartikel auf Haut und Umwelt haben.
Was ist mit der Umweltbelastung durch Sonnencremes?
Einige chemische UV-Filter stehen im Verdacht, Wasserorganismen und Korallen (Stichwort „Korallenbleiche“) zu schädigen. Weltweit sind in acht Ländern und Inseln, etwa in Thailand, auf Hawaii und Palau, Sonnencremes mit bestimmten Inhaltsstoffen verboten. Das betrifft, je nach Land, unter anderem die Substanzen Oxybenzon, Octocrylen, Octinoxat und Parabene. Die Umweltbelastung durch Sonnencremes lässt sich aber leicht reduzieren:
- Sonnencreme vor dem Baden gründlich einziehen lassen
- Wenn möglich zu Produkten mit umweltverträglicheren mineralischen Filtern greifen.
- Hauptschutz vor Sonne mit Kleidung, Hut und Schatten. Sonnencreme als Ergänzung.
Kann ich meine alte Sonnencreme noch benutzen?
Sonnenschutzmittel sind nicht unbegrenzt haltbar. Wichtig ist:
- Auf das Verfallsdatum und auf das geöffnete Glassymbol achten. Steht bei diesem „12M“, bedeutet dies, dass die Sonnencreme nach dem Öffnen maximal 12 Monate haltbar ist.
- Ist die Creme verklumpt, riecht sie ranzig oder hat sie sich in Öl und feste Bestandteile getrennt, gehört sie in den Müll.
- In abgelaufenen oder zu warm gelagerten Produkten können Inhaltsstoffe wie Octocrylen oder Oxybenzon zerfallen und problematische Abbauprodukte bilden. Zudem sinkt der UV-Schutz, das heißt: Es droht schnell Sonnenbrand.
Sonnenschutz für Kinder nur vollständig mit Sonnencreme
Besonders für Kinder sind bei Sonnencremes ein hoher Lichtschutzfaktor (50+), eine ausreichende Menge und die richtige Anwendung entscheidend. Am besten beim Kauf kritisch auf Inhaltsstoffe achten und Sonnencremes zuhause regelmäßig die Haltbarkeit prüfen und gegebenenfalls entsorgen. Auf keinen Fall jedoch sollte man bei Kindern auf Sonnenschutz durch Sonnencremes verzichten. Denn ungeschützt UV-Strahlung ausgesetzt zu sein, ist das größere Risiko für Sonnenbrand, Hautschäden und Hautkrebs.

