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WirtschaftsRundschau > Nachrichten > Wirtschaft > ifo-Studie: Firmen sehen Uni-Abschlüsse teils durch KI ersetzbar
Wirtschaft

ifo-Studie: Firmen sehen Uni-Abschlüsse teils durch KI ersetzbar

Christin Freitag
Zuletzt aktualisert 15. Juni 2026 09:48
Von Christin Freitag
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3 min. Lesezeit
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Künstliche Intelligenz könnte in manchen Unternehmen klassische Bildungswege teilweise ersetzen. Das zeigt eine neue Umfrage des Münchner ifo-Instituts. Befragt wurden Firmen, die bereits KI in ihren Geschäftsprozessen einsetzen.

Inhaltsübersicht
Handel besonders offen für KI-ErsatzMehrheit sieht Grenzen der KISorgen um Jobs und Berufseinstieg

Demnach sagt jede fünfte Firma, die KI nutzt: Wir könnten Leute mit Fach- oder Hochschulabschluss relativ leicht durch Mitarbeiter ohne Abschluss ersetzen – wenn diese mit KI arbeiten.

Rund 15 Prozent sehen zudem die Möglichkeit, erfahrene Arbeitskräfte relativ problemlos durch unerfahrene Mitarbeiter zu ersetzen, die KI nutzen (externer Link). ifo-Forscherin Anna Ruffert sagt im BR-Interview: „KI verändert die Arbeitswelt und kann in manchen Bereichen auch formale Qualifikationen und Erfahrungen teilweise ersetzen.“

Handel besonders offen für KI-Ersatz

Am stärksten ausgeprägt ist dieser Trend im Handel. Dort geben laut ifo 28,6 Prozent der Unternehmen an, dass (Fach-)Hochschulabschlüsse leicht durch KI-unterstützte Arbeitskräfte ersetzt werden könnten. Bei den Dienstleistern sind es 19,7 Prozent, im Verarbeitenden Gewerbe 14,6 Prozent.

Wenn es um Berufserfahrung geht, sind die Zahlen etwas niedriger: Im Handel halten 22,9 Prozent der Unternehmen Berufserfahrung für leicht oder sehr leicht durch unerfahrene, KI-gestützte Mitarbeiter ersetzbar. Bei Dienstleistern sagen das 14,5 Prozent, im Verarbeitenden Gewerbe sind es 12,6 Prozent. Berufserfahrung sei für Unternehmen offenbar etwas schwerer durch KI zu kompensieren als formale Abschlüsse, fasst ifo-Forscherin Ruffert zusammen.

Mehrheit sieht Grenzen der KI

Trotz dieser Entwicklungen bleibt die Mehrheit der Unternehmen zurückhaltend. Mehr als die Hälfte der Betriebe, die KI einsetzen (55,4 Prozent), hält es für schwer oder gar unmöglich, Arbeitskräfte mit Fach- oder Hochschulabschluss durch weniger qualifizierte, aber eben KI-gestützte Mitarbeiter zu ersetzen. Beim Austausch erfahrener durch unerfahrene, KI-nutzende Beschäftigte liegt dieser Anteil sogar bei 62,7 Prozent.

Insgesamt nutzen laut ifo derzeit 54,5 Prozent der Unternehmen in Deutschland KI in ihren Geschäftsprozessen – etwa für Text- und Bildverarbeitung, Datenanalyse oder Kundenservice.

Sorgen um Jobs und Berufseinstieg

In den vergangenen Monaten haben mehrere große Konzerne weltweit und auch in Bayern Stellenstreichungen mit dem stärkeren Einsatz von KI begründet. Banken, Tech-Konzerne und Onlinehändler kündigten an, Tausende Jobs abzubauen. Das sorgt vor allem bei jungen Menschen für Verunsicherung.

Umfragen zeigen, dass sich insbesondere die „Generation Z“ Sorgen mache, wie sich KI auf ihre Jobchancen auswirkt. Die ifo-Zahlen deuten darauf hin, dass zumindest ein Teil der Unternehmen annimmt, in Zukunft stärker auf KI-gestützte, weniger formell qualifizierte Beschäftigte, setzen zu können – auch wenn die Mehrheit formale Bildung und Erfahrung weiterhin als schwer ersetzbar hält.

 

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Christin Freitag ist eine erfahrene Wirtschaftsjournalistin und Analystin, die sich auf Finanzmärkte, Unternehmensstrategien und Wirtschaftspolitik spezialisiert hat. Mit über 10 Jahren Erfahrung liefert sie fundierte Analysen und tiefgehende Einblicke für die Leser der WirtschaftsRundschau.
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