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WirtschaftsRundschau > Nachrichten > Wissen > Starker Anstieg der Demenzfälle in Bayern erwartet
Wissen

Starker Anstieg der Demenzfälle in Bayern erwartet

Michael Farber
Zuletzt aktualisert 16. Juni 2026 08:47
Von Michael Farber
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3 min. Lesezeit
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In Deutschland könnte die Zahl der Menschen mit Demenz bis zum Jahr 2060 von heute etwa 1,3 Millionen auf bis zu 2,1 Millionen steigen. Das geht aus einer Studie der Universitäten Trier, Rostock und Köln in Kooperation mit dem Wissenschaftlichen Institut der Krankenkasse AOK (WIdO) hervor. Laut der AOK heißt das für Bayern: Die Zahl der Demenzkranken dürfte von derzeit knapp 200.000 auf mehr als 340.000 im Jahr 2060 ansteigen.

Inhaltsübersicht
Stadt-Land-Gefälle nimmt zuBelastung für Erwerbstätige und VersorgungPrävention kann Entwicklung bremsen„Keine Randerscheinung mehr“

Stadt-Land-Gefälle nimmt zu

Die Experten gehen davon aus, dass sich die Unterschiede zwischen städtischen und ländlichen Gebieten verschärfen werden: Städte hätten meist eine junge Bevölkerung, ländliche Regionen seien hingegen stärker vom demografischen Wandel betroffen. Während etwa in München für 2060 ein Demenzanteil von 1,7 Prozent an der Bevölkerung errechnet wurde, liegt der berechnete Anteil im brandenburgischen Landkreis Elbe-Elster bei 6,2 Prozent, also etwa 3,5-mal so hoch.

In Bayern werden vor allem für die ländlichen Regionen im Nordosten des Freistaats überdurchschnittlich hohe Demenzraten prognostiziert. So dürfte laut der Studie die Demenz-Häufigkeit im oberfränkischen Landkreis Kronach im Jahr 2060 bei 4,1 Prozent liegen. 2020 waren es 2,3 Prozent.

Belastung für Erwerbstätige und Versorgung

Neben der absoluten Zahl der Erkrankten verändert sich auch das Verhältnis zur erwerbstätigen Bevölkerung. Bundesweit kamen im Jahr 2020 im Schnitt 2,6 Personen mit Demenz auf 100 Erwerbstätige. In der ungünstigsten Prognose für 2060 steigt dieser Wert auf 4,7 Demenzkranke pro 100 Erwerbstätige. In einigen Kreisen könnte die Zahl laut Studie sogar auf fast 21 Betroffene pro 100 Erwerbstätige klettern. Der Rückgang der Bevölkerung im erwerbsfähigen Alter verschärft damit die Herausforderungen in der Versorgung.

Prävention kann Entwicklung bremsen

Experten betonen, dass sich die Prognosen durch Vorsorge und bessere Behandlung deutlich verbessern ließen. „Durch Prävention und eine gute Behandlung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen, den Verzicht auf das Rauchen, mehr Bildung, die Behandlung von Hörstörungen und die Vermeidung sozialer Isolation kann einer Demenzentwicklung vorgebeugt werden“, so Helmut Schröder, Geschäftsführer des Wissenschaftlichen Instituts der AOK.

Bundesweit wäre bei optimaler Prävention für 2060 eine Stabilisierung auf 1,3 bis 1,5 Millionen Demenzfälle möglich. Dann kämen auf 100 Erwerbstätige noch 2,9 Demenzkranke. Ein deutliches Stadt-Land-Gefälle bliebe jedoch bestehen.

Auch für Bayern sehen die AOK-Berechnungen Spielraum nach unten. Wenn Präventionsmaßnahmen greifen, könnte sich die Zahl der Betroffenen im Freistaat bis 2060 bei 200.000 bis 250.000 einpendeln – statt auf mehr als 340.000 anzusteigen. Als wirksame Vorbeugung gelten dabei insbesondere die Behandlung von Bluthochdruck und Diabetes sowie bessere Bildungs- und Gesundheitschancen.

„Keine Randerscheinung mehr“

Die AOK Bayern sieht in Demenz eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe. „Demenz sei längst keine Randerscheinung mehr, sondern eine der zentralen Herausforderungen unserer Zeit, gerade im ländlichen Raum“, sagte Alexandra Krist, Geschäftsbereichsleiterin Pflege bei der AOK Bayern. Um gegenzusteuern, fordert sie einen bedarfsorientierten Ausbau der Pflegeinfrastruktur, Maßnahmen zur Gewinnung von Fachkräften sowie niedrigschwellige Unterstützungsangebote für Betroffene und ihre Angehörigen.

 

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Von Michael Farber
Michael Farber ist ein erfahrener Journalist, der das Ressort Wissen der WirtschaftsRundschau leitet. Mit seiner Expertise in Wissenschaft und Technologie berichtet er über die neuesten Entwicklungen und Entdeckungen und bietet den Lesern spannende Einblicke in komplexe Themen.
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